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Nick Cave And The Bad Seeds in Hamburg, CCH 3 am 21.11.2004

Am 21.11.04 war es endlich soweit. Ich hatte das Vergnügen den „Godfather of Lyrics in Rockmusic“ auf der Bühne zu erleben. Und um es gleich vorweg zu verraten: Es war ein ultimatives Ereignis. Das was ich da erlebt habe, werde ich wohl nie vergessen.
Natürlich hat die Musik von Nick Cave und den Seeds nichts mit Metal zu tun, wenn wir es hier auf der Metalglory-Ebene betrachten, aber nichts desto trotz möchte ich auf diesem Wege diesen Ausnahmemusiker im Livereview vorstellen, da er bei mir einen deutlichen Eindruck hinterlassen hat. Und das nicht nur aufgrund des Konzertes.

Die mir bis dato völlig unbekannte Band Namens "Mercury Rev" hatte nun die Ehre vor den Seeds zu spielen. Und sie hatten es auch nicht so leicht. Mercury Rev schien wohl nicht einzig und allein mir Unbekannt zu sein und so gab es nur paar Gäste, die die Songs kannten bzw. mitsangen. Auch wenn dies dem Applaus des restlichen in den vorderen Reihen befindlichen Publikums keinen Abbruch tat. Der Saal war noch nicht ganz so gefüllt, trotzdem hatten die Jungs auf der Bühne ihren Spaß und boten gute 40 Minuten melodischen Rock/Pop. Es klang für mich wie eine Mischung aus Coldplay, den neuen Anathema und etwas rockigem Pink Floyd. Zudem erschienen mir die Vocals des charismatischen Sängers, als eine gute Kopie aus Marc Almond (nicht nur äußerlich) und Andy Bell.

Nach einer kurzen Umbaupause hatten die Damen und Herren dann doch noch an die 30 Minuten benötigt um die Bühne endlich zu betreten. Mit einer starken 12er Besetzung, die sich aus zwei Gitarristen, einem Orgelspieler, einem Keyboarder, zwei Schlagzeugern, einem Backgroundsänger und drei -sängerinnen, einem Bassisten und natürlich Nick Cave zusammensetzte, ging es dann auch gleich mit dem Opener richtig los. "Abbatoir Blues" erklang und das was ich mir eigentlich für den Abend nur wünschte ist sofort eingetroffen, denn genau diesen Song wollte ich unbedingt mal live gehört haben. Und er war noch genialer, als er es schon auf CD ist. Eine sehr harte und noch rockigere Präsentation des mit besten Songs der neuen Outputs.
Die erste Stunde stand voll und ganz im Zeichen des neuen Doppelalbums „The Lyre of Orpheus“ und „Abbatoir Blues“. So präsentierte uns die Truppe die geilsten Songs der Scheiben u.a.: „Carry Me“, Supernaturally“, „Breathless“, „Easy Money“, „Get Ready For Love“ (Power-Rock total!!!), „Hiding All Away“, „Nature Boy“ und vor allen Dingen, das mega-gefühlvolle für die Kids „O Children“.

Was dieser „altgewordene“ aber keinesfalls „altwirkende“ Nick Cave drauf hat ist einfach unglaublich und unbeschreiblich. Man muss es erleben. Die Songs klingen schon als CD Version sehr gut und professionell, aber in Verbindung mit seiner Art und Weise, wie er die Geschichten LIVE erzählt und mit welcher Power und Selbstverständlichkeit die gesamte Mannschaft das rüberbringt ist unfassbar. Power, Aggression, Gefühl und vor allen Dingen Perfektion! Die Vocals des Herrn Cave waren gefühlvoll und brachial zugleich, dass es sich nur LIVE so anhören kann. Irgendwie hat seine Stimme live noch mehr Power und Aussagekraft. Selten habe ich ein solches Konzert erlebt, bei dem der Sänger so viel Potenzial, Willen, Enthusiasmus sowie Energie ins Publikum ausstrahlt. Wie präzise und lässig die Herren James und Conway die Songs daherklimpern. Genial, wie Warren seine Violine, Mandoline, Bouzouki und die Flöte beherrscht und dabei wie ein Rakete abhebt. Selbstverständlich und präzise schien mir auch die Art der Abwechslung der beiden Drummer Jim und Thomas. Alles war unfassbar gut und der Saal tobte dementsprechend. Die Meisten in meiner Augenreichweite hatten ihren Spaß und forderten immer mehr und wollten auch mal ältere Songs hören. Ich für meinen Teil bin aber auch froh, dass genügend Songs der neuen Scheiben präsentiert wurde, schließlich zählen diese beiden Alben zu meinen derzeitigen Favoriten. So viel Abwechslung, Power und Gefühl in einem, habe ich vorher noch nicht auf diese besondere Art gehört.

Nach dem ersten „Good Night“ von den Lippen des Herrn Cave, genehmigte sich die Truppe die erste kurze Verschnaufpause. Die lautstark geforderte Zugabe ließ demnach nicht lange auf sich warten und nach guten 5 Minuten ging es dann weiter. Die erste „inoffizielle“ Zugabe dauerte an die 30 Minuten und beinhaltete die Tracks der älteren Scheiben wie u.a.: „God is in the House“ (gefühlvoll und fließend!), „The Weeping Song“ (geniale Violine!), "Red right hand" (was für geile aggressive Drums), „Deanne“ und „Stagger Lee“.

Nachdem bereits zum zweiten Mal ein "Good Night" ertönte, hat das Publikum nicht lockergelassen und forderte noch mehr. Ist ja auch logisch, schließlich waren es gerade mal ca. 85 Minuten reiner Spielzeit. So traute sich die Truppe noch ein weiteres Mal auf die Bühne, jedoch ohne die Backgroundsänger(innen). Und leider war es dann auch mit „The Mercy Seat“ das letzte was die Band präsentierte. Ich hatte wirklich nichts zu bemängeln; den Sound, das Licht, die Hingabe der Truppe nichts muss ich weiterhin sonderlich erwähnen, aber eine so kurze Spielzeit hätte ich wirklich nicht erwartet. Hey, die sind seit über 20 Jahren im Geschäft, haben unzählige Scheiben und das Publikum zahlte mind. 45 Euro für ein Ticket, also was zum Teufel soll das mit einer so kurzen Spielzeit? Aber zum Glück war dies das einzige (aber große) Manko der gesamten Veranstaltung.

Ja, ich empfehle jedem sich mal mit der Musik und vor allen Dingen den Texten der Band, zumindest einmal auseinander zu setzen, unabhängig, ob es als Rock, Pop, Goth-, Industrial/Alternativ- oder Wave-Stil definiert wird, ihr werdet es nicht bereuen. Besser noch: versucht es mit einer Liveshow.


Fazit: Dieses Konzert werde ich nie vergessen. Es ist unglaublich wie man Kunst (in diesem Fall Musik) darstellen kann. Das sind die Momente, in denen man sehr froh ist dabei gewesen sein zu dürfen.


Mein Dank geht diesmal an die Personen, die mir die Karte (und die neuste CD) geschenkt haben, da ich höchstwahrscheinlich sonst etwas Faszinierendes in meinem Leben, aufgrund des völlig überteuerten Eintrittspreises, verpasst hätte.

geschrieben am 25.11.2004   von Arturek
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