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30 Seconds To Mars - Into The Wild 2010, Hamburg in Sporthalle in Hamburg am 08.03.2010
Galerie 30 Seconds To Mars - Into The Wild 2010, Hamburg zum Livereview anschauen!


Schauspieler und ihre Musikkarrieren, immer wieder ein Phänomen. Wenige bedienen beide Sparten zugleich in Topform. Doch bei Jared Leto, dem Frontman von 30 Seconds To Mars(30STM), trifft es durchaus zu, wenn man sich seinen Filmen und den CDs seiner Band widmet. Unabhängig davon, dass er auch noch sooooo süß ist.
Live, ja, live zeigt man(n) dann wirklich, ob etwas in einem steckt. Ob es nun dieses Feuer, diese Hingabe zur Musik und eben die Qualität gibt oder nicht. Was nun Jareds Mitstreiter bei 30STM anbelangt, also seinen Bruder an der Schießbude und den Gitarristen Tomislav, kann man nicht wirklich meckern. Sie ackern an dem Abend in Hamburg und sind voller Energie dabei. Vor allem eben Shannon hat es voll drauf, wie ein Tier am Schlagzeug zu agieren. Erinnerte mich sehr an Shannon Larkin von Godsmack. Hut ab, hätte ich so nicht erwartet. Doch Jared ist stimmlich einfach nicht wirklich gut drauf. Das ist auch wohl sein Manko, wenn es um Liveshows geht, hört man sich nämlich in der Fangemeinde mal um. Aber auch seine gelegentlichen Gitarrenbeiträge sind nicht wirklich vom hohen Stellenwert. Und dies alles trotz der Tatsache, dass es auf CD (der Technik sei Dank) alles wunderbar klingt und er eben eine wirklich unverkennbare als auch einprägsame Stimme besitzt. Aber bevor ich nun alles zu dieser Hauptband verrate, mal langsam. Zuvor durften nämlich gleich zwei Supportbands an diesem Abend die Meute anheizen, was den Eintrittspreis auf jeden Fall etwas rechtfertigte.


Lost Alone durften den Anfang machen, und sie taten es auch, aber eben viel zu früh, als vorher auf den Eintrittskarten, im Internet etc. kundgetan. Daher –leider- voll verpasst.

Als zweite Band folgten die Kalifornier von Street Drum Corps, die ihrem Bandnamen alle Ehre machten. Die Show begann mit einem Drumeffekt auf Plastiktonnen. Man musste zwangsweise an eine Mischung aus Slipknot, Blue Man Group & Sepultura denken. Doch gleich danach wurde es doch ein wenig anders, auch wenn sie ihre „Drums“ natürlich in den Vordergrund stellten (u.a. mit dem zweiten Schlagwerker und seinen „Metaltonnen“). Energievoller Beginn, aber mit der Zeit wurde klar, dass diese Combo sich irgendwo zwischen eher langweiligen Alternative Rock und Ska befindet, irgendwo eine gewisse Mischung aus 30STM und Beatsteaks. Etwas mehr als eine gute halbe Stunde Unterhaltung, die zwar in den ersten Reihen für Wirbel sorgen konnte, aber die Meisten nun doch eher auf 30STM gespannt zu sein schienen.

Das längere instrumentale Anfangsstück „Escape“ des neuen Albums „This Is War“ sorgte für den gewissen Aha-Effekt, da danach der Vorhang fiel und man nun neben den 30STM-Söhnchen auch noch die Typen von Street Drum Corps auf der Bühne zu Gesicht bekommen hatte (tja, eignet sich ja dann schon, die Freunde gleich mit einzuspannen, wenn man auf die Parts von Schlagzeug etc. ansetzt). Während des Sets durften diese Herren immer wieder mal ran und hatten neben dem „Füße-stampfen“ und den allgemeinen Drumeffekten auch mal mit großen weißen Fahnen herumgewedelt.



Sobald es mit dem ersten richtigen Song losging „Night Of The Hunter“, wunderte man sich über die stimmlichen Probleme des Frontmanns. Was war los, ist das immer so, ist er noch nicht ganz warm oder wird da etwa viel zu viel bei der CD-Produktion „gemixt“? Staunen!
Nach mehreren Songs musste man sich eher mit der letzten Vermutung auseinandersetzen. Jared klang überhaupt nicht wie auf CD. Er traf anfangs sogar kaum den richtigen Ton. Vor allen Dingen liegen ihm die schreienden Parts überhaupt nicht. Dafür aber schon die eher einfühlsamen, langsameren Parts. Zudem merkt man auch eine gewisse Unsicherheit, da er von Anfang an und bei fast jedem Song immer wieder das Publikum (übrigens: an diesem Abend um die 6.000 Fans an der Zahl) auffordert zu singen bzw. es einfach singen ließ. Vor allen Dingen bei den Textpassagen, die es eben stimmlich in sich haben. Nebenbei bemerkt: es gab nicht wenige männliche Fans an diesem Abend, weiterhin war der Altersdurchschnitt auch schlecht abzuschätzen – bunte Mischung eben.
Mit der Zeit wurde Jared zwar etwas besser, seine Stimme schien sich zu festigen, aber irgendwie erwartet man dann doch etwas mehr Professionalität. Doch vielen im Publikum schien dies nicht viel auszumachen, schließlich sangen etliche unüberhörbar mit und die Meute ging ab wie Sau. Vor allem, wenn zum 100. Mal ein „Jump, Jump“-Aufruf von Jared angesagt war – die Platte bebet!

Allgemein betrachtet: auch wenn das wackelige Stageacting und die Show als solche (Licht oder eben Sound - wurde mit der Zeit immer besser) in Ordnung waren, so hinterließ die Stimme doch einen gewissen, eher bitteren Nachgeschmack. Zudem war die anregende Unterhaltung mit dem Publikum nicht immer wirklich schlecht, aber mit der Zeit war es dann doch zu viel des Guten. Wenn eben mehr geredet als gesungen wird. Und zu einem Moshpit bzw. der Wall of Death, als auch dem Stagediving oder Wellenreiten aufzumuntern, erschien mir bei dieser Art der Musik und den zierlichen Mädels (einige wurden bereits vor Beginn der Show herausgeholt) in den vordersten Reihen, doch etwas zu arg und eben unpassend. War das etwa „Entertainment“? Da änderte auch leider der Beitrag zum Geburtstagsständchen für Shannon Leto nicht viel. Der hat(te) nämlich am 9.3. seinen 40. Geburtstag, aber erhielt bereits in Hamburg, nach Jareds Aufforderung, vom Publikum ein Ständchen (auf Deutsch!) als auch eine riesige Geburtstagstorte. Pausenfüller? Nette Geste? Showpause? Entscheidet selbst!



Überraschend war jedoch, als Jared nach dem instrumentalen Stück „L490“, während dem die Musiker eher eine Pause eingeschoben haben, auf einmal direkt im Publikum, an den Sitzrängen, mit seiner Akustikgitarre auftauchte. Seine Stimme schien hier deutlich besser zu klingen, als er die einfühlsamen Tracks wie „Hurricane“ und Was It A Dream“ geboten hatte. Doch im Endeffekt hatte er auch hier mehr mit den Fans geredet als bloß etwas gesungen. Aber nun, die Leutchen unmittelbar neben ihm konnten es jedoch anscheinend nicht fassen, dass sie ihn, den Star, so nah zu Gesicht bekommen haben. Von daher durchaus eine coole Show-Einlage, die sich Jared jedoch eher von einem wie u.a. Lenny Kravitz abgeschaut haben dürfte (Anekdote, selber Ort, andere Zeit: erinnert euch an die Show von Lenny aus dem Jahre 1999 in der Sporthalle Hamburg).
In diesem Sinne: Massenunterhaltung wurde von 30STM durchaus geboten, nicht zuletzt mit der einzigen Zugabe „Kings and Queens“, bei der auch noch einige Fans auf die Bühne durften. Die waren sicherlich aus dem Häuschen.


Was bleibt also als Fazit eines „solchen“ Abends übrig?
Na ja, in gewisser Hinsicht hat man was gesehen und gehört, aber ein zweites Mal muss man es wohl nicht haben. Wenn dies der Anspruch einer Liveshow sein sollte. Daher gilt: CDs von 30STM durchaus TOP, Schauspielleistung von Jared ebenfalls TOP, aber Live als 30STM eher ein „Fl…“. Es sei denn, Jared wärmt seine Stimme vorher richtig auf und bietet zudem mehr Songs als bloß ein wohliges Miteinandergelaber. Denn Shannon, Tomislav und die Crew haben wirklich gut harmoniert und zusammen mit dem Bassisten auf der Bühne sehens- und hörenswert agiert. Es fehlt dieser Truppe an Professionalität bzw. mehr Liveerfahrung, wie ich vermute. Sie scheinen eher eine Open Air Band zu sein, den dort gehen solche (wichtigen) Feinheiten, wie hier nun festgestellt, meist eher unter.
















Setlist: 30 Seconds To Mars, Sporthalle Hamburg am 8.3.10 (ohne Gewähr):

Escape (Instr.)
Night Of The Hunter
Attack
Vox Populi
From Yesterday
A Beautiful Lie
This Is War
100 Suns
L490
Revenge (akustisch)
Hurricane (akustisch)
Was It A Dream? (akustisch)
The Kill
Closer To The Edge
Search And Destroy
Buddha For Mary
The Fantasy
Kings And Queens


...die restlichen Bilder dieser Show, wie immer unter "Galerie"



...die weiteren Termine von 30 Seconds To Mars in Deutschland für das Jahr 2010:
17.03. Berlin
21.03. München
15.06. Dortmund
16.06. Leipzig
22.06. Bielefeld

- sowie Rock am Rind und Rock im Park.
Quelle: http://www.mlk.com



Mein Dank geht an Frehn von der Karsten Jahnke Konzertdirektion sowie den netten Fotografensupport-Service-Typen:-)!

geschrieben am 11.03.2010   von Arturek
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