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Hell On Earth Tour 2010 in Faust - 60er Jahre-Halle, Hannover am 04.10.2010
Galerie Hell on Earth Tour 2010 zum Livereview anschauen!


Überpünktlich um 18:25 Uhr gings los mit den Franzosen von VERA CRUZ, die im Großen und Ganzen dem Sound einer Band wie EVERY TIME I DIE recht nahe kamen, sprich: Etwas chaotischer Hardcore mit Southern Rock-Einflüssen. Im Gegensatz zu den später noch aufspielenden Buffalorianern fehlte es den Franzosen aber noch deutlich an Souveränität und Bühnenerfahrung, sodass die teils arg gekünstelt wirkenden Showelemente (Gitarren werfen, ausgeflippt rumspringen etc.) lediglich dazu geeignet waren, von der doch recht belanglosen Musik abzulenken. Der sichtliche Enthusiasmus der Band wurde vom noch sehr distanzierten Publikum jedenfalls nicht erwidert.


Bei THICK AS BLOOD ging dann vor der Bühne erstmals der Punk ab. Die üblichen Selbstdarsteller und Jackie Chan-Fans traten auf den Plan und in den Nebenmann, während von der Bühne herab eher klassische Standards einer Hardcoreshow (Stagedives) gefordert wurden. Humorlos wurden dicke Grooves in TERROR-Manier mit stampfenden Beatdowns verschmolzen und ins verzückte Publikum gebolzt, das vereinzelt sogar textsicher am Bühnenrand klebte. Solider Gig der Band aus Miami und ein guter Anheizer für die folgenden Publikumslieblinge von DOWN TO NOTHING.

Die Band um Sänger David Wood, der ja bei TERROR die Bassistenposition innehat wurde von vielen Fans mit Spannung erwartet. Auch wenn die Band seit 2007 („The Most“) kein komplettes Album mehr rausgebracht hat, eilt den Jungs doch der Ruf einer hervorragenden Liveband voraus. Und tatsächlich kam an diesem Abend alles zusammen, was zusammen gehörte: Eine zugleich sympathische wie auch authentische Hardcore-Band, Hammersongs wie „Conquer the World“ oder „Well deserved“ und ein bombendicker Sound. Dass da selbstverständlich auch das Publikum abging wie die Sau versteht sich von selbst. Selbst eher metal-affine Individuen vor der Bühne schienen sichtlich angetan von der energischen Hardcore-Performance der Jungs aus Richmond.

Danach sollte es wieder metallischer werden. Die Slowmo-Düster-Metalcoreler von THE ACACIA STRAIN waren an der Reihe und hatten es nach dem sehr guten Gig von DOWN TO NOTHING etwas schwer. Zwar freuten sich einige Fans zu Beginn merklich die Band endlich mal live zu erleben und feierten den brutalen Sound auch zunächst heftig ab, nach drei, vier Songs schien aber selbst bei den hartgesottensten Fans die Luft raus zu sein. Die wenig variierenden Songaufbauten, der monotone „Gesang“ und die fehlende Abwechslung im Allgemeinen trugen offensichtlich dazu bei, dass sich bei den letzten Songs fast nichts mehr vor der Bühne tat. Auch wenn man die Band aufgrund Ihrer kompromisslosen und stumpfen Art schätzt, so muss man nach diesem Gig einräumen, dass diese Jungs nach all den Jahren nicht ganz zu Unrecht noch immer nicht zu den ganz Großen der Szene zählen.



Mit ALL SHALL PERISH wurde es dann noch einmal eine Spur heftiger und die Extrem-Metaller bzw. Deathcore-Fans sollten auf Ihre Kosten kommen. Es fiel allerdings auf, dass die auf den ersten beiden Platten noch vorherrschenden Gitarrenmelodien nicht so deutlich zur Geltung kamen wie sich das manch einer vielleicht erhofft hatte. So geriet der Gig zu einer extrem lauten, zwar technisch versierten, aber auch manchmal sehr wirren Breakdownorgie, die in „Wage Slaves“ ihren fulminanten Höhepunkt fand. Extrem, aber gut. Auch weil Sänger Hernan Hermida inzwischen durch seine wilde Haarpracht deutlich mehr hermacht als noch vor zwei Jahren.



Warum nun gerade die ebenfalls nicht gerade mainstreamkompatiblen EVERY TIME I DIE die vorletzte Position im Billing ergattern konnten, leuchtet mir zwar immer noch nicht so recht ein, die über weite Strecken des Auftritts ausgelassene Pit-Action, die souveräne Stage-Performance der abgedrehten Jungs und die allseits aufmerksamen Blicke im Publikum schienen dies aber irgendwo zu legitimieren. Schließlich haben die Jungs inzwischen auch schon 12 Jahre Bandgeschichte mit fünf Full-Length-Alben und unzähligen Livegigs auf dem Buckel. Die Band schien jedenfalls sehr positiv überrascht zu sein ob der zahlreichen enthusiastischen Reaktionen und dankten dies mit einem überzeugenden Hardcore-Auftritt der exotischeren Art.







Wenn es eine Band gibt, die neben HATEBREED maßgeblich dafür verantwortlich ist, dass Hardcore seit den 2000er Jahren eine Art Revival in der Metalszene erlebt, dann sind das wohl TERROR. Vergleicht man mal die letzten Outputs beider Bands haben die Mannen um Scott Vogel den Jungs von HATEBREED inzwischen sogar qualitaitiv den Rang abgelaufen. Dass auch live bei TERROR die Bühne bebt, ist kein Geheimnis und wird von der Band ein ums andere Mal bestätigt, so auch an diesem Abend in Hannover von der ersten bis zur letzten Minute. Wenn Feuerwerke wie „Overcome“, „One with the Underdogs“ oder „Always the hard way“ abgebrannt werden, bleibt kein Auge trocken. Auf der Bühne herrscht ständig Bewegung. Sei es durch die Band selbst (allen voran natürlich Scott Vogel) oder die von ihm hochzitierten Stagediver. Für den unbedarften Beobachter ist es einfach unmöglich von der Energie dieser Band nicht mitgerissen zu werden. Wenn dann auch noch der Sound so dermaßen drückend und klar aus den Boxen donnert wie an diesem Abend, muss man wieder einmal von einem Hardcore-Spektakel der Extraklasse sprechen. Und das war es - wenn es nach Vogel geht - sowohl für BEHEMOTH- als auch für YOUTH OF TODAY-Shirt-Träger.



















Fazit:
Durch die Durchmischung der verschiedenen Spielarten eine extrem kurzweilige Ausgabe des diesjährigen Hell on Earth-Festivals, auch wenn einem zwangsläufig nicht jede Band gefallen kann. Für mich aber nach wie vor eine super Sache für Leute, die Bock haben, mehr als drei Bands am Abend zu sehen. Für rund 20 Euro bekommt man sicherlich genug value for money.
















geschrieben am 10.10.2010   von Schneider
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