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Tiamat in Hannover, 60er Jahre Halle am 09.01.2005

Ich liebe Konzerte an Sonntagen. Wirklich. Nachdem man sowieso schon das ganze Wochenende durchgefeiert hat, gibt es ja wohl nichts sinnvolleres, als sich bei Schummerlicht und lauter Musik den letzten Rest zu geben. Der Chef dankt es einem am nächsten Morgen bestimmt. Tiamat sind auf jeden Fall Grund genug, diesen Leidensweg zu gehen. Natürlich hat man die Band während ihrer langen Karriere schon ein ums andere Mal gesehen. Das letzte Mal ist für mich jedoch einige Zeit her, und so habe ich mich ziemlich auf die Jungs aus Schweden gefreut. Zumal auch das Rahmenprogramm wahrlich nicht von schlechten Eltern war.
Den Anfang machten Sirenia aus Norwegen. Die Band um den Ex Tristania Streiter Morten Veland legte einen anständigen Auftritt vor und konnte sich somit bestimmt einige Sympathien sichern. Eingängiger Gothic Metal mit weiblicher Melodiestimme und männlichem Grunzer verdient sich wahrscheinlich keinen Kuriositätenpreis mehr. Dennoch wussten die zwei Musiker und ihre weibliche Frontfrau einigermaßen zu begeistern. Letztere übrigens nicht nur optisch. Mit der Stimme und in Sachen Bühnenpräsenz war Henriette durchaus auf der Höhe. Einen Tristania Song gab es meiner Meinung nach auch zu hören. Wetten würde ich darauf allerdings nicht, denn ich bin für diese Art von Musik wirklich kein Experte. Ein wenig fehlte mir bei dem Sirenia Auftritt der Schmiss. Vielleicht lag es am schwachen Sound, vielleicht am fehlenden Bass. Ein Tieftöner fehlte der Band nämlich quasi, kam wohl vom Band und trat nicht so wirklich in den Arsch.
Das besorgte dafür dann Hypocrisy Mastermind Peter Tägtgren mit seinem Ableger Pain. Optisch aufgemotzt durch zwei Schönheiten – die eine am Bass, die andere an der Gitarre – fegte Mister T. amtlich durch die Halle, geizte nicht mit Posing und machte so richtig Spaß. Die Techno Synthie Sounds geben live in Verbindung mit fetten Gitarrenriffs eine gefährliche Kombination ab und sorgen für ordentlich Krach. Warum die Dame rechts auf der Bühne allerdings unbedingt sechs Saiten an ihrem Bass haben musste, wird ihr Geheimnis bleiben. Wirklich benutzt hat sie die nicht. Highlights des Sets waren „Supersonic Bitch“, „Shut your mouth“ und natürlich „End of the line“. Zwei Neuvorstellung gab es zudem, von denen mir „Same old song” besonders gut gefiel. Machte auf jeden Fall Appetit auf mehr.
Warum Theatre of Tragedy noch existieren, ist mir ein echtes Rätsel. Diese Art von Musik müsste eigentlich völlig überholt sein. Und Theatre of Tragedy gehörten für mich noch nie zu den herausragenden Vertretern ihrer Szene. Dazu kamen wirklich unglückliche Veröffentlichungen und schließlich der Abgang von Frontfrau Liv Kristine, die sich inzwischen mit Leaves Eyes beschäftigt. Dennoch haben sich Theatre of Tragedy in ihrer Karriere eine scheinbar treue Fanbasis geschaffen, die an diesem Abend durchaus wahrnehmbar vertreten war. Naja, immerhin gehört diese Band zu den Pionieren ihrer Zunft, und das wollen wir doch nicht so ganz unter den Tisch fallen lassen. Sie haben sich den Platz oben auf der Bühne sicherlich verdient. Vielleicht stellt diese Tour ja sogar einen Neuanfang dar. Die Publikumsreaktionen waren jedenfalls passabel. Die neue ins Korsett geschnürte Stimme nennt sich Nell und machte ihren Job gut. Dem Metalglory Redakteur war es gleich, kann er doch mit dieser Band nicht ganz so viel anfangen. So machte ich es mir am Bierstand gemütlich, genoß mit „Loreley“ einen der beiden ToT Songs, die ich kenne und stellte am Ende des Gigs erfreut fest, dass der andere fehlte.
Bei Tiamat fiel mir dann mal wieder auf, wie viel es ausmacht, wenn der Headliner vom besten Sound des Abends profitiert. Pendelten die Vorbands zwischen lauem Lüftchen und gemütlichem Sonntag Abend Metal, sorgten Tiamat für gewaltigen Wind. Endlich hämmerte die Bass Drum, endlich rockten die Klampfen durch meine schon ziemlich müden Ohren. Tiamat waren bester Laune und spielten einen wirklich furiosen Gig. Highlight waren natürlich alte Stücke wie „Whatever that hurts“, „In a dream“ oder „Gaia“. Doch auch die neuen Songs wurden, wie Johan bereits im vorangehenden Interview angekündigt hatte, dankbar vom Publikum angenommen. Erwähnenswert hier wohl in erster Linie der Überhammer „Cain“ und „I’m in love with myself“. Klasse Vorstellung, Männer. Gegen Ende wurde es mit „Sleeping beauty“ dann noch einmal richtig gemütlich auf der Bühne, als so manche(r) Musiker(in) der Vorgruppen die Bühne betrat und mit den sichtlich gut aufgelegten Schweden durch die Nacht rockte. Ein recht kurzer, aber mitreißender Auftritt. In dieser Form möchte ich Tiamat bitte schön noch ganz oft erleben dürfen.







geschrieben am 11.01.2005   von Christian
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