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Napalm Death, Immolation, Macabre, Waking The Cadaver in Hannover - Bei Chez Heinz am 08.11.2010


Bei Chez Heinz in Hannover sollte eigentlich beste Club-Atmosphäre herrschen. Liegt die Location doch im Keller des hannoverschen Fössebades im Stadtteil Limmer und sollte daher mit seinem Jugendclub-Flair wie geschaffen für ein Underground-Spektakel im Wortsinne sein. Mit Napalm Death, Immolation und Macabre geben sich an diesem Montagabend gleich drei musikalische Veteranen der Grindcore und Death Metal-Szene die Ehre.
Zusammen mit den Death-Core Newcomern von Waking The Cadaver kommt dieses Brutalo-Package locker auf über achtzig Jahre Musikgeschichte, das Chez Heinz ist dementsprechend gut gefüllt und das Publikum dem Billing entsprechend bunt gemischt.

Man sollte meinen, bei einer solchen Konstellation steht einem gelungenen Abend nichts im Wege, wären da nicht die absolut unwürdigen Rahmenbedingungen in Sachen Sound und Licht. Egal wer die Verantwortung für diesen desaströsen Veranstaltungs-Background trägt, es ist sowohl für die Bands wie für die Fans eine Frechheit, einem bei 20 Euro Abendkasse einen größtenteils undefinierbaren Soundklumpen um die Ohren zu schmeißen. Steht man im vorderen Getümmel hat man lauten undefinierbaren Krach, steht man weiter hinten lauscht man leisem undefinierbarem Gedröhne. Dazwischen gibt es nichts. Und die vorhandene Lichtanlage hätte man durchaus durch eine Wohnzimmer-Stehlampe ersetzen können. Sie hätte das Bühnenbild konzeptionell wohl am würdigsten abgerundet.

Bei meinem Eintreffen beendet das Quintett WAKING THE CADAVER aus New Jersey, welches technischen Brutalo Death-Grind mit Hardcore-Wutausbrüchen verbindet, gerade einen scheinbar ordentlichen Gig, zumindest wenn man den Reaktionen des Publikums glauben schenken darf.




MACABRE krönen das Desaster aus nicht vorhandener Lichtshow und breiigem Sound, bei denen man sich im Reich der Murder Metal-Könige schon sehr genau auskennen muss, um das eine oder andere Highlight heraus hören zu können, mit einer absolut lustlosen, stocksteifen und langweiligen Performance. Das macht nicht gerade Appetit auf das kommende Album „Grim Scary Tales“...




IMMOLATION schaffen es danach erstmals, einen Großteil des stickigen Clubs in Wallung zu bringen, überzeugen durch eine engagierte Performance, viel Freude und Leidenschaft. Darüber hinaus schaffen sie es, ein Mindestmaß an Differenziertheit über die PA zu transportieren, welche erstmals richtige Strukturen zweifellos komplexer Arrangements hörbar werden lassen, wenn auch viel zu leise. Dennoch, die Amis erobern das Chez Heinz im Sturm und lassen sich am Ende ihres Sets zu Recht feiern und den Wunsch nach Zugabe leider unerfüllt.



NAPALM DEATH sind ein absolutes Phänomen. Nach fast 30 Jahren Bandhistorie vereint dieses musikalische Kollektiv Punk, Grindcore, Death Metal und Hardcore immer noch zu einer wahnsinnigen Urgewalt und mit dieser eine mittlerweile szene- wie generationenübergreifende Fanschar. Stilistisch ist man unnachgiebiger den je und auch live entfachen Barney Greenway, Shane Embury, Jessy Pintado und Danny Herrera immer wieder einen unzähmbaren Orkan.



Und so frisst man den Veteranen dann auch von der ersten Note an aus der Hand. Napalm Death treten das Gaspedal komplett durch und prügeln sich durch ihre lebendige Geschichte. Es wird gebangt, gepogt, gedivt und dem Ausdruckstanz gefrönt. Die Backliner haben alle Hände voll zu tun, um das Equipment vor größerem Schaden zu bewahren. Napalm Death treiben sich und das Publikum an ihre Leistungsgrenze und weit drüber hinaus. Neben den bewährten Standards werden an diesem Abend auch ein paar lange nicht gespielte Klassiker wie „Greed Killing“ oder „I Abstain“ und „The World Keeps Turning“ vom lange missachteten „Utopia Banished“-Album gewürdigt. Bei soviel Spielfreude gerät der miese Sound fast in Vergessenheit und dennoch bleibt am Ende ein zwiespältiges Fazit und die Frage, wer für diesen „unterirdischen“ Sound verantwortlich ist? Die Akustik der Räumlichkeit, die Tontechniker, die PA, der Lichtmann oder der Gasmann...? Ich werde mal den Bademeister befragen...

geschrieben am 14.11.2010   von Jens
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musikalischer Background des Verfassers
Punk, Metal, Black & Death Metal... Heute höre ich alles, sofern es mich in irgend einer Art und Weise berühren kann...
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