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New Model Army 30th Anniversary Show in Köln, E-Werk am 20.-21.11.2010
Galerie New Model Army 30th Anniversary Show zum Livereview anschauen!

NEW MODEL ARMY, fester Bestandteil der Independent Bewegung feiern ihr dreißigjähriges Bestehen! – Grund genug für die sympathischen Engländer um Frontmann Justin Sullivan mit den Fans eine zünftige Geburtstagsparty zu feiern. An zwei Tagen war das Kölner E-Werk Schauplatz der Geburtstagssause. Wie zu erwarten waren beide Tage restlos ausverkauft, was die zum Teil horrenden Fangebote für die vereinzelt vor der Halle angebotenen Karten am Samstag zu erklären vermag. Das alleine zeigt, welchen Stellenwert die Indie Modell Armee auch heute noch besitzt.
NEW MODEL ARMY haben stets gehaltvoll Kritik geübt (u.a. an Thatcher und Reagan), und sich dabei stets ihre Unabhängigkeit bewahrt und niemandem angebiedert; Auch wenn der Weg danach noch so unbequem gewesen sein mag. Genau deshalb sind sie Kult und immer noch eine tragende Säule der Indie Bewegung. Genau deshalb können sie Stolz auf 30 Jahre Bandgeschichte zurückblicken. Genau deshalb feiern wir mit ihnen Geburtstag.
Und diese Party sah dann wie folgt aus:


Samstag, 20. Nov. 2010
Eine lange Schlange vorm Kölner E-Werk kündigte an das es voll werden sollte an diesem Abend. Klar, NEW MODEL ARMY hatten im Vorfeld durchsickern lassen was die Fans erwartet. Eine zweistündige Reise quer durch alle Schaffensphasen der Band.
Das sich das die wenigstens Fans entgehen ließen war klar.Der Einlass musste mit Geduld genommen werden. Denn jeder Pressevertreter war angehalten (in Köln wohl obligatorisch) fünf Euronen für einen ausgeschriebenen guten Zweck abzudrücken. Wurde von uns auch gerne bezahlt, aber manch anderen auswärtigen Pressevertreter animierte dieser „schockierende Umgang mit der Presse und dreiste Abzocke“ zu völlig überflüssigen Diskussionen. Dabei war das totale Gegenteil der Fall: Fans und Presse wurden von allen Mitarbeitern sowie der kompletten Security stets äußerst höflich und zuvorkommend behandelt und trugen viel zur entspannten Atmosphäre bei. Kritik ist da völlig Fehl am Platz. Wir erlitten unseren ersten – aber Gott sei Dank einzigen - Schock des Wochenendes hingegen beim Biercheck. Plörriges Kölsch oder ungenießbares Pils bot die Karte. Die Wahl zwischen „Deubel und Duewel“ war wahrlich keine einfache für Pilsverwöhnte Nordlichter. Aber Glücklicherweise ließen NEW MODEL ARMY nicht lange auf sich warten, so dass weitere Schädigungen der Gesundheit (vorerst (-: ) ausblieben.



Justin Sullivan betrat nämlich pünktlich um 20 Uhr mit Akustikklampfe bewaffnet allein die Bühne und eröffnete den Reigen von 29 (!) Songs an diesem Abend mit der Unplugged Version von ’Better than them’ Auch die kommenden acht Songs wurden als Unplugged Akustik Version dargeboten. NEW MODEL ARMY supporten NEW MODEL ARMY! Nicht neu, aber nicht minder effektiv. Eine coole Lichtshow und der extrem gute Sound sorgten dann schon während der Dreiviertelstunde „Warm Up“ für eine gediegene, familiäre Atmosphäre. Songs wie ’Higher Wall’ oder ’Space’ haben auch in dieser etwas ungewöhnlichen Form ihren Charme und wurden vom begeisterten Publikum abgefeiert. Kleiner Wehmutstropfen für alle Die Hard Fans: Justin Sullivan musste alle Mundharmonika Parts (wie auch später bei Poison Street) selbst übernehmen, da Mark Feltham leider die Kontinentaleuropäischen Gigs nicht mitspielen konnte.


Danach eine kurze Pause. Mit ’Over the Wire’ steigen NEW MODEL ARMY dann in die zwei Stunden des regulären Sets ein. Auch hier ist die Lichtshow perfekt der Sound oberamtlich. So wird schon der erste Abend zu einem Erlebnis. Und vor allem tobt vor der Bühne ausgelassen der Partywillige Mob. Die Temperaturkurve im E-Werk steigt wie die Stimmung merklich. Denn schon mit dem darauf folgenden ’Vengeance’ greift man gleich tief in die Mottenkiste, und lässt alle anwesenden feiern. Die ersten Fans lassen sich bereits jetzt von umstehenden tragen und performen sozusagen stehend Over the Crowd . Der Titeltrack des aktuellen Longplayers dreht dann die Schleife in die Gegenwart. Aber bereits hier ist klar, NEW MODEL ARMY haben das E-Werk vollends in ihrer Hand. Da kann auch ein aufgrund einer leichten Erkältung nicht In absoluter Höchstform agierender Justin Sullivan nichts mehr falsch machen. Vermutlich hätte er auch seinen Stimmbändern eine Auszeit gönnen können, und die textsicheren Fans hätten einfach selbst gesungen.
Hat er aber nicht, vielmehr sucht er immer wieder die Kommunikation mit dem Publikum, kündigt weitere Klassiker und neueres Material wie ’A Liberal Education’ oder ’Orange Tree Roads’ mit gewohnt kritischen Worten oder Anekdoten geschmückt an.
Relativ früh im Set platziert findet sich auch der Hit aller Hits: ’51st State’ bringt das Publikum im E-Werk endgültig zum ausrasten. Das folgende ’Mambo Queen of the Sandstorm City’ führt die Party nahtlos weiter dem Höhepunkt entgegen. Der wird dann mit den Klassikern ’White Coats’ und ’Green and Grey’ erreicht, wonach sich die Band nach einem kunterbunten Querschnitt durch die Bandhistorie vorerst verabschiedet.

Aber wer glaubt, die Engländer hätten ihr Pulver bereits verschossen wurde eines besseren belehrt. Zweimal werden NEW MODEL ARMY auf die Bühne zurückbeordert. Zweimal beweisen sie, dass sie mit Überraschungen nicht geizen. ’Brother’ ist im Gegensatz zu ’225’ sicher nicht der häufigste Gast auf der Setlist. Aber mit dem finalen Doppelschlag ’Poison Street’ und dem wohl von den wenigsten erwarteten ’Betcha’ setzen ein mittlerweile doch ziemlich geschaffter Justin Sullivan und seine Bandkollegen ein oberamtliches Ausrufezeichen unter diesen Auftritt! Insbesondere letzterer Song wird dabei derart abgefeiert, dass die Rufe nach einer weiteren Zugabe noch lange nach den letzten Klängen nicht verhallen wollen.
Aber der erste Abend war mit ’Betcha’ beschlossen, sodass sich die anwesenden glücklich und zufrieden nach Hause aufmachen konnten.


Sonntag, 21. Nov. 2010
Nachmittags hieß es für uns mit Justin Sullivan die dreißigjährige Historie von NEW MODEL ARMY ausführlich zu beleuchten. Den Siebzig Minütigen Interviewmarathon mit dem sehr Auskunft und Redefreudigen Frontmann findet ihr in Kürze auf unserer Seite.
Man durfte auch gespannt sein, was NEW MODEL ARMY an diesem Abend bieten würden. Doppelt würden keine Songs gespielt, soviel war klar und Justin Sullivan hatte uns am Nachmittag schon erzählt, das der zweite Abend aus seiner Sicht der bessere sei und wir alternden Säcke sicher unseren Spaß an der Show haben würden. Recht sollte er behalten, denn der Fokus lag deutlich stärker auf älteren Songs.


Vor der Show dann das gleiche Bild wie am Vorabend. Die „Geburtstagsgäste“ harrten mit englischer Gelassenheit, sprich Schlange statt Rudelbildung, der unkomplizierten Einlasshürde. Das Bühnenbild war unverändert, Licht und Sound Verhältnisse ebenfalls wie wir im Verlauf des Abends zufrieden feststellen durften. Die Rahmenbedingungen waren also sehr vielversprechend. Blieb einzig die Frage, ob Justin Sullivan wieder etwas fitter sein würde als am Vorabend. Die während des Interviews überreichte Apothekentüte schien aber Wirkung zu zeigen, denn während der Show war er an diesem Abend wieder ganz der Alte. Gut Gelaunt, Sehr agil und verdammt gut bei Stimme präsentierte er sich während der zweiten Show in Köln. Aufgrund von leichten Erkältungen wurden schon ganze Touren gecancelt, aber nicht so bei NEW MODEL ARMY.

Die legten auch an diesem Abend mit leichter Verspätung den Grundstein mit einer Dreiviertelstunde Unplugged. ’Heroes’ ist ein cooler Auftakt, wobei das a capella dargebotene ’Another Imperial Day’ sicher schon ein Highlight des Abends darstellte. Aber auch ’You Weren't There’ bei dem Justin einmal mehr selbst zur Mundharmonika greift ist in der Unplugged Version ein sehr intensives Erlebnis.

Danach kurz Zeit um den völlig überfüllten Raucherbereich heimzusuchen. Pünktlich zu den einleitenden Klängen von ’Island’ sind wir zurück in der sehr wohlig temperierten Halle. ’Christian Militia’ sorgt im Anschluss ähnlich wie ’Vengeance’ für eine Zeitreise in die Anfangstage der Band und wird gehörig gefeiert. Die Lightshow ist gediegen, der Sound Fett und NEW MODEL ARMY in Höchstform. Das Stageacting wirkte im Vergleich zum Vortag deutlich ausgeprägter, was sich in einer blendenden Publikumsresonanz niederschlägt. Selbst als man mit ’Carlisle Road’ ruhigere Töne anschlägt ist die Party vor der Bühne kaum zu (s)toppen. Aber die Highlights sollen ja noch folgen. Den Auftakt zum Hitreigen macht das geniale ’The Hunt’ bevor ’Red Earth’ mit seinen kritischen Lyrics und den afrikanischen Percussion für nachdenkliche Momente sorgt. Danach lassen es die Engländer aber endgültig krachen und starten fulminant mit ’Get Me Out’ in den Schlußteil. Und als die ersten Akkorde von ’Vagabonds’ erklingen, gibt’s in der Halle kein halten mehr. Partystimmung allerorts und Sauna ähnliche Temperaturen – Great!
Leider blieb auch der Platz an der Violine leer da Ed Alleyne-Johnson, der einst für die schaurig schöne ’Vagabonds’ Melodie sorgte, erst zum London Gig zur Band stoßen konnte. Schade, aber auch so wurde der Song zum Triumphzug und vorläufigen Höhepunkt. Getoppt wurde die Darbietung dann nur von einem genialen ’Here Comes the War’ bei dem die ganze Halle den Refrain herausschrie und einer Extended Version von ’Purity’. ’No Rest’ beendet dann den regulären Set und als kurz die Lichter der Halle aufflackern blickt man in allseits glückliche Gesichter.

Aber der Abend war hiermit noch nicht zu Ende. ’Marrakesh’ läutet den Zugabenteil ein, der mit ’Wired’ und ’Stupid Questions’ mächtig rockend zum Finale bläst. Danach lassen sich die Herren Sullivan, Dean, White, Gill und Nelson erstmal mit einem Happy Birthday Geburtstagsständchen feiern, bevor das wirklich finale ’I love the World’ das grandiose Wochenende mit NEW MODEL ARMY für uns beschließt. Aber ein Versprechen von Justin Sullivan gab’s zum Schluß dann doch noch: bereits jetzt lädt er alle zum Vierzigsten Jubiläum ein und mit einem Augenzwinkern stellt er bis dahin 14 weitere Alben in Aussicht...

57 Songs an zwei Tagen! – 57 Songs die bewiesen das NEW MODEL ARMY noch lange nicht zum alten Eisen gehören. Das haben sie mit ihrer Performance im Rahmen der 30th Anniversary Shows eindrucksvoll bewiesen. Die Band ist Live immer noch eine Macht. Wohl auch wegen eines überaus charismatischen Frontmanns Justin Sullivan der mit seinen tiefgreifenden Lyrics und seiner künstlerischen Kreativität auch Anno 2010 den Nerv der Fans trifft. Das haben NEW MODEL ARMY mit den beiden Auftritten in Köln an diesem Wochenende mehr als eindrucksvoll untermauert. Und wir warten gespannt auf die angekündigte Geburtstagssause zum Vierzigsten....
Happy Birthday NEW MODEL ARMY! – Auf die nächsten Zehn Jahre.


Setlist Samstag, 20.11.2010
Part I

1. Better Than Them
2. Turn Away
3. Dawn
4. Higher Wall
5. Drummy B
6. Space
7. Fate
8. Courage
9. Blue Beat
Part II
10. Over the Wire
11. Vengeance
12. Whitelight
13. Drag It Down
14. Wonderful Way To Go
15. Today Is a Good Day
16. A Liberal Education
17. Flying Through the Smoke
18. No Sense
19. 51st State
20. Mambo Queen of the Sandstone City
21. Orange Tree Roads
22. High
23. White Coats
24. Green and Grey
----------------------------------
25. These Words
26. Brother
27. 225
----------------------------------
28. Poison Street
29. Betcha

Setlist Sonntag, 21.11.2010
Part I

1. Heroes
2. Snelsmore Wood
3. Ballad of Bodmin Pill
4. Another Imperial Day
5. You Weren't There
6. Love Songs
7. The Attack
8. Modern Times
9. Ocean Rising
Part II
10. Island
11. Christian Militia
12. Long Goodbye
13. Falling
14. One of the Chosen
15. Carlisle Road
16. The Hunt
17. Red Earth
18. Get Me Out
19. Vagabonds
20. Knife
21. Autumn
22. Here Comes The War
23. Purity
24. No Rest
----------------------------------
25. Marrakesh
26. Wired
27. Stupid Questions
----------------------------------
28. I Love The World



geschrieben am 07.12.2010   von Blizzard
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