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Nile - Those Whom The Gods Detest Tour 2011 in Hannover, Musikzentrum am 16.02.2011

Am 16. Februar gab es im Rahmen der „Whom the Gods Detest Tour Part II“ im Musikzentrum Hannover wieder die volle Dröhnung Death Metal. Mit Melechesh, Dew-Scented, Zonaria und Darkrise haben Nile ein Monster Package im Gepäck um ihre Death Metal Abrissbirne im Musikzentrum Hannover entsprechend zu präsentieren. Aber der ganz große Abend wie 2009, als sie das Hannoveraner Veranstaltungszentrum förmlich in Schutt und Asche legten wurde es diesmal nicht. Etwas gemäßigter ging es dann schon zu....

Die Schweizer Death Metal Formation Darkrise hat es an diesem Abend schon recht schwer. Zum einen ist es noch verdammt früh, als die Band auf die Bühne muss, weshalb auch noch nicht sehr viel los ist, andererseits wirkt der Sound zunächst recht zerfahren, womit dann auch die spieltechnisch interessante Marschrichtung á la Monstrosity etwas auf der Strecke bleibt und die Band eher "nur" an Cannibal Corpse erinnert. Dennoch ein guter Einstieg, wenn auch leider nicht viel umfeiert.

Der Melodic Death Metal ist einfach nicht totzukriegen. Etwas nervig erscheint die Mischung aus In Flames und Hypocrisy, welche die schwedische Band Zonaria an den Tag legt, schon. Jedenfalls wirkt das alles wenig deftig, geschweige denn sonderlich spannend. Dabei kann einem die an sich motivierte und spielfreudige Band schon ein wenig leid tun. Doch was hilft das, wenn man seine Musik als Death Metal anpreist, der Hörer aber grundsätzlich nichts davon spürt, was die Musik eigentlich ausmachen sollte. Statt tosendem Gekloppe gibt es Midtempolastige und melancholie Schmachtfetzen. Irgendwie passt das nicht so recht in die Stimmung des Abends. Immerhin haben so nicht wenige Anwesende noch einmal die Gelegenheit eine Raucherpause einzulegen, bevor es kraftvoll weiterdonnert.

Obwohl die norddeutsche Thrash Formation irgendwie auch schon mal - jedenfalls mehr oder minder - aufgelöst war, ist Dew Scented aus der Szene kaum noch wegdenkbar. In den letzten bald 20 Jahren des Bestehens veröffentlichte die Band eine Riege an kleinen Klassikern, denen man sich nur schwer entziehen kann, auch wenn man eigentlich gar nicht so unbedingt auf technisch versierten, teils auch maschinell-unterkühlten Thrash mit der ein oder anderenDeath Metal Nuance steht. Zwar kenne ich ihre Alben seit "Ill-Natured" - vor allem auch wegen der gottgleichen Coverversion des Sacrifice Klassikers "Apocalypse Inside", so wirklich beeindrucken wollte mich die Band erst im Jahr 2007 auf Tour mit Coldworker und Misery Index (seinerzeit geschehen in der Glocksee / Hannover). Obwohl die Band sichtbar gezeichnet von den Tourstrapazen scheint - laut Frontmann Leif sogar auf dem letzten Loch pfeift, zeigt die Truppe dennoch ordentlich Spielfreude und hämmert sich selbstbewusst und sympathisch durch einen schönen Set, in dem Songs wie "Soul Poison" oder "Rituals Of Time" nicht fehlen dürfen. Die Mission, das mittlerweile gut gefüllte Musikzentrum ordentlich auf Melechesh und Nile einzutrimmen, kann man als überaus gelungen bezeichnen.

Die Israeli-Black Metal Combo Melechesh ist in der Szene längst Kult. Ich persönlich muss zugeben, sie kürzlich erst so richtig wahrgenommen zu haben. Dementsprechend hoch sind jedenfalls meine Erwartungen gesteckt, denn Alben wie "Sphinx" oder "Emissaries" tauchten von heut auf morgen in meiner eher dünn besiedelten Black Metal Hall Of Fame auf und konkurrieren seitdem mit Emperor's seligem "Anthems To The Welkin At Dusk" um die Krone der originellen Spielweise. Dass diese Band Nile als Co-Headliner supported ist wenig verwunderlich: Der orientalische Einschlag im Songwriting kommt bei Melechesh mindestens ebenso episch ausgewalzt, herkunftsmäßig sogar noch authentischer rüber. Das beweist die Truppe auch auf der Bühne, wenn auch mit etwas matschigem Sound. Die Offbeatlastigen Songs gehen auf jeden Fall mächtig in die Knochen. Man hat es schwer bei Songs der Marke "Deluge Of Delusional Dreams", "Tablets Of Fate" oder "Triangular Tattvic Fire" still stehen zu bleiben. Mitreißend und beschwingt kommt die Mucke rüber und das trotz düsterem Black Metal Gewand. Die ausgelassene Partystimmung rundet die Band nach einer knappen Stunde mit dem Überhit "Rebirth Of The Nemesis" ab, dessen Ausklang diverse vermummte Mitglieder der anderen Bands mit dem Malträtieren des Nile'schen Drumkits mehr oder minder "versauen". Kurzum: Geile Band, geile Show!

Seit Mitte der Neunziger machen Karl Sanders und seine Death Metal Ägyptologen Nile die Welt unsicher. Seit jeher gibt es von ihnen derbstes Vollgasgeknüppel und orientalische Tonleiterarien in Perfektion zu bestaunen und das sowohl in der Konserve als auch live. Zuletzt konnte man sich vor etwas über einem Jahr von der Klasse dieser Band überzeugen; setzte sie imerhin dem brasilianischen

Todestrio Krisiun noch ganz gewaltig einen drauf. Die Umstände waren seinerzeit fast die selben. Es war arschkalt draußen und fand ebenso im Musikzentrum statt. Einzig die berüchtigte Kondensflüssigkeit, die schön schmierig von der Decke tropfte, bleibt heute aus. Durfte man Ende 2009 noch über die Livetauglichkeit des ebenso in diesem Zeitraum veröffentlichten "Those Whom The Gods Detest" Longplayer staunen, so wirken Songs heute schon regelrecht vertraut. Dementsprechend legen Nile mit "Khafir" souverän los, gehen heute aber eher den epischen Weg anstatt wie letztmalig eine Monstersetlist vorm gehörnten Herrn herunterzuknattern. Schade, aber auch die vertrackteren Nummern wie "Sacrifice Unto Sebek" oder "Those Whom The Gods Detest" werden von den Fans dankend abgefeiert. Ein erneutes Lehrstück in Sachen musikalischer Spieltechnik und Geschwindigkeit bleibt trotz spätem Einsatz eines "Black Seeds Of Vengeance" dennoch aus, zumal der Sound bisweilen arg verwaschen rüberkommt.

Total geil war halt gestern, denn wirklich spektakulär ist es diesmal nicht gewesen. Vielleicht war auch nur der Co-Headliner des Abends der eigentliche Hit. Man weiß es nicht. Aber insgesamt konnten die Fans zufrieden nach Hause gehen.

Der Bericht wurde von Host_Sergio und Blizzard verfasst.













geschrieben am 23.02.2011   von Blizzard
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musikalischer Background des Verfassers
NWOBHM; Thrash- / Speed- / Power- / US- / Death- / Doom / Stoner Metal ; Glam / Classic/ Hard Rock & Sleaze,
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