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David Garrett in TUI Arena in Hannover am 18.05.2011
Galerie David Garrett "Crossover Tour 2011" Hannover zum Livereview anschauen!

Ausverkauftes Haus in der TUI-Arena in Hannover. Und dies auch noch beim 2011-Tourauftakt als auch der Tatsache, dass David Garrett samt Gefolge kürzlich im Oktober 2010 am gleichen Ort sein Bestes der „Crossover“-Tour gab. Auch damals war die Arena „ausgebucht“.

Tourauftakt hat sehr oft seine Tücken. Die Mannschaft muss sich einspielen, das Licht muss trotz vieler Probeläufe doch hier und da noch auf die Sekunde genau angepasst werden usw. Doch von irgendwelchen Macken oder eben kleineren Problemen hat man in Hannover nicht wirklich viel mitbekommen. Zumindest nicht in der ersten Hälfte, der knapp 130-minütigen Show der Superlative!

Natürlich wird es einigen ungewohnt vorkommen etwas über David Garrett bei metalglory.de zu lesen. Doch seien wir mal ganz ehrlich. Der Typ sieht nicht nur nach „Metal/Rock“ aus, der schnellste Geiger der Welt ist der pure Rockstar! Wer Songs wie u.a. „Smells Like Teen Spirit“, „Kashmir“, „Rocking All Over The World“ oder „Master Of Puppets“ auf diese Art und Weise „performt“, darf einfach von der Rock-/Metalgemeinde nicht als „nur“ der Mädchenschwarm oder lediglich der beste Geiger dieser Generation abgestempelt werden. Man muss es miterlebt haben, welche Perfektion, Vielfalt, Gefühle und Power in diesen Versionen stecken. Was dieser Herr aus seiner Violine rausholt, ist nicht von "dieser Welt". Und das alles in Verbindung mit der Lichtshow, den Effekten, dem ordentlichen Sound und der Verschmelzung zwischen seiner Band, dem Orchester und der Unterhaltung zum Publikum, unbeschreiblich.




Die Kombination von knallharten Rocksongs und Klassik gelingt derzeit keinem anderen besser. Es überrascht daher nicht, dass David Garrett die Massen anzieht. Dabei kann man getrost davon sprechen, dass er Menschen zwischen 7 und 77 Jahren unterhalten kann. Und wer kann das sonst von sich behaupten? Okay, Lemmy mit Motörhead hat auch eine Bandbreite, vielleicht 12 bis 66, letzteres auch schon dem eigenen Alter geschuldet. Doch Lemmy ist nicht mit David vergleichbar. Aber würde irgendjemand einem wie André Rieu zuhören, wenn dieser „Master Of Puppets“ nachspielen würde???

20:00 - los ging es mit dem Nirvana-Klassiker, bei dem David aus dem Publikum heraus zur Bühne stolzierte. Die Nähe zum Publikum war mit diesem Schachzug schon gegeben. Und jetzt merkten die, sagen wir mal, eher älteren im Publikum wie heftig doch so ein Song mit einem Orchester, einer Band und eben der Violine dargeboten werden kann. Staunende Gesichter. Die angenehme Lautstärke in der ersten Hälfte des Sets war dann schon eher als eine Art Respekt vor dem Auditorium zu werten.
Es folgte „Beethovens 5. Symphonie“. Ein Ohrenschmaus, sage ich euch. Doch viel uninteressanter wurde es nicht, als „Bolero“ von Maurice Ravel und Paul McCartneys „Live And Let Die“ folgten. Über die gelegentlichen störenden Geräusche am Mikro sah und hörte man einfach hinweg. Zu bombastisch wirkte diese Show, um sich mit solch kleinen Mankos zu beschäftigen. Die gesamte Mannschaft schien in ihrem Element zu sein. Obwohl die riesige Bühne hier und da fast schon klein wirkte, in Anbetracht des großen Orchesters, der Band und eben des Stagequipments mit Mülltonnen, Kanistern, Hydranten, Straßenleuchten etc.
David hatte auch so sofort „sein“ Publikum auf seiner Seite. Zwar sind seine Bemerkungen und Geschichten zwischen den Songs lustig und unterhaltsam, aber er wirkte noch hier und da irgendwie verunsichert. Er schaute öfter mal einfach nur nach unten und suchte nach den richtigen Worten. Absicht oder Unsicherheit? Jeder kann es für sich selbst gern beantworten. Ich sage: Künstler eben. Sein charmantes Lächeln und dieses unschuldige Wirken passen einfach zusammen.

Nach einer guten Stunde Spielzeit, wobei ein Michael Jackson-Medley und „Walk This Way“ von Aerosmith die letzten Songs darstellten, durfte man sich für eine halbe Stunde stärken und die ersten Eindrücke erstmal sacken lassen. Das war auch von nöten, schließlich kann so eine Show den ein oder anderen schon die Konzentration kosten.




Die restlichen 80 Minuten der Show wurden dann mit Toto als auch Filmsoundtrack „Fluch der Karibik“ eingeläutet. Das erste Highlight war dann die Vermischung zwischen Vivaldi und dem U2-Stück „Vertigo“. Als aus dieser melancholischen Ebene der heftiger Knall mit den Gitarren und dem Schlagzeug dazu stießen, dürfte es normalerweise kein Halten auf den Sitzplätzen gegeben haben. Auch wenn „Asturias“ wiederholt werden musste, da Mikrofone ausgefallen sind, war es ebenfalls kein Beibruch. Eher ein typischer Tourauftakt eben. So etwas lässt den Star nicht kalt. Wie eingeplant wirkte seine freundliche Geste, die Zeit zwecks -Behebung des Problems- mit einem Stück von Johann Sebastian Bach zu füllen; solo natürlich. Dabei avancierte gerade dieses Stück mit zu den absoluten Höhepunkten des Abends. Und nur aufgrund dessen, mag ich nun behaupten, dass gerade deswegen ein „Problemchen“ herangekarrt worden ist. Ob nun wirklich improvisiert oder eher als Gimmick geplant, es war allemal genial. Wunderschön. Und mir schien, so sahen es auch die gut 11.000 im Publikum, sofern man das dem Applaus nach urteilen kann.

Dann schwebte der Garrett mal in der Luft über den Fans und setze sich, natürlich weiterspielend, ins Publikum. Erzählte munter seine Geschichten aus dem Leben eines Rockstars samt seinem Manager & Co. „On The Road“. Seine Beiträge könnten auch in einer Comedyshow für Furore sorgen. Für den Stil hat er sich sicherlich auch mal etwas von Rüdiger Hoffmann abgeschaut.

Es folgte eine reine Bandperformance von AC/DCs „Whole Lotta Rosie“. Auf eine Art und Weise, die seines Gleichen sucht. Metal-Power trifft auf Rock-Klassik. Jetzt wurde es so richtig laut, d.h. etwas für die „Metalohren“ und daher einige der Metalfans, die sich auch an diesem Abend hier in der TUI-Arena „verirrt“ haben mögen. Unfassbar, dass bei diesem Stück ein Piano das gewisse Etwas hervorbringen kann.
Die restlichen Songs, ob Klassik oder Rock, waren nicht minder unterhaltsamer, sehens- und hörenswerter. Ob nun „Kashmir“ oder das powergeladene „Master Of Puppets“, welches an diesem Tag wohl die meisten Pyroeinsätze einheimste. Man merkte bei einigen im Publikum, sie spüren Angst und Bange beim Metallica-Stück. Es kam einigen zu lang vor. Aber es war genau richtig. Ich wünschte sogar viel mehr davon (in eigener Sache: wie wäre es mal, wenn Garrett mal Slayer, Celtic Frost oder System of a Down performen würde!? Eine interessante Idee oder?!).

Der etwas einfacher Rock wurde nun auch zelebriert und diesmal in der Darbietung des Status Quo-Songs, samt vergleichbarer Stageacting-Nachahmung, „Rocking All Over The World“ und den passenden Bildern auf der Leinwand.
Als Zugabe gab es noch "Csardas" von Monti und das wunderbar geniale „Hey Jude“ der Beatles. Das Publikum natürlich mit zum Singen aufgefordert. Ich habe es immer noch in den Ohren: „…naaaaa, naaaaaa, naaaaa, na, na, na, naaaaaaaa, na, na, na, naaaaaaa, Hey Jude…“






Fazit: Phänomenal!
Energiegeladene Show zwischen Rock, Metal und Klassik mit einem besonders charismatischen jungen Weltklasse-Geiger. David Garrett hat den richtigen Zeitpunkt abgewartet und er schwimmt seit einigen Jahren -vollkommen zu Recht- auf dieser Welle.


(Die Welle wird wohl noch länger anhalten. Schließlich hat die Deutschland-Tour erst begonnen und für 2012 gibt es auch mal wieder ein Wiedersehen. Natürlich in der TUI-Arena und zwar am 18.04.2012 (Karten gibt es via http://www.hannover-concerts.de)!!!)






Setlist (ohne Gewähr) in Hannover, TUI Arena am 18.05.2011

Smells Like Teen Spirit
Beethovens 5. Symphonie
Bolero Live And Let Die
80´s Anthem
2. Ungarischer Tanz
Soo Close
Tambourin Chinois
Musica E
Zorba´s Dance
Beat It, Smooth Criminal - Medley
Walk This Way
Child´s Anthem
Pirates
Claire de Lune
Vertigo/Vivaldi
Asturias
Bach
Whole Lotta Rosie
Paganini Variation Nr. 18
Kashmir
You Raise Me Up
Master Of Puppets
Rocking All Over The World
Csardas Hey Jude





geschrieben am 19.05.2011   von Arturek
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