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Die Apokalyptischen Reiter, Turisas in Stuttgart, Röhre am 22.02.2005

Einen krassen Kontrast zum Within Temptation-Konzert am Tag zuvor bot die Röhre am Dienstag, den 22. Februar 2005. Schneechaos, spiegelglatte Strassen und eine absolute Übersättigung der Stuttgarter Konzertszene (5 Metal-Gigs in 7 Tagen sind auch für den hartgesottensten oder reichsten Maniac zu viel!) ließen nichts unbedingt Gutes erahnen und auch der Umstand, eine noch immer nicht übermäßig bekannte oder gehypte Band von Schlage der Reiter auf Headlinertour zu schicken (gerade, wenn die Band sowieso auf unzähligen Festivals oder Konzertpackages überpräsent ist), trug wohl zu dem traurigen Bild bei, welches die Röhre zu Beginn der Opener Turisas bot: gerade mal 50, 60 Nasen tummelten sich vor der Bühne, vereinzelte Besucher standen noch im Vorraum herum, als die finnischen Krieger ihr Set eröffneten. Cool waren die Newcomer jedoch zweifellos und ich hätte nicht erwartet, dass der wilde Haufen (ganze acht Musiker standen auf der überschaubaren Röhre-Bühne zusammengepfercht) die Songs des wahnsinnig geilen Debüts „Battle Metal“ live so glaubwürdig rüberbringen würde. Nicht zuletzt lag die Gelungenheit des Gigs an den zwar wenigen, jedoch frenetisch feiernden Fans, die den einen oder anderen Song (allen voran Titelstück und Marschrichtung des Abends: das symphonische Sahnehäubchen „Battle Metal“) bereits aus vollem Halse mitgröhlten. Nicht schlecht, Herr Specht, das lässt einiges in Bezug auf die Festival-Gigs der Finnen (übrigens mit Geiger und Akkordeon am Start!) erhoffen! Nach kurzer Umbaupause versammelte sich zwar alles, was die Röhre an diesem Abend besuchertechnisch hergab, vor der Bühne, dennoch wage ich zu bezweifeln, dass die 100-Gäste-Marke überschritten wurde. Den Reitern war das jedoch scheißegal! Gewohnt (beinahe chronisch) gutgelaunt, witzig und voll von sprühender Energie fegten sie über die Bühne, ließen sowohl Klassiker wie „Metal Will Never Die“, „Unter der Asche“, „Erhelle meine Seele“, „Reitermania“ oder „Dschingis Kahn“, als auch einigen Kram von den letzten beiden Alben (welche in Sachen wildem Wahnsinn leider nicht mehr an die ersten drei Platten heranreichen können) vom Stapel, was die fanatischen Anhängern der Reiter selbstredend zu Moshpits oder wildem Haareschütteln zwang. Für blanke Erheiterung sorgte neben dem gewohnt seltsamen Gebaren Dr. Pests auch ein junger Fan, welcher die Reiter bei zwei Songs moshtechnisch auf der Bühne unterstützen durfte. Selten so gelacht. Mit dem Totalausfall „Paradies“ (hätte man als Rausschmeißer nicht einem zündenden Kracher nehmen können?) beendeten die Apokalyptsichen Reiter einen guten Gig, welcher zwar keine konzerttechnische Offenbarung darstellte, in Sachen Sound und Partyfeeling jedoch mehr als in Ordnung ging!

geschrieben am 27.02.2005   von Björn Springorum
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musikalischer Background des Verfassers
Ganz klar aus dem frostig-kalten Black Metal kommend, jedoch ist eine starke Tendenz zu elektronischen Klängen harscher Natur und folkigen Klängen überaus sanfter Natur zu erkennen...fügt man nun noch eine Prise Yann Tiersen dazu...voila!
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