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Paganfest 2012: Eluveitie, Primordial, Negura Bunget, Heidevolk, Solstafir in Hamburg, Markthalle am 26.03.2012
Galerie Paganfest 2012 in Hamburg zum Livereview anschauen!


Live dabei und somit für diesen Bericht verantwortlich: IlonA!
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Wer bei diesem Line-up einen rundum spannenden und abwechslungsreichen Abend erwartet hat, wurde nicht enttäuscht! Das Amphitheater-ähnliche Innere der Markthalle, und der durch den großen Rundbogen leicht höhlenartige Charakter der Bühne boten einen wirklich guten Rahmen für diese Veranstaltung.

Zuerst betraten SOLSTAFIR die Bühne, vier düstere Endzeit-Cowboys aus dem (wenn es so was gibt) wilden Westen Islands, mit Hüten, Zöpfen und Sonnenbrille (aber nicht alles in Kombination!) und bestritten die erste Hälfte ihres Auftritts ganz versunken und ohne jede Interaktion mit dem Publikum. Der Sänger machte leicht den Eindruck, schon etwas dem kontinentalen Gerstensaft zugesprochen zu haben, und gab auch seinem Kollegen am Bass fürsorglich aus seiner Flasche zu trinken- was dieser mit erhobenem Daumen dankte. Stimmungsvoll, fast ernst und feierlich boten sie ihre (vom Tempo, nicht der Lautstärke!) eher ruhigen, langen Songs mit rauher Gitarre und Stimme dar, ein solider Auftakt des Abends vor gut gefüllter Halle und zahlreichen unüberhörbaren SOLSTAFIR-Fans.



Ganz anders dann HEIDEVOLK, die sichtlich gut drauf einen unheimlichen Spaß verbreiteten! Ein Hit jagte stimmgewaltig den anderen, „Saksenland“, „Een Nieuw Begin“, „De toekomkst lonkt“ blieben am meisten im Gedächtnis, gefolgt von „Beest bij nacht“ incl. Wolfsgeheul und „Vulgaris magistralis“. Zwischendrin wurden imposante Trinkhörner gereckt, und für das erste ordentliche Gebolze vor der Bühne gesorgt! Die Jungs haben einfach gut Stimmung gemacht, nicht zuletzt durch die Ansagen von Rowan Roodbaert, und so einen Auftritt hingelegt, der auch noch zu späterer Stunde gut platziert gewesen wäre. Aber vom Ablauf her war das hier schon gut gewählt!

Denn dann ward es dunkel, und mit transsylvanischem Nebelhauch betraten düstere Waldgeister namens NEGURA BUNGET, teils stilecht barfüßig, die Bühne. Jetzt gab es etwas schwerere Kost, da weniger eingängig, aber nicht zuletzt durch die Instrumente eine unheimlich(e) stimmungsvolle Musik. Riesige aufgehängte Klanghölzer, Panflöte, so etwas Ähnliches wie ein Alphorn und die Sounds der elfengleichen Keyboarderin boten insgesamt eine fesselnde Show mit regelrecht hypnotischen Instrumentalanteilen. Ich zitiere hierzu eine mir bekannte Konzertbesucherin mit den Worten: „das kriecht richtig in einen hinein“! Was den Gesang betrifft, waren die Blackmetal-Wurzeln nicht zu überhören. Ein Auftritt wie ein Tanz durch den Wald unterhalb von Dracula´s Schloss mit reichlich fliegenden Haaren und düsteren Riffs... vielleicht nicht für jeden etwas zum zuhause im Wohnzimmer hören- aber live ein absolut sehens- und hörenswertes Erlebnis!

Und eine gute Vorbereitung auf PRIMORDIAL. Wer sie, wie ich, bisher nur von CD kannte, ahnt nicht, was für ein Darsteller sich hinter Sänger A. A. Nemtheanga verbirgt... mit seiner absolut charismatischen, authentischen Art und wirkungsvollen Aufmachung hat er das Publikum von Anfang an in seinen Bann gezogen und nicht mehr losgelassen.
Es gab viel vom letzten Album „Redemption at the Puritan´s Hand“ zu hören, „Lain with the wolf“ machte den Anfang, gefolgt von „No grave deep enough“. Mit dem wunderbar epischen „Bloodied yet unbowed“ und dem grandiosen '“Mouth of Judas“ oder „The Coffin Ships“ waren sie auch weiter hochkarätig zugange. Wie Mr. Nemtheanga zwischendrin verkündete, gibt es die Band seit nunmehr stolzen 21 Jahren, der erste Besuch in Hamburg fand bereits um das Jahr 1997 statt...PRIMORDIAL haben einfach etwas besonderes, und die Songs entfalten live noch eine viel intensivere Wirkung - und das trotz (oder gerade wegen!) der meist eher kleinen, aber dafür sehr gezielten Auswahl an prägenden Akkorden und Melodien. Heftig und beeindruckend, eine erstklassige Show.


Wer jetzt noch aufnahmefähig war, dem haben ELUVEITIE dann den Rest gegeben. Es haben tatsächlich alle acht Bandmitglieder samt ihrer zahlreichen Instrumente Platz auf der Bühne gefunden, und absolut das Haus gerockt.
Sänger Chrigel Glanzmann erinnerte nach den ersten Krachern wie „Helvetios“ vom neuen, gleichnamigen Album an die keltischen Ladys, die in der Vergangenheit stets angesagt hatten wo es langgeht, und forderte vor „Kingdom come undone“ (man sehe es mir nach, wenn ich mich jetzt im Song irre, es war schon spät..) auf, eine Frau aus dem Publikum zu finden, um einen ordentlichen Circle Pit anzuführen. Dem wurde auch prompt nachgekommen, und die Menge vor der Bühne hat bewiesen, dass man so etwas auch auf einem Paganfest hinbekommt, wo an sich nicht jeder mit amtlichen Moshpits rechnen würde. Es gab dann auch zwei Versuche, per Crowdsurfing die Bühne zu entern, so dass auch der Security nicht langweilig wurde!
Die Musik eignet sich aber auch einfach nicht zum ruhig stehenbleiben. Ruhigere Songs wie „A rose for epona“ waren eher die Ausnahme, die Damen und Herren von ELUVEITIE konzentrierten sich lieber auf ihre heftige Seite á la Death mit viel Gefiddel, Flöte und Geleier, wofür sie schließlich auch bekannt und beliebt sind. Das haben sie absolut mitreißend drauf, und es macht einfach Spaß, der Truppe beim Spielen zuzusehen. Vom neuen Album war ich per CD im Vergleich zum Vorgänger „Everything remains (as it never was)“ zuerst nicht soo begeistert, das hat sich durch diesen gelungenen Auftritt aber durchaus geändert.

Als eine der Zugaben gab es zur Erholung noch mit „Scorched earth“ ein wunderbar und voller Emotion gesungenes Anna-Murphy-Solo, wobei sich deutlich zeigte, dass ihr die tieferen Stimmlagen immer noch am besten liegen. Insgesamt eine klasse und sichtlich spielfreudige Band, in der jeder seinen Anteil beherrscht, die live wirklich Laune macht und die Zuhörer mitzuziehen versteht.


Setlist Eluveitie (ohne Gewähr!):
Helvetios
Luxtos
Uxellodunon
Nil
Kingdom come undone
Inis Mona
A rose for epona
Meet the enemy
Dominion
Alesia
Thousandfold
Zugaben:
Scorched Earth
Calling the rain
Havoc


So, mehr Bands hätten es dann aber auch nicht sein dürfen, obwohl, die Extended Shows an einigen der anderen PAGANFEST-Termine waren sicher auch nicht ohne.

Insgesamt war das hier eine absolut runde Sache. Der Zeitplan wurde gut durchgezogen, es gab nur kurze Wartezeiten- sehr gut organisiert. Die Stimmung war dementsprechend entspannt, ein gelungenes „Familienfest“- wie man es halt fast nur im weiten Metalbereich findet... Daumen hoch für eine weitere Runde!

Live dabei gewesen und somit diesen Bericht verfasst hat: IlonA!


Die restlichen Bilder gibt es in der Galerie.

geschrieben am 30.03.2012   von Arturek
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