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Devin Townsend Project, Fear Factory, Dunderbeist in Köln, Essigfabrik am 13.11.2012

Die Kölner Essigfabrik ist am 13.11.2012 gut gefüllt, wenn auch nicht ausverkauft, als FEAR FACTORY und das DEVIN TOWNSEND PROJECT zum Tanz laden. Eine etwas merkwürdige Zusammenstellung muss man diesem Tourbilling schon attestieren. So wandelte Mr. Townsend zwar mit seiner Krawalltruppe STRAPPING YOUNG LAD zwar ebenfalls auf Industrial-Metal-Pfaden, die Musik seines Soloprojekts ist jedoch sowohl musikalisch als auch inhaltlich inzwischen weit entfernt von den amerikanischen Cybermetallern.

Nun, Schwamm drüber, man kennt und schätzt sich und hat laut Aussage der Bands auf den einschlägigen sozialen Netzwerken reichlich Spaß auf der Tour. Den Beginn heute Abend machen allerdings erst einmal die Norweger DUNDERBEIST. Diese fallen allerdings musikalisch ebenfalls komplett aus dem Rahmen und versuchen rockigen und schmutzigen Metal mit leichter Punkrock-Attitüde an den Mann und die Frau zu bringen. TURBONEGRO meets HELLACOPTERS meets Metal in etwa. Schade ist da lediglich, dass sich die Jungs zwar ordentlich ins Zeug legen, am Ende aber am meisten der immer wieder erklingende "DUNDERBEIST!"-Schlachtruf des einen der beiden Frontbrüller im Gedächtnis bleibt. Das Publikum spendet zwar Höflichkeitsapplaus, doch es ist von Anfang an klar, dass die Norweger auf dieser Tour einfach vor dem falschen Publikum spielen. Im Vorprogramm von beispielsweise VOLBEAT wären DUNDERBEIST irgendwie besser platziert.

Recht schnell ist der Spuk der Nordlichter aber auch schon wieder vorbei und Herr Townsend betritt mit seinen Mitstreitern die Bühne. Dieser macht von Anfang an klar, dass er wie immer auf der Bühne steht, um Spaß zu haben und seinem Publikum eine gute Zeit zu bescheren. Mit viel Witz und Selbstironie in den Ansagen, sowie begleitet von psychedelischen bis haarsträubend absurden Videoprojektionen versuchen die Kanadier in ca. siebzig Minuten einen Querschnitt des langen Soloschaffens von Herrn Townsend zu bieten, dabei aber auch nicht das aktuelle Album "Epicloud" zu kurz kommen zu lassen. Diesem wird unter anderem mit dem herrlich bekloppten "Lucky Animals", dem schwelgerischen "Where We Belong" und dem epischen "Grace" Tribut gezollt. Doch auch Klassiker wie "Deep Peace", "Truth" oder "Vampira" fehlen neben progressiven Kloppern wie "Planet Of The Apes", "War" und "Juular" natürlich nicht. Alles in allem hinterlassen die Kanadier also einen bombigen Eindruck, bieten einen gutlaunigen und spaßigen Auftritt und stehlen - soviel bereits vorab - den folgenden FEAR FACTORY problemlos die Show.

Dino Cazares (Gitarre) und Burton C. Bell (Gesang) stürmen danach nämlich enthusiastisch mit ihren namenlosen Austauschmusikern an Bass und Schlagzeug die Bühne, enttäuschen aber jeden Fan, der die Band noch aus "alten Zeiten" in Erinnerung hat und damals bereits live gesehen hat. Mr. Bell war zwar noch nie ein wirklich begnadeter Sänger, was er aber inzwischen live abliefert ist einfach unter aller Sau. Der gute Mann trifft kaum noch einen Ton sobald er in den klaren Gesang wechseln muss, lediglich die aggressiven Shouts wissen noch immer zu überzeugen. Da kann sich Dino noch so präzise durch Klassiker wie "Linchpin", "Edgecrusher" oder den am Ende folgenden "Demanufacture"-Vierer "Demanufacture", "Self Bias Resistor", "Zero Signal" und "Replica" riffen, gegen die wackelnde und schräge Gesangleistung von Bell, sowie das zwar tighte aber absolut seelenlose Schlagzeugspiel ohne Groove des Herren hinter der Schießbude kommt der massige Mann nicht an. Dem Publikum ist das allerdings vollkommen egal und die Energie der Band spring schnell über - das muss man FEAR FACTORY absolut zugute halten. Ordentlich Bewegung und Fangesang treiben die Amis durch ihr ebenfalls ca. siebzig Minuten langes Set. Trotzdem muss man Ende leider zusammenfassen, dass FEAR FACTORY sowohl auf CD als auch live nur noch ein Schatten ihrer einstigen Größe sind und ich persönlich lieber 30 Minuten mehr DEVIN TOWNSEND PROJECT und dafür weniger oder gar kein FEAR FACTORY gesehen hätte. Genug Fans, die aber vermutlich anderer Meinung wären, haben jedoch am 13.11.2012 für eine recht volle Halle gesorgt - auch eine Art von Erfolg für diese musikalisch etwas schizophrene Tour mit einem klaren qualitativen "Sieger".


geschrieben am 13.01.2013   von Gorlokk
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