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Nick Cave & The Bad Seeds in Hamburg, Sporthalle am 10.11.13

Zeitlose Klassiker schreibt man nicht oft in seinem Leben. Und wenn überhaupt, dann der eine mehr, der andere weniger. Eins dieser heute schon als zeitlos geltenden Alben ist sicherlich "Push The Sky Away" der Bad Seeds, samt ihrem Boss Nick Cave. Doch gelingt es ihnen auch diese "düster-melancholisch-seichte" Art und Weise LIVE umzusetzen?
Ja, es gelang ihnen! Das haben sie am Abend in der fast ausverkauften Sporthalle deutlich unter Beweis gestellt.
Doch wer dachte sich hier mit einem Sitzplatz zu begnügen, um den eher "leiseren" Tönen zu frönen, hat sich mächtig vertan. ROCK, ja sogar harter Rock war hier und heute angesagt.
Bevor pünktlich um 21 Uhr die Fetzen flogen, durfte die Solokünstlerin Shilpa Ray ran. Zu der man nicht wirklich viel erwähnen muss, außer vielleicht, dass es völlig unnütz gewesen ist eine Dame mit einer durchaus guten, aber dennoch kreischig-heftigen Stimme & ihrem "Klimper-Kasten" für fast 40 Minuten auf die Bühne zu setzen. Applaus für die Stimme, ok, aber mehr als fünf Minuten konnte man das nicht wirklich ertragen. Zumal eben jeder Song genau gleich geklungen hat. Da wünschte sich so manch einer Hugo Race oder WovenHand als Vorband.

Nick Cave & The Bad Seeds!
Auch wenn mit "We No Who U R" zunächst durchaus die etwas langsamere Nummer der siebenköpfigen Truppe vorgetragen worden ist, so wurde bereits zum Ende hin von "Jubilee Street" klar, dass es hier laut wird. Ein leises, aber freundliches "Thank you" zum Publikum ist die Folge des Wahnsinns auf der Bühne.
Der Sound ließ anfangs zu wünschen übrig, eher zu basslastig und zu wenig Stimme, so wurde es von Song zu Song deutlich besser. Doch an der heftigen Lautstärke hatte sich den ganzen Abend über nichts geändert. Als ob die Mannen hier den Metalbands Konkurrenz machen wollten. Tja, der Begriff "Rocksau" wurde oft in den Mund genommen und man staunte nur über die Agilität und Kraft dieser Herren.
Und was macht Protagonist Cave? Er genießt die Meute, lässt sich abfeiern wie ein Teeniestar! Er kommt ständig nach vorn, schreit sich die Lunge aus dem Hals und fordert jeden Fan, der ersten Reihen, heraus. Und die Damen an der Front, die alles andere als Teenager sind, lassen es sich nicht nehmen den "Star" anzufassen, zu betatschen.
Nicht wesentlich ruhiger, sondern eben noch heftiger und gar bösartiger wurde es bei den Klassikern "Tupelo" oder "Red Right Hand". Kein Halten mehr, die Geige fliegt fast durch die Luft, der Mikroständer fällt um und Nick Cave ist in seinem Element. Endlich folgt auch mal ein "Hallo" zu den Fans.
"Mermaids" lädt wieder dazu ein sich ein wenig daran zu erinnern, dass die Band auch Songs zum Lufholen hat; schön, wunderschön. Doch ein weiterer Klassiker "From Her To Eternity" weist sofort darauf hin, dass die Band noch lange nicht als "alte Herren" zu bezeichnen ist. Vor allem, was das Zusammenspiel, die Präsenz und eben Aktivität als auch Haltung auf der Bühne anbelangt. Umso erstaunlicher, dass Nick es geschafft hat die berühmten "Ruhesekunden" bei "God is in the House" einzufangen. Stille in der Sporthalle, auch wenn es nur 3 bis 4 Sekunden andauerte. Herrlich. Bevor man dann wieder bei "Higgs Boson Blues" jede Zeile mitgesungen hatte. Und beim Titel "The Mercy Seat" sich kaum noch jemand an seinem Sitz halten konnte. Dieser kam nämlich unglaublich metallisch, fast bestialisch rüber. Da hatte man schon gedacht, dass "Stagger Lee" den Schlußakt brachte, zumal hier die brachialen Sounds im Mittelteil des Songs einigen sicherlich Schauer über den Rücken laufen ließ, so kam noch "Push the Sky Away" hinterher. Als ob die Seeds zum Ende hin alles in die ruhige Bahn bringen möchte.
Einzig und allein ließe sich an diesem Abend vielleicht bemängeln, das eine derart große Halle wie eben die Sporthalle etwas zu groß für diese Band erscheint. Genau nur aufgrund der Qualität dieser Songs und der Wirkung der Band auf der Bühne, mit dem Licht, Sound usw. In einem kleineren Raum würden die Songs mehr an Kraft und Wirkung hervorrufen.
Auf die Zugaben der Herren musste man nicht lange warten. Und wenige wurden es auch nicht, was die Gesamtlänge des Konzertes auf knapp zwei Stunden brachte.
Das ruhigere "We Real Cool", und die alten Dauerbrenner "Papa Won't Leave You Henry" als auch der an die Ex-Frau Nr. "..."-gewdimete "Jack the Ripper" sowie schlussendlich "Deanna", bei dem Cave für eine Zigarette gestorben wäre, sorgten zusätzlich für einen Abend, der doch wieder unvergessen bleiben wird.

Diabolisch rockig, gewaltig und eben sehr laut! Nick Cave and the Bad Seeds haben es einfach drauf & sind jeden Cent wert. Show der Extraklasse, bei der man sich über die Lautstärke hätte durchaus streiten können, aber ich sage: wenn Rock, dann nur richtig!

Restlichen Termine der Deutschlandtour 2013:
So., 10. Nov. 2013 in Hamburg, Sporthalle
Di., 12. Nov. 2013 in Düsseldorf, Mitsubishi Electric Halle
Mi., 13. Nov 2013 in Offenbach, Stadthalle
Do., 21. Nov. 2013 in München, Zenith


Setlist (ohne Garantie) in Hamburg, Sporthalle am 10.11.13

Beginn ca. 21:00 Uhr
We No Who U R
Jubilee Street
Do You Love Me?
Tupelo
Red Right Hand
Mermaids
From Her to Eternity
West Country Girl
God Is in the House
Watching Alice
Into My Arms
Higgs Boson Blues
The Mercy Seat
Stagger Lee
Push the Sky Away
-----
We Real Cool
Papa Won't Leave You Henry
Jack the Ripper
Deanna
Ende ca. 22:55 Uhr

Quelle Info/Bild: mct-agentur.com
geschrieben am 11.11.2013   von Arturek
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[ Seit dem 11.11.13 wurde der Artikel 2413 mal gelesen ]
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