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Anathema - Resonance - Tour 2015 in Bochum - Matrix am 14.04.2015

Zu einer wahrhaft außergewöhnlichen Konzertreise hatten die britischen Prog-Rocker und einstigen Doom-Deather von ANATHEMA dieser Tage geladen.

Ein Abend, eine Band, drei Sets gespickt mit Songs und Titeln aller Alben. Doch damit nicht genug, hatten es die Anathema-Köpfe Danny und Vincent doch zu diesem Anlass geschafft, für die Klassiker der Bandgeschichte ihre alten Mitstreiter Duncan Patterson (Alternative 4 und Ex-Antimatter) und Darren J. White (Serotonal, Ex-The Blood Divine) zu reaktivieren. Dementsprechend hoch ist bei zwei Deutschland-Konzerten nicht nur die Erwartung, sondern auch der Besucher-Ansturm, wenn man bedenkt, dass der Termin in Bochum unter der Woche stattfindet.


Set 1 - „Distant Satellites“ - „Judgement“
Der röhrenartige Gewölbekeller platzt aus allen Nähten, als ANATHEMA um kurz nach 20 Uhr den ersten Set beginnen. Mir persönlich geben die Briten musikalisch zumindest auf Tonträger spätestens seit dem 2003er Album „A Natural Disaster“ nicht mehr wirklich viel. Aber zumindest wählt man mit dem Titeltrack des aktuellen Albums, „Untouchables Pt. l“ und „Untouchables Pt. ll“ von „Weather Systems“, „Simple Mistake“ von „We´re Here, Because We Are Here“ ein paar der etwas besseren Stücke aus der jüngsten Schaffensphase aus. Die Band ist gut drauf, versprüht samt ihrer Spielfreude gute Laune und das bunt gemischte Publikum – egal ob Death Metaller oder Prog-Nerd – frisst den Herren aus der Hand. Unschön sind lediglich die ersten Soundprobleme, bei denen ein immer mal wieder übersteuerter Bass den Rest des musikalischen Gefüges überlagert. Weiter geht’s mit dem Titeltrack „A Natural Disaster“ sowie „Closer“ und „Pressure“ von „A Fine Day To Exit“ in die Vergangenheit, ehe man den abschließenden Höhepunkt des Sets, nämlich das Album „Judgement“, mit „One Last Goodbye“ lediglich mit einem einzigen Titel würdigt.


Set 2 - „Alternative 4“ - „The Silent Enigma“
Mit Duncan erscheint nach kurzer Umbaupause der erste alte Bekannte auf der Bühne. Der ehemalige Bassist hat nicht nur Meiner Meinung nach einen maßgeblichen Anteil an der wohl kreativ besten Phase ANATHEMA´s. „Alternative 4“ wird neben den viel umjubelten „Fragile Dreams“ und „Empty“ mit insgesamt vier Titeln bedacht, ehe man zur „Eternity“-Periode übergeht und alle drei titelgebende Teile hintereinander weg spielt. „Angelica“ wird ebenso aus der Setlist gestrichen wie „Shroud Of Frost“ vom „The Silent Enigma“-Album. Somit muss sich das Publikum mit „A Sunset Of Age“ und „A Dying Wish“ begnügen, die manchem langjährigen Fan spätestens jetzt die ersten Freudentränen übers Gesicht kullern lassen, die jedoch ein ums andere mal erneut von teilweise katastrophalen Problemen mit dem Bass-Sound in Tränen des blanken Entsetzens umschlagen.


Set 3 - „Pentecost lll“ - „They Die“
Mit “Crestfallen“ läuten ANATHEMA den finalen Set bei der Reise zurück zu den eigenen Wurzeln ein. Erstaunlich für mich, dass anscheinend viele jener Konzertbesucher, die die Band scheinbar erst mit ihrer progressiven und alternativen Entwicklung für sich entdeckt zu haben scheinen, nach dem zweiten Set bereits die Heimreise antreten. Denn der Saal hat sich merklich geleert, als ANATHEMA verstärkt um Sänger Darren ihren puristischen Doom-Death-Ursprüngen huldigen. Frenetisch empfangen und bejubelt von den Fans ist Darren nicht nur äußerst gut bei Stimme sondern wie die gesamte Band gut drauf. Die Briten schaffen es in diesem außergewöhnlichen, wie einzigartigen Rahmen tatsächlich, Klassiker, wie „Sleepless“, „Kingdom“, „Mine Is Yours“, „Lovelorn Rhapsody“ oder „They Die“ würdig und authentisch zu präsentieren. Auch wenn mein persönlicher Favorit „Sweet Tears“ nicht im Set ist, so zeigen ANATHEMA eindrucksvoll, wie sehr sie zu ihrer eigenen Vergangenheit stehen, auch wenn sie nie einen Hehl daraus gemacht haben, dass eine stilistische Rückbesinnung auf die alten Zeiten, wie beispielsweise bei Paradise Lost oder My Dying Bride in der Vergangenheit geschehen, für sie niemals in Fragen kommen würde.


Fazit: Trotz Soundproblemen und der Streichung relevanter Titel aus den Sets war dieser Abend nicht nur eine intensive und hochemotionale Angelegenheit, sondern vermutlich auch eine einmalige wie letztmalige Gelegenheit, diese Songs insbesondere in dieser Konstellation live zu erleben. Ein Konzert, das im wahrsten Sinne des Wortes nachhallt. Bitter an diesem Abend war lediglich die Merch-Politik . Ich unterstütze jede Band grundsätzlich gern durch Tonträger- oder Shirt-Käufe direkt bei den Gigs. Bei 25 Euro für ein T-Shirt oder 35 Euro für eine LP ist für mich jedoch nicht nur bei massenanziehenden Acts die Schmerzgrenze überschritten. Ein Fakt, den auch ANATHEMA gerne einmal überdenken dürfen.

Die Bilder des Abends gibt es auf unserer FB-Seite unter der folgenden Verlinkung: Metalglory-Facebookseite
geschrieben am 18.04.2015   von Jens
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