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 Chaosbreed (Finnland) "Brutal" CD

Chaosbreed - Brutal CD  


Label: Century Media  (400 verwandte Reviews)
Veröffentlichung: 2004   (795 verwandte Reviews)
Spieldauer: 40:23
Musikstil: Death Metal   (1820 verwandte Reviews)
Musikbeschreibung: Death Metal
Homepage: http://www.chaosbreed.net
Weitere Links: http://www.centurymedia.de


Weitere Infos zu Chaosbreed:
REVIEWS:
Chaosbreed Brutal
Mehr über Chaosbreed in der Metalopedia
Diskussion zum Review
im Forum

Als ich die Scheibe in die Hände bekam und das Bandfoto (5 mehr oder minder junge Langhaarige, übler Blick, Motörhead Gürtelschnalle…), das Albumcover (Eisernes Kreuz mit Bandlogo) und den Bandnamen (Titel von ENTOMBEDs „Clindestine“) sah, war mein erster Gedanke: „der X-te Old-School-Death-Metal-Entombed-Klon aus Schweden …“ Ich muss gestehen, kein Fan von wiederaufgewärmter Kost zu sein, da diese fast nie das geschmackliche Niveau der frischen Originale erreicht. Unbeeindruckt davon ließ ich die Scheibe im CD-Player kreisen und siehe da, es gibt noch positive Irrtümer…
Zunächst mal kommen CHAOSBREED nicht aus Schweden, sondern aus dem wasserreichen Finnland, auch sind die geäußerten Bedenken nur bedingt haltbar.
Beginnen wir die Scheibe durchzuleuchten:
Der Opener wird uns in DISMEMBER-typischer Manier, brachial und zugleich melodisch um die Ohren geblasen und lässt keinen Zweifel dran, dass die Jungs pervers gute Songwriter sind.
Genauso geht es im Song numero 2 weiter, der auf einem UNLEASHED-mäßigen Hook aufbaut und schön nach vorne geht.
Zu „Faces of Death” sage ich nur: „before you see the light... you must DIE!“. Das muss auch reichen... Die Thrashige Phase überstanden bringt “Moralized” den nächsten Death Metal Hammer, der durch ganz dezente Keyboards (ENTOMBEDs “The Left Hands Path” lässt grüßen) tiefere Empfindungen in mir weckt.
Für Melancholie ist bei „Rotting Alive“ kein Platz. Der Song ist so schön wie der Titel selbst. Langsam und kriechend und beginnt der Zerfall, und bietet uns dann die Möglichkeit die verrotteten Körperteile beim stampfenden Rhytmen abzuschütteln. Dies solltet ihr auch nutzen. Tut wirklich gut …
Die nächsten beiden Tracks fallen dann ein wenig aus der Reihe.
„Demon Skunk” fängt mit einem tiefen Zug an der Bloober an und klingt auch so. Doomiger, zäher Sound dröhnt aus den Boxen um nach einem Break wild zu ballern und gegen Ende mit einem Orgelpart auszuklingen.
„Shitgrinder“ geht nach einer kurzen Aufwärmphase sehr schnell nach vorne los. Mit seiner thrashig/punkigen Melodie ist das Teil nach nur 1:30 zu ende.
„Symptoms of the Flesh” und „ F/C/D/C“ reihen sich dann wieder in die Abfolge fetter Death Metal Stampfer ein.
Der letzte Track zeigt uns noch mal die Songwriterischen Fähigkeiten der Band. Langsam und zäh wie Lava setzt sich das 6 minütige Monster in Bewegung, überrollt uns mit schnellen Refrains und frisst sich mit den geilen Solis in die Gehirnzellen.

Die Stimme des Herrn Taneli Jarva passt zur Musik wie die sprichwörtliche „Faust aufs Auge“. Im Vergleich zu Fred Estby oder Lars-Göran Petrov klingt diese einen Zacken tiefer, was zu den Klängen der Band perfekt passt. Herauszuheben sind die sporadischen Keyboard-Einsätze, die wie schon erwähnt an ENTOMBED 90-92 erinnern und eine düster-melancholische Stimmung verbreiten. Die Scheibe ist zu keinem Zeitpunkt monoton, was vor allem an der nahezu perfekten Mischung aller Elemente liegt.

Eines ist klar: einen Originalitätswettbewerb werden CHAOSBREED mit Sicherheit nicht gewinnen. Trotzdem variieren Sie in den Songs ihre Einflüsse so gut, bringen das Ganze mit einer Power und Spielfreude, dass dem geneigten Hörer nichts anderes bleibt als zu sagen: „Das Zeugt ist verdammt geil!“. Wenn die einzelnen Songs noch als ein Nachruf oder Huldigung verstanden werden, so stellen sich nach dem Hören dieser Scheibe folgende Fragen:
Wieso können, oder wollen die alten Helden nicht mehr fette Songs komponieren wie dies CHAOSBREED heute tun?
Ist es notwendig originell und einzigartig zu sein, oder sind geile, mitreißende Songs und das Feeling, das man während des Zuhörens derselben bekommt, wichtiger?
Die letzte Frage sollte jeder für sich beantworten. Je nach Ergebnis solltet Ihr CHAOSBREED vergessen, oder sich die Scheibe und damit die Intensität der alten Tage ins Haus holen!

Eins ist für mich klar: die mitreißendste Scheibe des bisherigen Jahres wird mich auf der Fahrt zu Fuck The Commerce begleiten. Ich hoffe nur, dass wir nicht moshend auf einer Leitplanke enden…

Tracklist:
1. Wretched Life
2. Casket Ride
3. Faces of Death
4. Moralized
5. Rotting Alive
6. Demon Skunk
7. Shitgrinder
8. Symptoms of the Flesh
9. F/C/D/C
10. An Evil Eye

Lineup:
Esa Holopainen – guitars (Amorphis)
Marko Tarvonen – guitars (Moonsorrow)
Oppu Laine – bass (ex-Amorphis, Mannhai)
Taneli Jarva – vocals (ex-Sentenced, The Black League)
Nalle Österman – drums (ex-Gandalf)

Wäre die Scheibe Anfang der 90-er entstanden, gebe es hier mindestens 9 Pkt. Abzüge für die fehlende Originalität kann ich mir jedoch nicht verkneifen.

P.S.: Mein erstes Review und dann gleich so positiv. Shit ;) Doch enttäuschende Scheiben gibt es genug….

 
8.0 Punkte von Tomektor (am 08.04.2004)
 
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