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 The Tangent (Großbritannien) "A Place In The Queue" CD

The Tangent - A Place In The Queue CD  
So bewertet Metalglory
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Kaufwertung für Euch:
Kaufenswert


Label: Inside Out  (195 verwandte Reviews)
Veröffentlichung: 3.2.2006   (1294 verwandte Reviews)
Spieldauer: 78:57
Musikstil: Progressive Metal/Rock   (1175 verwandte Reviews)
Musikbeschreibung: jazziger, funkiger Progrock
Homepage: http://www.thetangent.org/
Weitere Links: http://www.insideout.de
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Weitere Infos zu The Tangent:
REVIEWS:
The Tangent A Place In The Queue
The Tangent Down And Out In Paris And London
The Tangent Comm
The Tangent Le Sacre Du Travail
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Eine Warnung vorab: Mit Metal hat diese Platte gar nichts zu tun, sondern The Tangent spielen ziemlich jazzigen Rock -- nicht einmal Richtung Hardrock. Wer sich nicht vorstellen kann, ganz ohne heavy Riffs auszukommen, sollte lieber die anderen Reviews lesen. Falls ihr euch fragt, warum die Platte dann auf dieser überwiegend Black/Death/Thrash-lastigen Site landet: Weil sie von einem Label mit einem guten Ohr für außergewöhnliche Ideen stammt, weil ich die ersten beiden Platten von The Tangent mag... und natürlich, weil Einseitigkeit langweilig ist...

Die Idee zum Projekt The Tangent entstand 1999, als sich die Bands Parallel or 90 degrees und die Flower Kings das erste Mal auf einem Gig gegenseitig hörten. Unter der Initiative von Parallel-Mastermind Andy Tillison fanden sich MusikerInnen dieser beiden und weiteren Bands schließlich 2003 zum ersten Album The Music That Died Alone und ein Jahr später zu The World That We Drive Through zusammen. Die erste Scheibe bot ausgelassenen, spielfreudigen und unkommerziellen Jazzprogrock, oft geprägt von hörenswerten Dialogen zwischen Tillisons Keyboards und der Gitarre von Roine Stolt. Die zweite trat etwas auf der Stelle und ist mit 40 Minuten ziemlich kurz aufgefallen -- bot aber groovige Stücke wie das mitreißende Skipping The Distance.

Das dritte Album ist nun dieser Schritt nach vorne in die Richtung eines eigenen Band-Sounds. Roine Stolt verließ die Band, der neue Gitarrist Krister Jonsson fügt sich zurückhaltender in die Musik ein und lässt (noch) mehr Raum für Theo Travis an Saxophon, Flöte und Klarinette sowie die Akustikgitarre von Guy Manning. Bassist Jonas Reingold entlockt virtuos wie bisher seinem Instrument weit mehr als nur Rhythmus. Jaime Salazars Schlagzeug legt gekonnt einen Teppich aus Rock, Jazz, Funk oder Blues. Der sanfte, recht hohe, etwas monotone Gesang Tillisons wäre mir persönlich für Progrock viel zu weich, aber hier passt er gut. Etwas viel Raum bekommen vielleicht die Keyboards von Tillison und Sam Baine, die ihr Yes-artiges Gequietsche manchmal zu dominant einspielen.

Die Songs klingen zielstrebiger als zuvor, vielleicht weil der Stolt-Neoprogrockpop fehlt. Nun mischen sie "nur" noch Jazz, Rock, Funk und etwas Blues, was in dieser Kombination klarer und schlüssiger klingt. Vordergründig entsteht ein 70er-Klangbild sehr in der Nähe der Canterbury-Szene (v.a. Caravan). Wer's nicht kennt: Ganz grob ist das eine Art Mischung aus den alten, folkigen Jethro Tull mit den Genesis zu fünft, wenn man sich dort die Kurzschluss-Gitarren durch ein Saxophon ersetzt denkt. Und statt Rutherford natürlich ein fähiger Bassist. Und viel jazziger. Und dann noch gemischt mit... ach, gerade wenn man sich die langen Songs wie In Earnest, GPS Culture und das Titelstück A Place In The Queue entfalten lässt, entdeckt man so viele gekonnt verarbeitete Eindrücke, dass keine Beschreibung vollständig sein könnte und den Songs gerecht wird. Lediglich den Discofunk The Sun In My Eyes hätten sie vielleicht lieber an Jamiroquai verkaufen sollen.

Vielleicht durch den Ausstieg Stolts bringt The Tangent auf A Place In The Queue einerseits den eigenen Sound präziser auf den Punkt, doch andererseits fehlt ein Gegenpol zu den gelegentlich fast penetranten Keyboards. Vereinzelt hat man den Eindruck, erst Schlagzeug, Bass, Saxophon, Gitarre, Flöte und sogar das Klavier zusammen bekommen Tillison in den Griff. Doch oft -- meistens -- funktioniert das Zusammenspiel, zumal besonders der Bassist und der Schlagzeuger einfach so genial gut sind, dass sie immer irgendwo einen Platz für ihre Künste finden. Auch spielen Tillison und Baine nun wirklich nicht schlecht. Jedenfalls bietet diese Emanzipationsgeschichte genügend Möglichkeiten für die nächsten Platten, diese spannende Mischung weiter zu entwickeln. Wer diesen heutzutage sehr ungewöhnlichen Jazzprogrog der Canterbury-Art mag und sich von zu breiten Keyboards nicht abschrecken lässt, sollte reinhören. Hat man den Schrank schon voll von altem Vinyl mit scheinbar gleichem Zeugs, lohnt sich The Tangent nicht nur als technisch einwandfreie Neuauflage, sondern auch als faszinierende, moderne, virtuos spielende, das Genre erweiternde Band dieser Richtung. Tangent-Einsteiger können bedenkenlos mit dieser Platte anfangen und bei Gefallen die erste nachkaufen.

InsideOut vertreibt die CD alternativ als Special Edition mit einer Bonus-CD, die sechs weitere Songs enthält. Viele Infos zur Band gibts auf der Homepage, besonders eine ausführliche Darstellung der komplizierten Zugehörigkeiten der Musiker zu den Flower Kings, Parallel or 90 Degrees und Karmakanic.

Musiker:
Andy Tillison - Organ, Piano, Moog Synthesisers, Guitars & Principal Voice
Sam Baine - Piano, Synthesiser & Voice
Jonas Reingold - Bass Guitar
Theo Travis - Saxophones, Flutes, Clarinet & Voice
Guy Manning - Acoustic Guitars, Mandolin & Voice
Jaime Salazar - Drums
Krister Jonsson - Electric Guitars (except (4) )

Special Guest Dan Watts (Po90) - Electric Guitars on (4)


 
Tracklist: Lineup:
1. In Earnest - (Tillison) 20.03
2. Lost In London - (Tillison/Manning) 8.08
3. DIY Surgery - (Travis/Middleton) 2.16
4. GPS Culture - (Tillison) 10.07
5. Follow Your Leaders - (Tillison) 9.21
6. The Sun In My Eyes - (Tillison) 3.44
7. A Place In The Queue - (Tillison/Travis) 25.19

 
Bass: Jonas Reingold

 
7.5 Punkte von kacior (am 31.01.2006)
 
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musikalischer Background des Verfassers
Progressive Metal, Heavy Metal, Melodic Metal, bisschen Gothic/Dark, aber auch ProgRock, Emo
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