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 Thessera (Brasilien) "Fooled Eyes" CD

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Label: Prog Rock Records  (43 verwandte Reviews)
Veröffentlichung: 8.12.2006   (1294 verwandte Reviews)
Spieldauer: 64:52
Musikstil: Progressive Metal/Rock   (1175 verwandte Reviews)
Musikbeschreibung: Progressive Metal
Homepage: http://www.thessera.com/
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Weitere Infos zu Thessera:
REVIEWS:
Thessera Fooled Eyes
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Diskussion zum Review
im Forum

Mit diesem Erstlingswerk der brasilianischen Band Thessera hatte ich so meine Schwierigkeiten, und auch jetzt habe ich mein entgültiges Urteil noch nicht gefunden. Aber der Stapel der unrezensierten Scheiben wächst, also los...

Die Platte beginnt stark und mutig mit einem dreieinhalbminütigen Instrumentalstück, in dem sie zeigen, welcher Art Hammer sie kreisen lassen: wüsten, chaotischen, hervorbrechenden Progressive-Metal, der sich anfangs mühsam unterdrückt, dann aber sehr gekonnt melodiösen Strukturen unterwirft. Zum Ende des Songs kommen Bandeinspielungen eines Typen, der auf einer Party ohnmächtig geworden ist – ein Konzeptalbum. Nicht weniger mutig folgt dann ein zehnminütiger Song, der mit einem ruhigen Klavierpart beginnt und wo der Gesang auch erst nach fast zwei Minuten einsetzt, und dann noch direkt nach einem coolen Break. Die Stimme ist druckvoll, variabel, etwas höhere Lage, oftmals langgezogen oder mehrstimmig. Später kamen lustige Breaks, ein jazziges Zwischenstück, viel Abwechslung. Mit einer so geballten Wucht kriegt man mich ja rum, mein Punktezeiger pendelte fasziniert im oberen Skalenviertel.

Doch im Lauf der nächsten Songs manifestierten sich die unbewussten Vorwürfe: Die Jungs leihen sich arg viele der von Pain of Salvation bekannten Sounds aus. Der mehrstimmige Gesang, der Gitarrensound, die von Gitarre und Piano gleichzeitig gespielten Melodien, die auf Dauer etwas penetrant langgezogenen Vocals; manchmal klingen ganze Passagen wie das Intro zu Candlefire arg kopiert. Immerhin kombinieren sie das chaotisch Ungestüme des Pain-of-Salvation-Debuts Entropia mit der Erfahrung späterer Platten, ohne sich im konstruierten Ambitionismus von Be zu verlieren. Thessera spielt sozusagen den Part II von The perfect element, den Pain of Salvation ausgelassen hat.

Einige Stellen bedienen sich so hemmungslos beim Vorbild, dass es weh tut, doch dann legen Thessera immer wieder Perlen wie den Refrain von Broken Psyches oder den Rhythmus von Inverse hin, die den Clone-Vorwurf entkräften. Die Keyboard-Teppiche in Songs wie Candlefire zitieren eher die 80er samt Marillion oder Yes. The Leading Roles entpuppt sich als schöne, abwechslungsreiche Ballade. Drei, vier Stimmeinspielungen sollen die Geschichte voran bringen, naja, Geschmackssache, klingen für mich eher nach Teenie-Soap.

Rein spielerisch geben sie sich nur wenig Blöße: Das sonst exzellente Schlagzeug wirkt bei zu schnellen Stellen langweilig monoton, einige Breaks klingen gestolpert statt gewollt, den Gitarrensoli fehlt der letzte Schliff zur Virtuosität, und auch die Produktion dürfte etwas ausgefeilter sein – doch für ein Debut bleibt das alles im Rahmen, stört kaum.

Eine Band mit einem derart komplexen Sound wie Pain of Salvation zu kopieren, mag schon schwer genug sein. Thessera gelingt das extrem gut, und sie zeigen dabei starke Zeichen von Eigenständigkeit. Sie liefern ein extrem sympathisches, ziemlich perfekt gespieltes, beachtenswertes Erstlingswerk ab, das sich aber noch zu wenig vom Vorbild emanzipiert. Es ist ungestüm, vollgepackt, intensiv, allerdings ob der Fülle manchmal – vor allem beim mehrstimmigen Gesang – ermüdend "too much". Fans der Vorbilder oder auch von Bands wie die neueren Fates Warning, Dream Theater und Konsorten sollten reinhören.

Musiker
Marcelo Quina - Gesang
Nando Costa - Gitarre
Raphael Lamim - Gitarre
Marcelo Mattos - Bass
Rodolfo Amaro - Keyboards
Fernando Cerutti - Schlagzeug

 
Tracklist: Lineup:
1. Chef d'Oeuvre
2. Gallery
3. Broken Psyches
4. Candlefire
5. Leading Roles
6. Party's On
7. Inverse
8. Conflagration
9. Heaven's Gate

 

 
6.0 Punkte von Jockel (am 20.12.2006)
 
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musikalischer Background des Verfassers
Progressive Metal, Heavy Metal, Melodic Metal, bisschen Gothic/Dark, aber auch ProgRock, Emo
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1. Dream Theater "Systematic Chaos"
2. Breed 77 "In My Blood"
3. Pure Reason Revolution "The Dark Third"
4. Retroheads "Introspective"
5. Thessera "Fooled Eyes"
6. Prymary "The Tragedy Of Innocence"
X   Alltime-Klassix Top6
1. Genesis "Nursery Crime"
2. Evergrey "The Inner Circle"
3. Pink Floyd "Animals"
4. Pain Of Salvation "Remedy Lane"
5. Dream Theater "Awake"
6. Oceansize "Effloresce"

[ Seit dem 20.12.06 wurde der Artikel 4532 mal gelesen ]
 
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