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 Dream Theater (USA) "Systematic Chaos" CD

Dream Theater - Systematic Chaos - Klicke zum Vergroessern Zum vergrößern anklicken!
 
So bewertet Metalglory
Grundbewertung des Werkes:
Sehr Gut!
 
Kaufwertung für Euch:
Kaufempfehlung!


Label: Roadrunner Records  (146 verwandte Reviews)
Veröffentlichung: 1.6.2007   (1417 verwandte Reviews)
Spieldauer: 78:41
Musikstil: Progressive Metal/Rock   (1175 verwandte Reviews)
Musikbeschreibung: sozusagen Progmetal-Roots wieder ohne Klassik
Homepage: http://www.dreamtheater.net
 Leserwertung
9.6 von 10 Punkten
bei 5 Stimmen
 

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Weitere Infos zu Dream Theater:
REVIEWS:
Dream Theater Live At Budokan
Dream Theater Metropolis 2000: Scenes From New York
Dream Theater Score (live)
Dream Theater Score (live)
Dream Theater Systematic Chaos
Mehr über Dream Theater in der Metalopedia
Diskussion zum Review
im Forum

Langsam gehen einem die Superlative aus, will man den Stand von Dream Theater im Progmetal beschreiben, ihren Einfluss auf das Genre und ihre Band-Geschichte. Welche musikalische Ausdruckskraft sie zudem live entwickeln, haben sie ständig mit Live-Platten, zuletzt Score bewiesen. Doch von ihren Studioplatten waren immer weniger Fans beeindruckt, weil Progressiv und (scheinbarer) Stillstand sich schlecht vertragen und auch, weil Feeling und Groove der Songs nicht mehr mit den zweifellos technisch höchstklassigen Leistungen der Musiker mitgehalten haben.

Nun treten sie zu ihrem neunten Studioalbum an, und zwar in unveränderter Besetzung, aber bei einem neuen Label. Seit Februar stehen sie bei Roadrunner unter Vertrag, nachdem der Deal mit Warner ausgelaufen ist, wo sie seit Images and Words untergekommen waren. Neues Label, neues Glück? Die Songs für das neue Album waren größtenteils schon früher fertig, heißt es. Doch der neue Wind hat ihnen offensichtlich gut getan, soviel vorneweg.

(Schon ungeduldig? War ich auch, aber der Kopierschutz der Promo-CD verhinderte ein Abspielen in meinen normalen CD-Playern, erst am nächsten Tag habe ich einen 15 Jahre alten CD-Ghettoblaster aufgetrieben, der dem Scheibchen Töne entlocken konnte. Zur Tonqualität kann ich daher nicht viel sagen; die alte Möhre quetscht zwar erstaunlich Klares aus den staubigen Lautsprecherchen, verschluckt aber vermutlich dennoch haufenweise Details. Grobe Patzer befürchte ich allerdings nun wirklich nicht. So, jetzt aber los.)

Ein langes Intro eröffnet die neue Scheibe, eines der besseren. Rudess an den Keyboards bekommt die hektischen Soli, Petrucci mit der Gitarre die ruhigeren. Viel, viel später erst kommt LaBries typischer Gesang. Das Tempo haben sie – wie auch in vielen folgenden Songs – im Vergleich zu ihren härteren Phasen etwas zurückgenommen, sodass Fans von Progrockern oder New-Artrockern nicht direkt weggeblasen werden.

Forsaken beginnt fast als Tubular-Bells-Zitat, doch statt Mike Oldfields Glocken gibts gehörig auf die Glocke, wenn nach wenigen Sekunden alle Jungs einsetzen. Das Piano-Thema bleibt, der Song wandelt sich zum typischen Dream-Theater-Opus mit etwas klebrigem Refrain. Die Single-Auskopplung Constant Motion bringt mehr Härte und geht vor allem mit fetten und schnellen Instrumentalpassagen werben. Noch etwas schneller geht The Dark Eternal Night zu Werke, leicht Emo-lastig angelegt. Anfangs führt der Song irgendwie nirgendwo hin, zum Ende frischt ihn ein langer spaßiger schneller Instrumentalpart auf.

Repentance vertieft die Einflüsse des New Artrock, hier sollten Fans von Porcupine Tree, Riverside und Konsorten dringend reinhören. Ob man das mag, ist Geschmackssache – ich finds genial und mit mehr Kreativität gewürzt als die vorigen Platten zusammen. Schon fast als beschwingter Disco-Song beginnt Prophets of War, später kommen ein paar Anleihen aus dem Schrammelgitarrenbandregal dazu. Die Textzeile "Time to make a change" bezieht LaBrie nicht auf die Band, sondern ihm geht es um eine Anklage gegen Bushs Irakkrieg.

Und dann kommen die beiden letzten Songs mit zusammen 30 Minuten, eine Art zweiter Teil der Platte. The Ministry of Lost Souls stellt wie so oft gehört ruhige und schnellere Parts beisammen, sodass die übliche ausufernde Dream-Theater-Ballade entsteht, bei der man sich nicht immer ganz sicher ist, welche Platte man gerade hört. Etwas mehr Pfeffer, einige ungewöhnliche Arrangements gibts dann aber doch.

Der Bass am Anfang von In The Presence of Enemies Pt.2 beginnt mit einem an Pink Floyds Goodbye Cruel World erinnernden Bass (und während Waters letztes Wort "Goodbye" ist, beginnt LaBrie mit "Welcome"). Danach spielen die Jungs, ach was weiß ich, mir fehlen die Worte, vielleicht als würde es nach ihnen keine Rockmusik mehr geben. Sie destillieren 30 Jahre Rockgeschichte, konzentrieren ihre Fähigkeiten, löschen alles Überflüssige und schaffen den meiner Meinung nach deutlich gelungensten Longtrack ihrer Geschichte. Hammer.

Dass die fünf technisch nichts verlernt haben, ist keine Überraschung, aber auf diesem Album haben sie über weite Strecken ihre Seele wiedergefunden. Absolute Höhepunkte sind Presence of Enemies und Repentance, eher knapp über dem Durchschnitt bisheriger Epen sind Forsaken und Ministry of Lost Souls.

Bei diesen, aber auch bei den anderen Songs klingen die Jungs etwas geschlossener als vormals, harmonischer. Sie legen scheint es mehr Wert auf ein Gleichgewicht in der Band – wichtig, weil sie so intensive Musiker sind, dass ein leichtes Ungleichgewicht sofort penetrant, überdimensioniert oder too-much wirkt. Mir gehen vor allem LaBries wundervolle Stimme und Rudess fiepsiges Keyboard recht schnell auf den Senkel, wenn beide nicht in einem ausgewogenen Kontext stehen. Und leider habe ich auf allen vorigen Platten mindestens einen Rauswerfer gefunden, dessen Penetranz und Pathos ich nicht ertragen konnte. Bei den sehr ruhigen oder klassischen Parts wie zuletzt noch auf Octavarium waren Klavier, Flöte und ein paar Geigen einfach zu wenig, um zu verhindern, dass LaBrie die ganze Chose sprengt.

So etwas unterbleibt hier, am ehesten schmalzt noch Forsaken. Aber weitaus häufiger achten alle fünf drauf, sich selbst zurückzunehmen und gegenseitig besser im Griff zu haben – ohne natürlich auf ausgedehnte Gesangsparts, Gitarrensoli oder Keyboardläufe zu verzichten; die Instrumentalparts mögen sogar länger und zahlreicher sein als vormals – und kreativer. Und Portnoy klingt natürlich weiterhin, als hätte er sich das Schlagzeug irgendwie implantieren lassen und würde es direkt mit dem Hirn oder besser den Eiern spielen. (Myungs Bass gehört zu den Details, die mein tapferer Ghettoblaster nur selten zur Geltung bringt.) Somit ist Systematic Chaos für mich die erste Platte seit Awake von 1994, die ich wieder gerne häufig am Stück höre. Für 50% Spitzenmusik, 25% überdurchschnittliche Songs und 25% Durchschnittskost (auf hohem Niveau) gibts allerdings nicht die volle Punktzahl, das reicht nicht ganz.

Zur Special Edition gehört eine (mir nicht vorliegenden) DVD, die das Album als 5.1-Surround-Mix sowie eine 90-minütiges Making-Of enthält. So, und jetzt muss ich schnell los, mir ein neues Auto kaufen, dessen CD-Player die Promo-CD abspielt.

 
Tracklist: Lineup:
1. In The Presence of Enemies Pt.1 (9:00)
2. Forsaken (5:36)
3. Constant Motion (6:55)
4. The Dark Eternal Night (8:51)
5. Repentance (10:43)
6. Prophets Of War (6:01)
7. The Ministry of Lost Souls (14:57)
8. In The Presence of Enemies Pt.2 (16:38)

 
Schlagzeug: Mike Portnoy
Gitarre: John Petrucci
Bass: John Myung
Gesang: James LaBrie
Keyboards: Jordan Rudess

 
8.5 Punkte von Jockel (am 29.05.2007)
 
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musikalischer Background des Verfassers
Progressive Metal, Heavy Metal, Melodic Metal, bisschen Gothic/Dark, aber auch ProgRock, Emo
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1. Dream Theater "Systematic Chaos"
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5. Thessera "Fooled Eyes"
6. Prymary "The Tragedy Of Innocence"
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1. Genesis "Nursery Crime"
2. Evergrey "The Inner Circle"
3. Pink Floyd "Animals"
4. Pain Of Salvation "Remedy Lane"
5. Dream Theater "Awake"
6. Oceansize "Effloresce"

[ Seit dem 29.05.07 wurde der Artikel 6159 mal gelesen ]
 
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