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 Mirror Of Deception (Deutschland) "Foregone" CD

Mirror Of Deception - Foregone CD  
So bewertet Metalglory
Grundbewertung des Werkes:
einfach Genial!!
 
Kaufwertung für Euch:
Eine Kaufaufforderung :)!!


Label: Final Chapter Records  (2 verwandte Reviews)
Veröffentlichung: 2004   (795 verwandte Reviews)
Spieldauer: 47:38
Musikstil: Doom Metal   (480 verwandte Reviews)
Musikbeschreibung: finsterer melodischer Doom
Homepage: http://www.mirrorofdeception.com
Weitere Links: http://www.finalchapter.net
 Leserwertung
9 von 10 Punkten
bei 1 Stimme
 

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Weitere Infos zu Mirror Of Deception:
REVIEWS:
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Mirror Of Deception A Smoulderung Fire
INTERVIEWS:
Mirror Of Deception - Doom Aus Stuttgart? Gibt`s! Und Das Richtg!!!
Mehr über Mirror Of Deception in der Metalopedia
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im Forum

Deutschland doomt. Endlich! MIRROR OF DECEPTION sind im europäischen Underground längst eine echte Instanz. Mit langjähriger konzentrierter Arbeit und absoluter Hingabe zu ihrer Leidenschaft haben sich die Stuttgarter einen festen Platz in der Geschichte des Doom Metal erspielt. Und mit „Foregone“ wird es ihnen gelingen, den nächsten Schritt zu gehen.
Nach dem Abgang von Sänger Baumhauer, der mit seinem charismatischen Organ noch das 2001er Album „Mirrorsoil“ veredelte, standen MIRROR OF DECEPTION zwei Jahre später mit ihrer „Conversion“ Mini-CD vor einer Art Neuanfang. Geschrumpft zu einem Quartett übernahm nun Riffschmied Siffermann die Vocals. Hier gilt es auch erstmalig aufzuhorchen, denn Michael hat sich in den letzten Monaten enorm steigern können. Sein Gesang erinnert mich manchmal an eine düstere Version von Pasi Koskinen. Doch während sich der Amorphis Frontmann in sinnlosen Experimenten verliert, unterstützt Siffermannn mit seiner Stimme gekonnt das facettenreiche Songwriting. Als zweites fällt auf, dass die Tristesse und gelassene Verzweiflung der „Conversion“ EP etwas zurückstecken und ein paar dicken Brocken Blei weichen mussten. MIRROR OF DECEPTION klingen deutlich heavier als auf dem letzten Output, und das steht ihnen verdammt gut zu Gesicht.
Doom Metal ist Musik, die dem Hörer einiges abverlangt. Doch wenn man bereit ist, sich auf diesen Sound einzulassen, kann man in Welten von unendlicher Tiefe versinken und Stimmungen erleben, die weit über die gewöhnliche Vorstellungskraft hinaus gehen. So sitze ich hier reichlich ergriffen vor meinem Bildschirm und bin mir nicht ganz sicher, ob ich schon wieder ganz auf der Erde angekommen bin. Egal, was der wirre Rezensent in den folgenden Zeilen für seltsame Parallelen und Einflüsse skizziert: „Foregone“ ist durch und durch Doom. Das macht bereits das erste tonnenschwere Riff des Openers „Foregone way“ klar. Und dennoch: Die Melodieführung im Gesang scheint folkloristischen Ursprungs und erinnert tatsächlich an Bands wie Amorphis, While Heaven Wept oder Primordial. Diese Einflüsse von jenseits der großen Meere werden allerdings sogleich von einer wuchtigen Rhythmusgruppe an die Hand genommen und in die richtigen Bahnen gelenkt. Bis zum monumentalen Refrain, in dem vielleicht ein Hauch von Epic Doom durchschimmert. Es wird das einzige Mal in den kommenden knapp 48 Minuten bleiben.
Mit dem eher ruhigen „Inscrutable“ hatte ich anfangs so meine Sorgen. Nach mehreren Durchläufen entfaltet dieser Song jedoch seine spannungsgeladene traurige Schönheit und erweist sich als unersetzbar für die Qualität des Gesamtalbums. „Bleak“ ist ein pechschwarzes Doom Monument voller Seelenschmerz und Hoffnungslosigkeit. Mein Gott: Welches Monster muss man flach gelegt haben, um derart mies drauf zu sein? Absolut genialer Song. Einsam und majestätisch wird dieses gewaltige Denkmal noch überragt von meinem Favoriten „The ship of fools“, bei dem uns Doom Mainiac Jochen Fopp endlich mit ein paar unheilvollen Leads versorgt. Dieses Stück Musik thront wie ein einsamer Fels in einer niemals endenden Brandung von Leere, Verhängnis und Trauer. „Deception Island“ hat einen völlig anderen Charakter. Nach einem recht schwungvollen Beginn geht es etwas ruhiger zu Werke. Pink Floyd artige Harmonien und ein markanter Refrain heben diesen Track von den anderen ab. Die schummerige Gitarrenarbeit von Jochen und Michael beschwört bei „Mirthless“ und „Metamorphosis“ ganz alte Paradise Lost herauf. Und immer wieder schwebt die Melodieführung im Gesang in sphärisch klagenden Folkzitaten. In „Metamorphosis“ dreht mir Siffermann allerdings doch etwas zu sehr am lyrischen Rad. Bin mir nicht so sicher, ob eine Textzeile wie „mystifying messengers of consolation“ nicht in der gleichen Stussliga spielt wie die üblichen Metal Plattitüden. Aber egal. „Descended“ ist noch einmal ein klassischer Doomer mit wunderschön getragenen Gesangslinien und schweren Riffs, bevor uns die Band mit einem kurzen Instrumental überwältigt und innerlich aufgewühlt im bedrohlichen Schein der Kerzen sitzen lässt.
Auf der Suche nach Kritikpunkten werde ich nur schwer fündig. Vielleicht hätte ich mir noch mehr Melodien von der Sechssaitenfraktion gewünscht. Das abschließende „Where the Juniper grows“ macht es perfekt vor. Hier und da ein nettes Gitarrensolo wäre auch schön gewesen. Siffermanns Gesang ist zweifelsohne großartig, kann sich aber in puncto Charisma und Ausdruckskraft noch steigern. Dennoch: Mit „Foregone“ ist MIRROR OF DECPION ein ganz großer Wurf gelungen. Sie vereinigen ihren ureigenen Stil mit gepflegter britischer Düstermetallschmiedearbeit und nordischer Leidenskunst. So schreibt man absolut eigenständigen Doom Metal, der noch lange nachklingen wird.

 
9.0 Punkte von Christian (am 19.09.2004)
 
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[ Seit dem 19.09.04 wurde der Artikel 5892 mal gelesen ]
 
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