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Classics Blind Guardian (Deutschland) "Imaginations From The Other Side [Remastered]" CD

Blind Guardian - Imaginations From The Other Side [Remastered] - Klicke zum Vergroessern Zum vergrößern anklicken!
 
So bewertet Metalglory
Grundbewertung des Werkes:
einfach Genial!!
 
Kaufwertung für Euch:
Eine Kaufaufforderung :)!!


Label: EMI  (97 verwandte Reviews)
Veröffentlichung: 15.6.2007   (1418 verwandte Reviews)
Spieldauer: 67:09
Musikstil: Heavy/Power Metal   (1874 verwandte Reviews)
Musikbeschreibung: mit einem Spritzerchen Prog
Homepage: http://www.blind-guardian.com
 Leserwertung
9.5 von 10 Punkten
bei 4 Stimmen
 

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Weitere Infos zu Blind Guardian:
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Diskussion zum Review
im Forum

Drei lange Jahre sind seit Blind Guardians Geniestreich "Somewhere Far Beyond" vergangen, bis im Mai 1995 endlich "Imaginations From The Other Side" erscheint und weltweit von Fans und Presse genauestens unter die Lupe genommen wird. Neun neue Songs gibt es auf dem Album zu bewundern, neun Songs, die einen großen Evolutionssprung in der Geschichte der Deutschen darstellen, denn dieses Mal haben sie nicht nur ihre Trademarks weiter perfektioniert, zusätzlich haben sie stilistisches Neuland betreten, das sie zuvor höchstens angedeutet hatten. Aber immer schön der Reihe nach:

Track 1 ist zugleich das Titelstück, 7:18 Minuten lang und das bis dahin sperrigste und progressivste Stück Musik der Bandgeschichte. An ihm lassen sich exemplarisch viele der Neuerungen ausmachen. Er schwappt hin und her zwischen besinnlichen Strophen und Refrains und metallisch knallenden Zwischenparts; ein starker Kontrast der erst einmal verdaut sein will. Im Refrain dominiert ein bombastisches Chorarrangement, das sich durch seinen eher defensiven Wechselgesang deutlich von den nach vorne peitschenden Mitgrölrefrains früherer Tage unterscheidet. Anders und neu wirkt auch die Produktion. Ergeben alle Vorgänger ein gewachsenes homogenes Ganzes - soweit wurden alle Scheiben von Kalle Trapp produziert, erweist sich die Arbeit von dem damaligen Starproduzenten Flemming Rasmussen (Ride The Lightning, Master Of Puppets, ... And Justice For All) als etwas völlig anderes. So hart und fett war noch kein Guardian Album produziert, und die Hörerin sieht sich mit einer wahren Soundwand konfrontiert, die zwar nicht breiig ist, der aber dennoch die erreichte saubere Transparenz der “Somewhere“ abgeht. Daneben gibt es einen erhöhten Keyboardeinsatz zu verzeichnen. Selbst textlich gehen sie neue Wege, wohl immer noch im Fantasy Kontext, doch als Metatext angelegt, der sich mit dem irdischen Verlust von Fantasie auseinander setzt. Ansonsten sind aber alle Trademarks erhalten geblieben: Hansis mitreißender Gesang (wenn auch etwas extremer als gewohnt), Thomens Powerdrumming, diese fantastischen Gitarrenleads, die Dynamik mit den vielen versteckten Details und immer wieder das begnadete Feuerwerk allerfeinster Melodien. Aus den Zutaten eines einzigen BG Songs machen vergleichbare Bands drei bis vier.
Ganz so sperrig wie der Opener, gibt sich aber kein weiterer Track des Albums. In Sachen Geradlinigkeit stehen allen voran vier härtere Abgehnummern ("I'm Alive", "Script For My Requiem", "Born In A Mourning Hall" und "Another Holy War"), die kompromisslos nach Vorne gehen und am besten den alten Partycharakter der Band konserviert haben, wobei auch bei diesen Stücken die Mitgrölkompatibilität aufgrund komplexer gewordenen Gesangslinien deutlich gelitten hat. Und allen Stücken gemein ist das Kunststück, dass innerhalb eines Liedes keine einzige Strophenmelodie der anderen gleicht. Und durch das geschickte Songwriting fällt das nicht Mal auf. Es ist unglaublich schön und mitreißend wie die einzelnen Songstrukturen, oft durch gewichtige Zwischenparts, ineinander überfließen; das gilt für alle neun Songs. Mit "A Past And Future Secret" steht auch wieder eine sehr gelungene Fantasy Ballade an, die textlich, wie einige andere Nummern auch, die Pendragon Sage aufgreift. Das Stigma der Quotenballade schüttelt das Lied locker durch seine gelungenen Arrangements und die folkloristische Inszenierung ab, und ragt dabei sogar fast aus den Schatten von "Lord Of The Rings" und "In The Forest" hervor.
Die drei übrigen Lieder bezeichnen das neue Gesicht Blind Guardians in stilistischer Hinsicht. Sie sind fast schon als theaterhaft zu bezeichnen. Der Musical- bzw. Soundtrack-Stil wurde auf “Somewhere“ höchstens mit "Theatre Of Pain" und dem Queen Cover "Spread Your Wings" angedeutet. Ohne der Albumproduktion müsste man schon mit der Lupe nach Argumenten suchen, mit denen diesen Songs mehr als ein nachbarschaftliches Verhältnis zum Heavy Metal attestiert werden könnte. Den Songs fühlt man ihren Ursprung und ihr Wachsen aus dem bisherigen Schaffen von Guardian aber an, so dass man dennoch von einem natürlichen Evolutionssprung reden kann.
Unterm Strich haben Blind Guardian erneut ein brillantes Album abgeliefert, dem man anmerkt, wie hart die Band an sich gearbeitet hat. Mit dieser forcierten progressiven Bandentwicklung haben sie viele neue Türen für sich geöffnet und sich eine Nische fernab aller anderen (nicht nur Metal-) Bands geschaffen. Mit tollen Songs voll frischer Ideen und viel Energie haben sich Blind Guardian eine Himmelsburg erschaffen, in der sie seit dem leben. Aber es gab auch einen Preis zu zahlen, denn tief am Boden sitzen alte Verehrer, die die geradlinigen alten Partybarden vermissen. Und der neue Breitwandsound hat der Band viel an mystischer Atmosphäre gekostet; auf einmal blitzt mehr Chrom als Stahl, nicht zuletzt auch durch die Intellektualisierung der Lyrics. Der Band kann das aber egal sein, schließlich wollten sie neue Tore aufstoßen und Neuland betreten. Dieses ist ihnen auf imponierende Art und Weise gelungen, und Heerscharen neuer Anhänger pflichten ihnen bei. Ich verwehre diesem Meisterwerk die Höchstnote nur, weil selbst "Battalions Of Fear" und "Follow The Blind" bei mir mehr Glückshormone ausschütten (von “Tales“ und “Somewhere“ ganz zu schweigen). Aber ganz generell gilt: Als wirklich aufgeschlossener Musikliebhaber muss man "Imaginations From The Other Side" im Schrank stehen haben.

Remastered Edition: Große Soundunterschiede sind nicht zu verzeichnen; auch hier gilt: War gut, ist gut, bleibt gut. In das Booklet haben es neben den obligatorischen Linernotes von Marcus Siepen und Michael Rensen (Rock Hard) ein paar neue Fotos der Bandmitglieder geschafft, allerdings auf Kosten eines alten Gruppenbildes. Das Bookletdesign insgesamt ist natürlich den anderen Remasters angepasst. Als Bonustracks gibt es Demoversionen von "A Past And Future Secret", "Imaginations From The Other Side" und "The Script For My Requiem", wobei die beiden letzteren schon von der "Mr. Sandman" Maxi bekannt sind. Die Demos geben durchaus interessante Einblicke in die Entwicklung der Songs und weisen teilweise alternative Instrumentierung und v.a. oft alternative Lyrics auf. Daneben gibt es die Videoclips zu "Bright Eyes" und "Born In A Mourning Hall" allerdings in unwürdiger Bild- und Tonqualität; ein wirklich ganz mieses Gimmick.
Besitzer des Originals können hier ganz eventuell aufgrund der Demoversionen erneut zuschlagen. Neueinsteiger müssen abwägen, ob sie auf solcherlei Boni wie hier geboten Wert legen, oder ob sie sich nicht lieber die Originalfassung mit den neun wichtigen Songs ohne störenden Klimbim zulegen sollten; Geschmackssache.

 
Tracklist: Lineup:
01. Imaginations From The Other Side (7:18)
02. I'm Alive (5:19)
03. A Past And Future Secret (3:47)
04. The Script For My Requiem (6:08)
05. Mordred's Song (5:27)
06. Born In A Mourning Hall (5:12)
07. Bright Eyes (5:15)
08. Another Holy War (4:31)
09. And The Story Ends (5:59)
10. A Past And Future Secret (demo) (3:35)
11. Imaginations From The Other Side (demo) (7:11)
12. The Script For My Requiem (demo) (7:01)
Enhanced Videos:
13. Bright Eyes
14. Born In A Mourning Hall

 
Gesang, Bass: Hansi Kürsch
Gitarre: Andrè Olbrich
Gitarre: Marcus Siepen
Schlagzeug: Thomen (The Omen) Stauch
(Gast) Keyboards: Mathias Wiesner
(Gast) Akustik Gitarre: Jacob Moth
(Gast) Backings: Billy King
(Gast) Backings: Thomas "Hacky" Hackmann
(Gast) Backings: Piet Sielck
(Gast) Backings: Ronny Utkins

 
9.5 Punkte von chicken (am 22.09.2007)
 
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musikalischer Background des Verfassers
Hauptsächlich Metal und 60er/70er Jahre Rock. Daneben alles Mögliche (z.B. EBM, Soundtracks, Folk, diversen Jazz Kram & Krautrock) und manches Unmögliche (z.B. Aqua, Madonna, Torfrock, Björk & Doris Day).
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