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 Eisregen (Deutschland) "Wundwasser" CD

Eisregen - Wundwasser CD  
So bewertet Metalglory
Grundbewertung des Werkes:
Sehr Gut!
 
Kaufwertung für Euch:
Kaufempfehlung!


Label: Massacre Records  (210 verwandte Reviews)
Veröffentlichung: 2004   (795 verwandte Reviews)
Spieldauer: 44:48
Musikstil: Black Metal   (1391 verwandte Reviews)
Musikbeschreibung: Black Metal mit eigener Note
Homepage: http://www.fleischhaus.de
Weitere Links: http://www-massacre-records.com
 Leserwertung
6.63 von 10 Punkten
bei 19 Stimmen
 

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Weitere Infos zu Eisregen:
REVIEWS:
Eisregen Hexenhaus
Eisregen Wundwasser
Eisregen Krebskolonie
Eisregen Farbenfinsternis
Eisregen Blutbahnen
INTERVIEWS:
Eisregen - Der Tausendschweiner Geht Um!
Mehr über Eisregen in der Metalopedia
Diskussion zum Review
im Forum

Meiner Ansicht nach kann ein wenig Skepsis beim Herangehen an ein neues Album nie schaden. Im Falle der Thüringer Skandal-Barden Eisregen schien mir Skepsis geradezu angebracht, da mich deren letztes künstlerisches Zeugnis "F*****finsternis" nicht übermäßig begeistern konnte und bis auf eine handvoll nette Songs nichts wirklich Hängenbleibendes zu bieten hatte. Vorbei schienen die Zeiten solch grausig-schöner Momente, wie sich noch auf "Kr***kolonie" oder "Zerfall" (endlich mal ein unzensiertes Album!) zu finden waren, zumal sich die Herren plus Dame Schritt für Schritt von ihren Black Metal-Wurzeln abwandten.

Nun sind Eisregen mit ihrem fünften Erzeugnis "Wundwasser" zurück, welches nach einer kleinen Pause im Wirken der Band erscheint, und welches abermals sämtliche Moralverfechter, Feministenverbände und Apostel des guten Geschmacks in den sicheren Suizid treiben dürfte. Dennoch waren jene genannten Instanzen immerhin in der Lage, zwei der Eisregen-Alben zu indizieren, welche sich in naher Zukunft zu begehrten Sammlerstücken aufschwingen sollten und es bleibt abzuwarten, ob das "Wundwasser" ganz ohne selbiges zu vergießen davonkommt, da die Lyrics auch diesmal absolut krank-schwarzhumorig aus den Boxen röcheln doch dazu später mehr.

Musikalisch präsentieren sich Eisregen auf ihrem fünften Werk enorm vielseitig, lassen aber eine Rückkehr zu eher schwarzmetallischen Klängen vernehmen, auch wenn jene in Zusammenhang mit deutlich geradlinig-rockigen Riffs gesehen werden müssen. Auf die lieblichen Geigentöne, welche solche Hymnen wie "Kr***kolonie" unvergesslich machten, wird leider weitestgehend verzichtet, nur marginal ertönt dieses schöne Instrument. Da dieser Verlust allerdings zu Gunsten eines enorm angeschrabuten Anteils klarer akustischer Gitarren anzurechnen ist, kann man Eisregen in dieser Hinsicht getrost gratulieren, wie der eigentliche Opener "Mein Eichensarg" nach dem gesprochenen Intro "Wahrheit...?" beweist: Erwähnte Gitarren kreieren eine schwer beschreibliche, geradezu entrückte Stimmung, verbreiten enorm viel Atmosphäre, bevor die trockenen Drums und die malmenden Gitarren alles in einem extrem schleppenden Takt alles unter sich begraben. Lyrisch enorm gehaltvoll (Also ganz Eisregen-typisch), lässt bereits der Opener das letzte Werk beinahe vergessen. "Am Glockenseil", die nächste Nummer, steigt ungleich aggressiver ins Geschehen ein, peitscht uns den Eisregen schmerzhaft und schnell um die Ohren, sodass es kaum entrinnen gibt. Im Verlauf der nächsten Tracks wird klar, dass Eisregen definitiv zu alter Stärke zurückgefunden haben, und auch wenn noch immer viele verschiedene Einflüsse in der Musik der Ostdeutschen zu finden sind (melodischer Black Metal, Death Metal, ebenso wie traditionelle Metal-Klänge), kann man den polariserenden Musikern auf "Wundwasser" attestieren, mitreißende Songs zu schreiben, die von sehr schnell aufpeitschenden Nummern über langsame, dennoch vernichtende Midtempo-Stampfer bis hin zur typisch schwarzromantischen Ballade ("Glas") reichen und partiell sogar Schunkel-Appeal aufweisen, was gerade live zu erheblicher Bewegung im Zuschauerraum führen dürfte. Auch neu bei der Schlechtwetterfront ist der relativ häufig eingesetzte klare Gesang, welcher wieder erwartens wohltönend erklingt und den Sound Eisregens um eine interessante Facette bereichert. Um noch kurz auf die Lyrics zu sprechen zu kommen: Was auf "Wundwasser" vom Stapel gelassen wird, ist einmal mehr krass, abartig und schwarzhumorig bis zum Abwinken, da die Band mal wieder all ihre Vorlieben für Splatter- und Gore-Filme zu lyrischem Gut gemacht hat. Viele werden damit wieder arge Probleme haben, ich für meinen Teil habe die Texte der Truppe seit ihrem zweiten Werk mit stetig wachsendem Interesse gelesen und betrachte sie mit dem nötigen Augenzwinkern. So sollte auch "Wundwasser" betrachtet werden, denn wenn bei "Vom Muttermord" von schlimmen Kindheitserinnerungen und deren noch schlimmere Auswirkungen auf die Gegenwart zu lesen ist, würde der Band nur ein Tor Gewaltverherrlichung anhängen, zumal gerade in diesem Text eine gesunde Portion Gesellschaftskritik mitschwingt.

Eisregen sind zurück, deutlich erstarkt und bereit, das letzte Kapitel anzugehen, da nach dem nächsten Album definitiv Schluss sein wird! Schade eigentlich, es ist eine wirklich bemerkenswerte Band! Bis es jedoch soweit ist, wird gewiss ein wenig Zeit vergehen, welche mit "Wundwasser" vorzüglich zu überbrücken ist.

Tracklist:
1. Intro – Wahrheit...?
2. Mein Eichensarg
3. Am Glockenseil
4 Vom Muttermord
5. Blutgeil
6. Ripper von Rostow
7. Hinein ins Tränenmeer
8. Glas
9. Was vom Leben übrig bleibt
10. Kreuznarbe
11. Wundwasser
12. Outro – Ende...?


 
8.0 Punkte von Björn Springorum (am 07.10.2004)
 

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musikalischer Background des Verfassers
Ganz klar aus dem frostig-kalten Black Metal kommend, jedoch ist eine starke Tendenz zu elektronischen Klängen harscher Natur und folkigen Klängen überaus sanfter Natur zu erkennen...fügt man nun noch eine Prise Yann Tiersen dazu...voila!
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4. Ulver "Bergtatt"
5. In Flames "Reroute To Remain"
6. Yann Tiersen "Die fabelhafte Welt der Amelie"

[ Seit dem 07.10.04 wurde der Artikel 13879 mal gelesen ]
 
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