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Classics Blind Guardian (Deutschland) "Nightfall In Middle-Earth [Remastered]" CD

Blind Guardian - Nightfall In Middle-Earth [Remastered] - Klicke zum Vergroessern Zum vergrößern anklicken!
 
So bewertet Metalglory
Grundbewertung des Werkes:
Sehr Gut!
 
Kaufwertung für Euch:
Kaufempfehlung!


Label: EMI  (97 verwandte Reviews)
Veröffentlichung: 15.6.2007   (1418 verwandte Reviews)
Spieldauer: 69:09
Musikstil: Rock   (1932 verwandte Reviews)
Musikbeschreibung: Bombastische Rock Oper
Homepage: http://www.blind-guardian.com
 Leserwertung
8.1 von 10 Punkten
bei 10 Stimmen
 

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Diskussion zum Review
im Forum

Nightfall in Middle-Earth ist ein schwerer Fall. Einerseits offenbart das Album ein völlig neues Gesicht Blind Guardians – sperrig, säuselig, unmetallisch (!), andererseits entwickelt sich das Album als einmaliger, zeitloser Klassiker mit grandiosen Arrangements.

Bei den ersten Hördurchläufen überkam mich das blanke Entsetzen, denn dieses Album ist kein Heavy Metal sondern eine Hard Rock Oper mit ganz merkwürdigem Sound, dem, völlig band-untypisch, jegliche Party-Kompatibilität fehlt. Vorbei die Zeit der straighten, mitgrölbaren Vocals; stattdessen dominieren kompliziert aneinandergereihte Gesangparts ohne besondere Durchschlagskraft, in Tonlagen, die Sänger Hansi nicht ideal zu Gesicht stehen. Einige der ausufernden Textpassagen wären bei einer Dichterlesung wohl besser aufgehoben als in Rock-Lyrics. Schwer verdaubar auch die Instrumentierung: Sie ist komplex und detailreich, doch selbst die härteren Gitarrenparts haben nicht viel mehr Biss als die dezenten Percussion-Einlagen (beides bei „The Curse Of Feanor“ nachzuhören). Ältere Fans der Band bekommen hier ganz lange Gesichter, denn Guardian haben offensichtlich nur noch wenig Kontakt zur metallischen Basis und verlieren sich in ihrem experimentellen und bombastischen Überbau, den sie sich während der letzten Alben so meisterlich erarbeitet haben. Die Umsetzung des tolkienschen Themenkonzepts verstärkt den Eindruck, man habe sich in der Experimentierwut zu weit vorgewagt: Jeder Song der Platte ist eingebettet in kleinen lyrischen und/oder musikalischen Zwischenspielen. Während die musikalischen Überleitungen allesamt überzeugen können und die Scheibe in ein umfassendes atmosphärisches Netz weben, wird diese Harmonie von den pathetischen Erzählpassagen eher gestört. Durch die feine Akzentuierung und Aussprache bilden sie einen großen sprachlichen Kontrast zu den Gesangparts, denen die teutonische bzw. nicht-englische Herkunft anzumerken ist. Märchenhafte Stimmung kommt so leider nicht wirklich auf; in fremde Welten entführen immer noch viel besser und schöner die alten „Bard Songs“.

Was bis hierher nach einem klaren verriss klingt, wird trotzdem in einer Acht Punkte Wertung enden. Obwohl das Konzept der musikalischen Fantasy-Traumreise nicht aufgeht, zieht sich ein roter Faden durch das ganze Album, und in diesem gibt es mal wieder viel leckeres und innovatives zu entdecken. Innovativ ist das Stichwort: „Nightfall In Middle-Earth“ ist in seiner Form absolut einmalig; höchstens andere Veröffentlichungen Blind Guardians wissen stärker an die Scheibe zu erinnern; ansonsten gibt es nichts, was viele Schnittmengen aufweisen würde. Das liegt zum einen am ungewöhnlichen Sound und zum anderen an den gelungenen vielschichtigen Arrangements. Hat man deren Komplexität durchdrungen ergeben sich sinnvolle Songs, vollgestopft mit tollen Melodien, bombastischen Chören, entrückten Percussion-, Piano- und Flöten-Einlagen. Hansi singt einfühlsam wie nie zuvor und bringt sehr ungewöhnliche Gesangslinien. Die Songs bergen starke Spannungsbögen, meist gekrönt von bombastischen Chören. Diese finden ihre Höhepunkte in dem genialen „Time Stands Still (At The Iron Hill)“ und dem festlichen „Nightfall“. Das Songniveau ist ansonsten gleichmäßig hoch, einzig „Mirror Mirror“ fällt etwas ab. Es sollte wohl so was wie eine straightere Abgehnummer bekannter Machart werden, könnte es aber nicht mit einem einzigen Song der ersten fünf Alben aufnehmen, und das liegt nicht nur am drucklosen Sound. In das Albumkonzept fügt sich „Mirror Mirror“ dennoch gefällig ein.

Insgesamt ist „Nightfall In Middle-Earth“ ein gelungenes, rundes Konzeptalbum. Über weite Strecken mag es überambitioniert und überladen sein, aber es funktioniert und hat einen ganz eigenen Charme. Mit mehr Stahl und straighteren Gesangslinien im Soundgewand, wäre meiner Meinung nach noch viel mehr drin gewesen. „Nightfall In Middle-Earth“ ist Metal ohne Metal; aber trotzdem irgendwie wunderschön.

Remastered Edition: Soundtechnisch kommt die neue Version etwas kräftiger aus den Boxen. Im Booklet finden sich Linernotes von Hansi Kürsch und Michael Rensen (Rock Hard), die beide aus ihrer Sicht auf das Album zurückblicken; interessant. Leider fehlen die im Original enthaltenen erläuternden Texte zu den einzelnen Songs, die einen gelungenen Brückenschlag zu J.R.R. Tolkiens „Das Silmarillion“ waren. Ein weiteres Extra der Remastered Edition ist der Bonustrack „Harvest Of Sorrow“, der erstmals auf der „And Then There Was Silence“ Single veröffentlicht wurde und hier einfach angehängt ist. Das Lied wurde ursprünglich für „Nightfall In Middle-Earth“ komponiert und wirkt nicht als Fremdkörper. Wer also besagte Single und dieses Album noch nicht hat, sollte zu dieser Edition greifen. Für Besitzer des Originals gibt es keinen Kaufgrund (und Sammler haben eh alle acht Remasters schon längst im Regal stehen).

 
Tracklist: Lineup:
01. War Of Wrath (1:50)
02. Into The Storm (4:24)
03. Lammoth (0:28)
04. Nightfall (5:34)
05. The Minstrel (0:32)
06. The Curse Of Feanor (5:42)
07. Captured (0:26)
08. Blood Tears (5:23)
09. Mirror Mirror (5:06)
10. Face The Truth (0:24)
11. Noldor (Dead Winter Reigns) (6:52)
12. Battle Of Sudden Flame (0:42)
13. Time Stands Still (At The Iron Hill) (4:54)
14. The Dark Elf (0:23)
15. Thorn (6:18)
16. The Eldar (3:38)
17. Nom The Wise (0:34)
18. When Sorrow Sang (4:25)
19. Out On The Water (0:43)
20. The Steadfast (0:21)
21. A Dark Passage (6:00)
22. Final Chapter (Thus Ends...) (0:51)
23. Harvest Of Sorrow (3:39)

 
Gesang: Hansi Kürsch
Lead Gitarre: Andrè Olbrich
Rhytmus Gitarre: Marcus Siepen
Schlagzeug, Percussion: Thomen (The Omen) Stauch
(Gast) Bass: Oliver Holzwarth
(Gast) Keyboard & Orchester Effekte: Mathias Wiesner
(Gast) Backings: Billy King
(Gast) Backings: Rolf Köhler
(Gast) Backings: Thomas "Hacky" Hackmann
(Gast) Backings: Olaf Senkbeil

 
8.0 Punkte von chicken (am 12.02.2008)
 
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musikalischer Background des Verfassers
Hauptsächlich Metal und 60er/70er Jahre Rock. Daneben alles Mögliche (z.B. EBM, Soundtracks, Folk, diversen Jazz Kram & Krautrock) und manches Unmögliche (z.B. Aqua, Madonna, Torfrock, Björk & Doris Day).
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