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 The Provenance (Schweden) "How would you like to be spat at" CD

The Provenance - How would you like to be spat at CD  
So bewertet Metalglory
Grundbewertung des Werkes:
einfach Gut
 
Kaufwertung für Euch:
Kaufenswert


Label: Scarlet Records  (90 verwandte Reviews)
Veröffentlichung: 2005   (1096 verwandte Reviews)
Spieldauer: 53:26
Musikstil: Gothic (Rock/Metal)   (627 verwandte Reviews)
Musikbeschreibung: Dark Industrial Psycho Metal
Homepage: http://www.theprovenance.com
Weitere Links: http://www.scarletrecords.it
 Leserwertung
10 von 10 Punkten
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Weitere Infos zu The Provenance:
REVIEWS:
The Provenance How Would You Like To Be Spat At
The Provenance Still At Arms Length
The Provenance Red Flags
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im Forum

The Provenance stammen aus Göteborg. Nach „25th hour; bleeding“ (2001) und „Still at arms length“ (2003) legen sie mit „How would you like to be spat at” ihr drittes Album vor. Und das hat es in sich. Das italienische Label Scarlet Records betreute diese Band von ihrem Debüt an und tut gut daran, dieses Juwel zu hegen und zu pflegen. The Povenance spielen Gothic Rock mit Einflüssen aus dem Industrial Sektor (weing) und dem Trip Rock (viel) sowie dem modernen Metal . So eigenwillig, wie es sich liest, klingt es auch. Wenn jedoch mir als eingefleischten True Metaller und Doomster ein Album dieser seltsamen Gattung gefällt, muss es Klasse haben. Natürlich wäre mir eine neue Iron Maiden Scheibe lieber, aber das wird schon noch. Manchmal darf es eben auch eine anspruchsvolle Mischung aus düsterer Rockmusik und modernem Heavy Metal sein. Wenn sie so gut gemacht ist wie in diesem Fall.
Die fünf Schweden fühlen sich im avantgardistischen Depri Rock zu Hause. Vornehmlich operieren sie mit weiblichem Gesang. Emma Hellström besitzt eine wunderschöne Stimme, die irgendwo zwischen Lullacry’s Tania, Anneke van Giersbergen auf Trauerweide und Beth Gibbons liegt und manchmal mit einem leichten Björk Akzent schmeichelt. Unterstützt und ganz selten ersetzt wird die Frontfrau durch das laszive Organ von Gitarrist und Zweitsänger Tobias Martinsson. Müsste ich nicht haben, geht im großen und ganzen aber in Ordnung. Während der Gesangsparts werden im Allgemeinen recht ruhige, wenn auch sehr oft psychisch kranke Töne angeschlagen. In den instrumentalen Passagen werden dafür musikalische Naturgewalten entfacht. So entseht ein tonales Gewebe, das in Sachen Intensität und Atmosphäre seines gleichen sucht und heutzutage wirklich selten zu finden ist.
Die Scheibe beginnt mit „WOH II TSC“ schleppend und schwer. Der Opener ist ein extrem depressiver Tränenbrocken. „Heroine“ hingegen kommt rüber wie Pink Floyd auf Punk. Nicht so ganz mein Stil, zweifelsohne enorm heavy und modern, erinnert es mich hier und da an Peter Tägtgrens Pain. „Catching scarlet in the sun“ ist gesanglich klar von Katatonia beeinflusst, musikalisch allerdings weitaus hektischer und härter. Der folgende Titelsong mit männlicher Stimme ist dem Vorgänger nicht unähnlich. Vielleicht etwas softer und mit einem Spritzer OMD gewürzt. „Some gossip on stealing a pouse“ glänzt mit Twin Peaks würdigen Soundkaskaden. David Lynch wäre sicher ein großer Fan dieses Tracks, wenn ihm jemand das Teil mal vorspielen würde. Emmas Stimme hypnotisiert den Hörer hier im Stile von Mandalay oder Moorcheba, was nur durch den etwas einfallslosen Refrain getrübt wird. „Going down“ erinnert anfangs ganz kurz an experimentelle Paradise Lost, um dann völlig unkontrolliert auszubrechen. Mit dem Gesang kommt Tori Amos Feeling auf, und doch ist es wieder der Refrain, dem die zündende Idee fehlt. „Considering the gawk, the drool, the bitch and the fool“ hat vielleicht von allen Stücken am meisten mit den nordischen Düsterrock Bands gemein, denen The Provenance während ihrer Karriere in diversen schwedischen Konzerthallen sicher ein ums andere Mal begegnet sind. Diese Herrschaften gehen freilich ein ganzes Stück weiter. Absolut durchgeknallt, total verrückt sind Attribute, die mir durch das Hirn taumeln. Das Stück hat wieder diesen für die Band typischen „Pink Floyd on Crack“-Touch, der irgendwie fasziniert. Bei „Kick you so hard“ sind wir dann endgültig auf dem Portishead Trip angelangt. „About a whore, about a kill“ ist ebenso ein kranker Psycho Metal Track, in dem die gewaltige Instrumentierung endlich einmal perfekt mit Emmas gefühlvollem Gesang harmoniert. Mein Anspieltipp. Beim Schlusstrack „Speeding to get by“ knallen den Schweden dann auch die letzten Sicherungen durch. Eine Achterbahnfahrt zwischen Trauer, Depression und Wahnsinn. Nichts für schwache Nerven.
Ihr habt sicher schon an den Songtiteln gemerkt, dass The Provenance auch textlich weit aus dem üblichen Rahmen fallen. Kranke Geschichten zwischen Drogenromantik, sexuellen Abenteuern und Selbstmord passen perfekt zu der schizophrenen Musik dieser Band. „How would you like to be spat at” ist ein kreatives Juwel in einer künstlichen Welt von auf Hochglanz poliertem Einheitsbrei. Dieses unglaublich vielfältige Album ist mächtig düster, stets State of the art und rockt dazu auch noch. Das mutige Auftreten dieser schwedischen Kombo verdient Respekt und unsere ungeteilte Aufmerksamkeit. Ich für meinen Teil stelle jetzt mein Schwert und meinen Bierkrug für eine kleine Weile in die Ecke und greife dafür zu Rotweinglas, Sonnebrille und Kerzenständer. Aber nur für eine kleine Weile...

 
7.5 Punkte von Christian (am 06.02.2005)
 
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