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 Therion (Schweden) "Les Fleurs Du Mal" CD

Therion - Les Fleurs Du Mal - Klicke zum Vergroessern Zum vergrößern anklicken!
 
So bewertet Metalglory
Grundbewertung des Werkes:
einfach Genial!!
 
Kaufwertung für Euch:
Eine Kaufaufforderung :)!!


Label: Adulruna  (1 verwandte Reviews)
Veröffentlichung: 19.10.2012   (1528 verwandte Reviews)
Spieldauer: 47:51
Musikstil: Gothic (Rock/Metal)   (627 verwandte Reviews)
Musikbeschreibung: Gothic/Symphonic-Metal-Avantgarde
Homepage:
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Weitere Infos zu Therion:
REVIEWS:
Therion Celebrators Of Becoming
Therion Sitra Ahra
Therion Les Fleurs Du Mal
INTERVIEWS:
Therion - How To Provoke The Metal Scene?
Mehr über Therion in der Metalopedia
Diskussion zum Review
im Forum

Still und heimlich, ohne viel Wirbel und Brimborium, tauchte auf Therion’s Homepage vor einiger Zeit die Info auf, parallel zur 25jährigen Jubiläumstour werde das nächste Studioalbum erscheinen. Was mein Herz natürlich sofort höher schlagen ließ. Die Musik von Therion ist zu keinem Zeitpunkt auch nur annähernd auf der Stelle stehengeblieben, sie war und ist stets bestrebt, sich selbst weiterentwickeln und jedwede Genregrenzen immer wieder neu einzureißen, sie bewegt sich damit längst außerhalb jeder Vergleichbarkeit. Schon allein deshalb müsste man für diese Band eigentlich komplett andere Maßstäbe der Punktebewertung einführen! Nach dem hochkomplexen orchestralen Werk „Sitra Ahra“ schien es mir eigentlich unmöglich, auf diesem Gebiet noch mehr in die Tiefe zu gehen, und so war ich gespannt, was sich Christofer Johnsson diesmal hat einfallen lassen. Die Überraschung ist ihm dabei vollends gelungen, denn mit einem Album wie „Les Fleurs Du Mal“ hätte auch ich nie im Leben gerechnet!

Die Scheibe umfasst 16 französischsprachige Coversongs teilweise recht alter Schlager-/Popsongs unseres Nachbarlandes. Ach du lieber Himmel, wird sich der geneigte Metalfan da jetzt denken! Therion und französischer Pop, wie konnte das denn passieren? Nun, bei den ausgewählten Stücken handelt es sich zuallererst um die persönlichen Favoriten Christofers, denn der Gründer und Mastermind ist ein großer Fan dieser Musik, deren Einflüsse man in zahlreichen Therion-Songs bemerken kann, wie er hierzu preisgibt. In den 16 Stücken, die nach den komplexen Zehn-Minuten-Epen der letzten Scheibe allesamt recht kurz und prägnant gehalten sind, führt er uns quer durch die französische Musikkultur, von Serge Gainsbourg zu Betty Mars und wieder zurück.

Therions Label Nuclear Blast war das Ganze dann doch etwas zu kontrovers, weshalb die Band die Fäden diesmal selbst in die Hand genommen hat, und das ist auch gut so! Denn Therion werden ihr 25. Jubiläum ganz bestimmt nicht mit einem schnöden Best-Of feiern, nein, sie betreten einmal mehr neue Wege, sie brauchen es, sich genau wie die Fans vor eine neue Herausforderung zu stellen, zu verwirren und zu verstören. Und womit könnte man den Metaller von heute mehr verstören als mit französischen Covers? Therion scheren sich nicht um fest abgesteckte Genres sondern wollen ihre Fans immer wieder neu herausfordern.

Genau dies steckt auch hinter dem Konzept „Les Fleurs Du Mal“. Der Name geht dabei auf eine Gedichtsammlung des französischen Poeten Baudelaire zurück, der für seine anstößigen und angeblich beleidigenden Texte verurteilt wurde. In derselben Tradition, die anerkannten und etablierten Wege zu verlassen und neue Pfade einzuschlagen, die in bestimmten Gesellschaften (noch) nicht so recht akzeptiert werden, sieht sich auch Christofer mit seiner Truppe. Und das zu recht.

Der schnelle antreibende Opener „Poupée De Cire, Poupée De Son“ ist gleichzeitig der erste französische Song, den Christofer für sich entdeckt hat. Die Tatsache, dass das Stück gleich zweimal enthalten ist, kommt daher dass sowohl er als auch Gitarrist Christian Vidal eine Version geschrieben haben und nur diese beiden die restlichen Songs gebührend umrahmen können. „Une Fleur Dans Le Coeur“ besitzt einen ebenso eingängigen und wiedererkennbaren Rhythmus wie „Polichinelle“, und auch das vergleichsweise simpel strukturierte „Initials B.B“ hat es mir ziemlich angetan. Songs wie „Lilith“ haben eine sehr düstere Atmosphäre, während das kraftvolle „Je N’ai Besoin Que De Tendresse“ vor allem Powermetal-Freunden das Herz höherschlagen lässt; auch Sänger Thomas Vikström erreicht hier bisher ungekannte Stimmlagen. Ein weiterer absoluter Höhepunkt ist „J’ai Le Mal De Toi“, so unsagbar traurig und verzweifelt, zum Sterben schön; übrigens der erste Song an dem Christofer gearbeitet hat, also der heimliche Beginn von „Les Fleurs Du Mal“. Die Limitierte Edition, die bereits vor der offiziellen Veröffentlichung auf der Tour verkauft wird, enthält außerdem noch den Bonussong „Les Sucettes“.

Über die restlichen Stücke könnte ich noch ähnlich viel erzählen, möchte mich hier jetzt aber beschränken, denn die abschließende Aussage sollte klargeworden sein: Trotz allem ist „Les Fleurs Du Mal“ ein Therion-Album durch und durch, das hinsichtlich seiner Stimmungen und Atmosphären der früheren Diskographie nicht nachsteht. Es braucht seine Weile bis sich die Scheibe komplett erschließt, aber das dürfte den Therion-Fan ja nun wirklich nicht mehr aufhalten oder? Wer gleich von vornherein weiß dass er mit französischen Covers absolut gar nichts anfangen kann, dem sollte man vielleicht vom Kauf abraten, und auch die Skeptischen sollten vorher auf alle Fälle erst einmal reinhören. Allen anderen kann ich versichern: Es gibt ein neues Meisterwerk aus dem Hause Therion, greift zu, höret und staunet!




 
Tracklist: Lineup:
01. Poupée De Cire, Poupée De Son
02. Une Fleur Dans Le Coeur
03. Initials B.B.
04. Mon Amour, Mon Ami
05. Polichinelle
06. La Maritza
07. Soeur Angélique
08. Dis-Moi Poupée
09. Lilith
10. En Alabama
11. Wahala Manitou
12. Je N’ai Besoin Que De Tendresse
13. La Licorne D’or
14. J’ai Le Mal De Toi
15. Poupée De Cire, Poupée De Son
16. Les Sucettes (Bonus Track)

 

 
9.5 Punkte von Laughing Moon (am 16.10.2012)
 
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2. ASP "Fremd"
3. Dead Can Dance "Anastasis"
4. Opeth "Ghost Reveries"
5. Anathema "Weather Systems"
6. Therion "Gothic Kabbalah"

[ Seit dem 16.10.12 wurde der Artikel 3310 mal gelesen ]
 
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