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 Lantlôs (Deutschland) "Melting Sun" CD

Lantlôs - Melting Sun - Klicke zum Vergroessern Zum vergrößern anklicken!
 
So bewertet Metalglory
Grundbewertung des Werkes:
einfach Genial!!
 
Kaufwertung für Euch:
Eine Kaufaufforderung :)!!


Label: Prophecy Productions  (92 verwandte Reviews)
Veröffentlichung: 2.5.2014   (3355 verwandte Reviews)
Spieldauer: 40:48
Musikstil: Diverse/Stilübergreifend   (844 verwandte Reviews)
Musikbeschreibung: Post Metal/Dream Rock
Homepage: http://www.myspace.com/lantlos


Weitere Infos zu Lantlôs:
REVIEWS:
Lantlôs .neon
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Lantlôs Agape
Lantlôs Melting Sun
INTERVIEWS:
Lantlôs - Ich Hasse Langeweile!
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Mehr über Lantlôs in der Metalopedia
Diskussion zum Review
im Forum

Sieht man einmal von Alcest's "Shelter" ab, so sind die beiden neuen Alben von Lantlôs und Dornenreich zweifellos diejenigen, deren Veröffentlichung ich mit der größten Spannung erwartete. Bei etwa 99 Prozent aller Bands mag man trotz aller verschwurbelten Ankündigungen irgendwie immer vorausahnen, in welche musikalische Richtung sich eine Neuveröffentlichung bewegt - nicht so dagegen bei diesem einen Prozent an Freigeistern, zu denen man definitiv auch Lantlôs zählen muss. Gerade nachdem Markus Siegenhort alias Herbst mit seinem Soloprojekt LowCityRain ein verträumtes Wave-Album veröffentlichte, war ich arg gespannt, wie nun ein neues Lantlôs-Album ausfallen würde. Zweifellos ist die Arbeit an LowCityRain nicht spurlos an Markus vorbeigegangen, und etwas anderes hätte ich auch gar nicht erwartet. Abgesehen davon, dass er diesmal eine komplette Band hinter sich versammelt hat (Darf man da vermehrte Liveauftritte erhoffen?), präsentiert sich das neue "Melting Sun" in so mancherlei Hinsicht deutlich anders als ".neon" und "Agape". Ich würde ja beinahe sagen, reifer, wenn da nicht implizit mitschwingen würde, dass die Vorgänger irgendwie noch unreif waren. Das waren sie nicht, sie kratzten immer an der Tür zur Perfektion. Sie waren wohl lediglich etwas stürmischer, wohingegen "Melting Sun" etwas angepasster erscheinen mag, aber auch eine größere innere Ruhe mit sich transportiert. Es gibt auf "Melting Sun" keine Doublebase-Drums mehr und vor allem keinen exaltierten Keifgesang von Alcest's Neige, und das wird für viele Fans erst einmal ein harter Brocken sein.

Betrachten wir die einzelnen Songs im Detail:


"Azure Chimes" beginnt zunächst mit einem ruhigen Einklang und Blues-ähnlichem Saitengezupfe, bevor dann eine schwere Gitarrenwand hereinbricht. Der Bass ist wieder sehr stark ausgefallen und verpasst den Songs einen besonders heftig drückenden Klang. Das Stück, das wie der Großteil der Songs auf "Melting Sun" im Midtempo gehalten ist, zeigt sich deutlich progressiv angehaucht und mit vielen Stimmungswechseln versehen - schon hier gibt es mehr Abwechslung und Ideenreichtum zu entdecken, als manche andere Bands auf ein gesamtes Album packen könnten! Wer Markus' cleanen Gesang bereits von seinem Solodebüt "LowCityRain" kennt, weiß was ihn in diesem Song erwartet; doch auch alle anderen werden nicht lange brauchen, um sich mit dem neuen Klargesang anzufreunden. Markus' Stimme wirkt sehr ergreifend, sofort mitreißend, und genauso warm umhüllend wie die Musik. Ein so heftiger Gesang wie auf "Agape" würde hier überhaupt nicht mehr funktionieren.

Auch "Cherry Quartz" beginnt zunächst verzagt, bevor sich hier eine besonders trostlose Doom-Wand einschiebt. Dieses Stück weist noch die deutlichsten Verbindungen zu den Vorgängeralben auf. Durchbrochen wird die Tristesse dann von verspielten Gitarren, die wie so oft leicht jazzig ausgefallen und mit dieser ganz Lantlôs-typischen abwartenden, lauernden Stimmung ausgestattet sind. Immer wieder schaffen es Songs wie dieser, Bedrückung, Sehnsucht und Hoffnung gleichermaßen in sich zu vereinen. So betrüblich "Cherry Quartz" gerade erscheinen mag, so sehr kann es doch trotzdem immer irgendwie Trost spenden. Eine Eigenschaft, die sich Lantlôs nicht gerade mit vielen Bands teilt.

"Aquamarine Towers" macht im Grunde genau dort weiter, arbeitet aber stärker als die beiden vorangegangenen Songs mit Halleffekten im Gesang, was das Ganze noch einmal eine Spur verträumter macht. Sehr gelungen! Vor allem das ergreifende Ende hat es mir angetan und gehört zu den (zugegebenermaßen zahlreichen) Höhepunkten von "Melting Sun".

Die Halleffekte schlagen sich auch am Beginn von "Jade Fields" nieder, das Stück startet sehr blues- und jazzbeeinflusst, mit jenem beruhigendem Lounge-Aspekt, der auch vielen anderen Lantlôs-Stücken innewohnt. Später mündet der Song erneut in introvertiertem, verspieltem Postrock, der gleichzeitig einerseits unruhig und hin und her gerissen, und andererseits sehr ausgeglichen erscheint.

"Oneironaut" stellt ein kurzes und ruhiges Intermezzo dar, welches meines Erachtens hier auch sehr gut positioniert wurde, um das Gehörte erst einmal zu verarbeiten und sacken zu lassen.

Auch das abschließende "Golden Mind" bleibt ruhig, allerdings noch ein Stück weiter entrückt. Der Song ist ein gutes Beispiel dafür, dass man auch mit einfachen Mitteln eine packende Nummer abliefern kann, denn die Melodie besteht im Wesentlichen aus zwei verschwommenen Gitarrentönen. Zum Ende hin steigert sich der Song noch einmal prächtig, danach findet "Melting Sun" leider viel zu schnell wieder zu einem Ende.


Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass "Melting Sun" den bisher größten Sprung in der Musik von Lantlôs darstellt. Einen, den wahrscheinlich nicht alle Fans mitgehen möchten, und die den "zahmeren" Stil naserümpfend ablehnen werden. Wahrscheinlich dieselben, die auch Alcest's Abkehr vom Metal voller Ärger verfolgt haben. Aber wer wie Markus Siegenhort mit Lantlôs schon so viel getan hat für den gefühlvollen Metal der Moderne, den soll man nicht im Gestern aufhalten, sondern er soll sich entfalten. Genau das tut er auf "Melting Sun", und zwar in keinem Moment weniger intensiv als er es auf ".neon" und "Agape" tat. Hut ab, für dieses Meisterwerk!


Tracklist:
01. Melting Sun I: Azure Chimes (7:11)
02. Melting Sun II: Cherry Quartz (09:40)
03. Melting Sun III: Aquamarine Towers (08:06)
04. Melting Sun IV: Jade Fields (06:29)
05. Melting Sun V: Oneironaut (02:52)
06. Melting Sun VI: Golden Mind (06:28)


 
9.0 Punkte von Laughing Moon (am 13.04.2014)
 
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[ Seit dem 13.04.14 wurde der Artikel 1840 mal gelesen ]
 
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