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 Pain Of Salvation (Schweden) "Remedy Lane" CD

Pain Of Salvation - Remedy Lane CD  
So bewertet Metalglory
Grundbewertung des Werkes:
einfach Genial!!
 
Kaufwertung für Euch:
Eine Kaufaufforderung :)!!


Label: Inside Out  (195 verwandte Reviews)
Veröffentlichung: 2002   (299 verwandte Reviews)
Spieldauer: 68:12
Musikstil: Progressive Metal/Rock   (1175 verwandte Reviews)
Musikbeschreibung: stimmenbetonter ProgMetal
Homepage: http://www.painofsalvation.com
 Leserwertung
10 von 10 Punkten
bei 2 Stimmen
 

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Weitere Infos zu Pain Of Salvation:
REVIEWS:
Pain Of Salvation Remedy Lane
Pain Of Salvation Scarsick
Pain Of Salvation Ending Themes - On The Two Deaths Of
Pain Of Salvation Linoleum
Pain Of Salvation Road Salt Two
Mehr über Pain Of Salvation in der Metalopedia
Diskussion zum Review
im Forum

Die schwedische Band Pain Of Salvation hat von 1997 bis 2004 fünf Studioalben und eine Live-Unplugged-Scheibe herausgebracht. Sie haben sich damit inzwischen den Ruf erarbeitet, den Progressive Metal erneuert zu haben, was auch immer das heißen soll -- denn progressive Musik sollte doch ständig von Neuerungen leben? Wie auch immer, mich wundert, hier noch nichts von ihnen zu finden, aber so bekomme ich hier einen prima Auftakt. Die 2002er-Scheibe Remedy Lane war meine erste von POS. Die Band mischt tatsächlich viele Einflüsse und spielt ohne Scheu vor Melodien und Harmonien. Die schnellen Part krachen ordentlich, die gemächlicheren Stellen verbreiten eine angenehme, gespannte Ruhe. Sänger und kreativer Mittelpunkt Daniel Gildenlöw singt, schreit, growlt und flüstert sich beeindruckend durch die Songs.

Der erste, Of Two Beginnings, startet ruhig und würde auch gut auf etwas ausgefallenere Rock- oder Pop-Platten passen. Gildenlöw deutet seine Vielfalt nur an. Zur Mitte treiben die Jungs etwas stärker voran, lassen aber den Hörer noch im Unklareren darüber, in welche Richtung sie sich entwickeln werden.

Ending Theme knallt dann mit allen Qualitäten rein, treibendem und abwechslungsreichen Schlagzeug, atmosphärischen Keyboards, bohrenden Gitarren, vielen Breaks und variablem Gesang. Zwischendurch spricht Gildenlöw den Text statt zu singen, was aber kaum stört, weil die Musik im Vordergrund bleibt. Erst auf dem 2004er-Nachfolger Be nehmen die Einspielungen überhand und man findet die Musik kaum noch -- aber das ist eine andere Geschichte.

Fandango beginnt mit vertrackten Melodien und Gesangsfetzen, die schlüssig klingen -- erst wenn man versucht, irgendwas davon mitzuwippen oder sich zu bewegen, bricht man sich die Gelenke. Der Schlagzeuger zeigt langsam seinen variantenreichen Druck. Doch auch Klavier, die beiden Gitarren, Bass und Gesang stehen alles andere als im Hintergrund. Der Song bleibt vertrackt und etwas sperrig, aber auf diese Gehirnknoten sind wir bei Prog ja gerade scharf.

Eingängiger klingt A Trace of Blood, endlich kann man zappeln, ohne ständig von jedem Break herausgeworfen zu werden. Hier bekommen die Jungs einen prima Song hin, der vor Phantasie und schneller Harmonie sprüht. Der sympathische, aggressionslose aber kraftstrotzende Druck kommt zum Vorschein, der die Jungs auch bei Konzerten so liebenswürdig macht.

This Heart Of Mine erhebt sich als Ballade mit ruhigen Gitarren, hohem Gesang und glockigen Keyboards. Das Schlagzeug drängt sanft voran, die Gitarren fummeln nett. Später legt die Band noch einen Gang zu und setzt ein angenehm zurückhaltendes Gitarrensolo hinzu, doch die Grundstimmung bleibt ruhig.

Undertow hatte mich beim ersten Hören endgültig von POS überzeugt. Der ruhig Anfang erzeugt Spannung, weil man genau weiß, was die Jungs gleich loslassen -- tatsächlich legen sie mit jeder Strophe ein paar Kohlen drauf. Der Gesang steht im Vordergrund, die Keyboards erzeugen die Stimmung, die Gitarren läuten dann den schnelleren Endteil ein. Bei den zeitweiligen Echoeffekten muss ich aber an Floyds zu oft gehörte The Wall denken.

Am Anfang von Rope End tobt sich der Schlagzeuger etwas aus, dann starten die Gitarren, später spielt Gildenlöw mit vielstimmigem Gesang herum, und dann geht’s wieder von vorne los. Aber auch im dritten Durchgang dieses Spiels leuchten nicht alle Details ein, es entsteht der erste Schwachpunkt, an dem die Vertracktheit wie Selbstweck klingt. Der knackige instrumentale Mittelteil versöhnt, aber dann bringen sie den wenig schlüssigen Kram noch mal. Naja.

Chain Sling läuft mit einer fast spanischen Gitarre an, aber der schräge Schlagzeugrhythmus verrät direkt, dass es komplizierter wird. Hier stimmen die Gehirnknoten wieder, die Vertracktheit funktioniert. Viel zu schnell zu Ende, da hätte ein noch schnellerer Gang gut getan.

Dryad Of The Woods entwickelt sich anfangs zu einem ruhigen Instrumentalstück zwischen Klavier und Gitarre, später rührt der Schlagzeuger sein schnelles Spiel dazu, das trotz hohem Tempo und viel Abwechslung ein Gefühl von Ruhe erzeugt.

Remedy Lane erinnert mich an die Blue Man Group mit ihren Plastikrohren (auch mal nett), aber dann leitet ein hörenswertes Keyboard-Spiel in den nächsten Song Waking Every God über. Ein wunderschönes Gitarrenintro, dann beginnt ein sehnsüchtiger Gesangspart, später wieder mehrstimmig. Etwas Härte kommt dazu, dann ist's schon wieder vorbei.

Das mittlere Tempo der Ballade Second Love scheint sagen zu wollen, dass eine zweite Liebe weder schnell, umwerfend und heftig noch romantisch verblubbert sein kann. Vielleicht weise, aber musikalisch etwas belanglos.

Mit Beyond The Pale knallt POS ein beeindruckendes Ende auf die Platte. Harmonischer Rock kombiniert mit wüstem Speed, phantasievoll gekoppelt, bewegend gesungen, aufwändig gespielt. "We will always be much more human than we wish to be" singt Gildenlöw und meint damit auch die Musik von POS: Kein aggressiver, atemloser Metal, kein Rock mit Angst vor Geschwindigkeit, sondern eine sehr selbstbewusste und raffinierte Mischung aus Härte, Melodie und Vertracktheit für Leute, denen eine Musikrichtung viel zu langweilig ist.

Am Sound der Platte gibt's wenig zu bemängeln, nichts klingt vermatscht, lediglich die Gitarre scheint manchmal leicht gequetscht. Meist steht der Gesang im Vordergrund, oft auch mehrstimmig, er pendelt vielleicht manchmal zur Selbstverliebtheit. Die Gitarren lärmen, wenn sie müssen, und bleiben sanft, wenn sie wollen. Die Keyboards waben meist im Hintergrund und erzeugen Stimmung, im richtigen Moment aber auch Melodien. Und das Schlagzeug hält den ganzen Kram aufwendig am Laufen.

Einen Punkt ziehe ich für die manchmal doch etwas selbstverliebten Gesangsparts und die kurzen Schwächen ab, doch ich kann nicht anders, als Remedy Lane die nahezu perfekte Platte zu nennen. Für mich war sie nicht nur meine erste Begegnung mit POS, sondern hatte auch mein damals seit einigen Jahren etwas brach liegendes Interesse für neue Musik wieder geweckt. Daher musste sie meine erste Besprechung hier werden, auch wenn die Scheibe jetzt schon zwei Jahre alt ist und ich mich ein wenig verquatscht habe... die nächsten Besprechungen werden kürzer...



 
Tracklist: Lineup:
1. Of Two Beginnings

CHAPTER I:
2. Ending Theme
3. Fandango
4. Trace of Blood
5. This Heart of Mine (I Pledge)

CHAPTER II:
6. Undertow
7. Rope Ends
8. Chain Sling
9. Dryad of the Woods
* Thorn Clown (Japanese Bonus)

CHAPTER III:
10. Remedy Lane
11. Waking every God
12. Second Love
13. Beyond the Pale
 
Gesang, Gitarre: Daniel Gildenlöw
Gitarre, Gesang: Johan Hallgren
Bass: Kristoffer Gildenlöw
Keyboards, Gesang: Fredrik Hermansson
Schlagzeug, Gesang: Johan Langell

 
9.0 Punkte von kacior (am 03.10.2005)
 
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[ Seit dem 03.10.05 wurde der Artikel 7534 mal gelesen ]
 
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