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 Pallas (Großbritannien) "The Dreams Of Men" CD

Pallas - The Dreams Of Men CD  
So bewertet Metalglory
Grundbewertung des Werkes:
Durchschnittlich
 
Kaufwertung für Euch:
Für Fans der Gattung


Label: Inside Out  (195 verwandte Reviews)
Veröffentlichung: 2005   (1096 verwandte Reviews)
Spieldauer: 73:09
Musikstil: Progressive Metal/Rock   (1175 verwandte Reviews)
Musikbeschreibung: spektrumsreicher ProgRock
Homepage: http://www.dprp.vuurwerk.nl/bands/pallas/home/pallas.html
Weitere Links: http://www.insideout.de
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Weitere Infos zu Pallas:
REVIEWS:
Pallas The Dreams Of Men
Pallas Blinding Darkness
Pallas Wearewhoweare
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Kennt ihr Haggis, eine schottische wurstähnliche Spezialität? Schafsmagen gefüllt mit Herz, Leber, Lunge, Fett, Zwiebeln und Hafermehl, dann scharf gewürzt. Man glaubt es nicht, aber das Zeugs schmeckt deftig gut. Pallas stammen ebenfalls aus Schottland, sie bereiten ihre Musik ebenfalls aus einer Reihe Zutaten -- fetten Rock, deftigen Metal, pikantem Blues, frischen Folk und zähe Klassik -- und würzen das ganze mit ausgefallenen Arrangements. Erfahrung haben sie genug, seit 1981 spielen sie, wenn auch bisher dabei nur vier echte Longplayer entstanden sind. Damals wurden sie häufiger in einem Atemzug mit Marillion, Pendragon und IQ genannt oder für zu synthielastig a la Yes erklärt.

Da kommt haufenweise gute Rockmusik, die durch eine Vielzahl von anderen Elementen bereichert wird und die sehr aufwendig und sorgfältig arrangiert wirkt. Gerade durch die Folk- und Klassikparts entsteht ein schönes breites Klangspektrum mit vielen Überraschungen. Die meisten davon sind auch angenehm, nur wenige nerven wie das Indianergesinge am Ende von Ghost Dancer. So deutliche Anspielungen erwecken bei mir immer den Verdacht, der Song soll plump in eine Stimmungsecke gedrängt werden, die er musikalisch nicht von alleine erreicht hätte.

Doch schnell dringt ein seltsamer Beigeschmack ins Bewusstsein. Die Gitarren klingen dann etwas gequetscht, als würde man den Heavy-Sound bewusst rausdrehen. Mich erinnern sie an die (bis auf die erste) wenig zündenden Solo-Platten von Steve Hackett (bis etwa 1980 Gitarrist bei Genesis) -- das klumpt.

Das viele Keyboard-Gequietsche zitiert 70er-Genesis, vielleicht Yes oder die ELP-Übertreibungen. Auf ihren ersten Platten war das ok, die stammen aus den 80ern, bei Marillion ging's dann noch so gerade als nicht altmodisch durch, aber jetzt kann ich's wirklich nicht mehr hören -- fast vergammelte Zutaten.

Einige Songs finden keine Balance; die Zusammenstellung von Schnell und Ruhig, von Sparsamkeit und Pathos, von Schlichtheit und Bombast wirkt willkürlich und erschließt sich mir nicht immer -- verwürzt.

Das Fehlen von zündenden Ideen macht sich vor allem bei den stilleren Zwischenparts bemerkbar: Da kommt keine Spannung auf, da liegen einfach nur Puzzleteile lose hintereinander, ohne Verbindung, ohne Ziel. Vielleicht bin ich zu ungeduldig und brauche überproduzierte Musik, die mich ständig an die Hand nimmt. Aber Songs wie Invincible werfen mich ständig raus, die kann ich nicht als Ganzes wahrnehmen, sondern als Dutzende teils ganz interessante Fragmente -- übergekocht.

Stimmen sind natürlich Geschmackssachen, und diese hier liegt mir nicht. Sie bleibt trotz angedeutetem Blues-Groove eng und so verklemmt wie Talk Talks It's a shame -- falsche Zutat.

Ganz am Ende dann, dann kommt The Last Angel. Und dann funktioniert plötzlich alles. Zielrichtung, Zusammenhalt, Brücken in der Ruhe, besserer Gesang, Frische. Das Ding passt problemlos auf einen Sampler mit Marillions Grendel oder Supper's Ready von Genesis, klingt aber moderner. Mehr davon.

Die Scheibe kocht über vor Ideen und Vielfalt, aber schmeckt zu sehr nach Altmännergedudel, nach dem Festhalten am Jahrzehnte altem Sound, den die neuen Ideen zu selten durchbrechen dürfen. Aufgekocht und zu zaghaft nachgewürzt. Wer mit dieser etwas gemächlicheren Spielart des Progrock alter Tradition (und der It's-A-Shame-Stimme) leben kann, mag Gefallen an der Platte finden. Ich schmeiße jetzt aber doch lieber Hacketts Voyage Of The Acolyte von 1975 an. Und beim nächsten Schottland-Besuch werde ich Haggis vorsichtig probieren, bevor ich mir wieder den ganzen Teller voll schaufele. Da hab ich wohl Glück gehabt bisher.

Auf ihrer Homepage geben Pallas sympathische und unterhaltsame Kommentare zu allen Songs -- sie halten The Last Angel gar für den besten ihrer Karriere bisher. Die Platte kommt zusätzlich in einer Special Edition mit erweitertem Booklet und einer CD mit Outtakes und Remixes auf den Markt.

Musiker
Graeme Murray: Bass
Niall Mathewson: Gitarre
Alan Reed: Gesang
Ronnie Brown: Tasten
Colin Fraser: Schlagzeug

Platten
2005: The Dreams Of Men
2001: The Cross And The Crucible
1998: Beat The Drum
1986: The Wedge
1985: Knightmoves (EP)
1984: The Sentinel

2005: The River Sessions (live)
2003: The Blinding Darkness (live)
2000: Live Our Lives (live)
1981: Arrive Alive (live)

(div. Re- und Re-Re-Releases v.a. von Sentinel und Wedge bei EMI und Inside Out)


 
5.5 Punkte von kacior (am 18.10.2005)
 
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musikalischer Background des Verfassers
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[ Seit dem 18.10.05 wurde der Artikel 5821 mal gelesen ]
 
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