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 Helloween (Deutschland) "Keeper of the seven keys - The legacy" CD

Helloween - Keeper of the seven keys - The legacy CD  
So bewertet Metalglory
Grundbewertung des Werkes:
einfach Genial!!
 
Kaufwertung für Euch:
Eine Kaufaufforderung :)!!


Label: SPV  (178 verwandte Reviews)
Veröffentlichung: 31.10.2005   (1096 verwandte Reviews)
Spieldauer: 82:38
Musikstil: Heavy/Power Metal   (1874 verwandte Reviews)
Musikbeschreibung: Helloween Metal
Homepage: http://www.helloween.org
Weitere Links: http://spv.de
 Leserwertung
5 von 10 Punkten
bei 6 Stimmen
 

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Weitere Infos zu Helloween:
REVIEWS:
Helloween Keeper Of The Seven Keys - The Legacy
Helloween Mrs. God
Helloween Light The Universe
Helloween Keeper Of The Seven Keys – The Legacy World Tour 2005/2006 Live On 3 Continents
Helloween Gambling With The Devil
INTERVIEWS:
Helloween - Sao Paulo - Tokio - Sofia
Helloween - Erdbeben Und Die 7 Todsünden
Mehr über Helloween in der Metalopedia
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Die Hamburger Angriffswelle rollt. In diesem Herbst fahren Helloween ganz große Geschütze auf. Mit viel Mut nennen sie ihr neues Album „Keeper of the seven keys – The legacy“. Ein solcher Titel setzt sie natürlich einem enormen Druck aus. „Keeper of the seven keys Part I & II“ sind Meilensteine der europäischen Heavy Metal Geschichte. Ganze Generationen von Musikern berufen sich heutzutage auf diese beiden Goldstücke. Horden von Skandinaviern, Spaniern und Italienern haben die letzten Jahre nichts besseres zu tun gehabt, als die Keeper Alben in immer wieder neuer Form zu imitieren. Jeder 80er Jahre Metaller kann die Platten von vorn bis hinten auswendig mitsingen. Und viele junge Szeneneulinge wollen dem in nichts nachstehen. Diesem Vermächtnis stellen sich Weikath, Deris und Co. anno 2005. Eine Tat, die in meinen Augen sehr viel Mut erfordert und der ich schon einmal Respekt zolle, ohne das resultierende Produkt überhaupt gehört zu haben. Die Kürbisköppe geben sich auch mit dem Drumherum alle Mühe, um „Keeper – The legacy“ würdig unter das Volk zu bringen: Das Teil erscheint als sechssaitiges Digi Pack und in Form einer Doppel CD, die es alles in allem auf über achtzig Minuten Spiellänge bringt. Als Produzent wurde einmal mehr Knopfhexer Charlie Bauerfeind verpflichtet. Und auf CD2 kommt es zu einem spektakulären Duett zwischen Andi Deris und Candice Night. Viel edle Verpackung also, die nichts helfen wird, wenn die Songs nicht stimmen. Doch bei dem Gedanken an die letzten Helloween Scheiben „The dark ride“ und „Rabbit don’t come easy“ bin ich guter Dinge. Bleibt mir nur noch freudestrahlend zu verkünden, dass die Hanseaten von Dezember bis Februar auf die größte Europatournee ihrer Bandgeschichte gehen. Ein Termin, der schon ganz dick in meinem Kalender steht. Doch genug der Belanglosigkeiten. Lassen wir die Musik sprechen. Treffen wir ein paar Menschen, die in der Lage waren, durch die sinnvolle Kombination von Tönen und Rhythmen Geschichte zu schreiben. Treffen wir eine Band, die für all das steht, was wir seit Jahren verehren. Treffen wir Helloween.

Den Anfang macht das vierzehnminütige „The king of a 1000 years“, das ich ja schon in meinem Review zur „Mrs. God“ Single beschrieben habe. Zeit, hier noch einmal genauer reinzuhören. Dieser Song steht wohl in Tradition der großen alten Helloween Mammutwerke. Sänger Deris dürfte die größten Schwierigkeiten gehabt haben, den Hörer über die Zeit zu retten. Diese Aufgabe meistert er bravourös. Bereits die Tatsache, dass der Song am Anfang der Legacy steht, deutet darauf hin, dass sich Helloween 2005 zwar dem Vermächtnis der Keeper Alben stellen, aber keineswegs die Vergangenheit kopieren wollen. Der Geist der Götteralben schwebt quasi von der ersten Minute an im Raum. Doch die Hamburger besinnen sich auf ihre aktuellen Stärken, kleiden alte Tugenden in ein neues Gewand und schlagen so eine Brücke zwischen Vergangenheit und Moderne, wie ich sie nie zu beschreiten gewagt hätte, „King..“ ist kein bloßes Remake. „King...“ ist aktuelle Helloween in einer perfekten, formvollendeten Version. „King...“ wird alte und neue Fans unter einem Banner vereinigen. Helloween setzen sich mit diesem Song selbst ein Denkmal. Ein Denkmal, an dem die Herren Deris, Gerstner und Loeble genau so Anteil haben wie Weiki und Großkopf. Einfach nur geil! Meine Fresse. Vierzehn Minuten Metal auf die Kauleiste. Ups, mein Bier ist alle. Tschuligung, muss mal eben zum Kühlschrank. Rechtzeitig zu „The invisible man“ bin ich zurück am Notebook. Mmh, na ja, schon der erste Filler? Scheint so. Doch was ist das? In der Bridge entwickelt sich der Song auf einmal und mündet in einen starken, Helloween typischen Chorus, bei dem sich Andi so richtig austoben kann. Der Rest des Tracks wird nämlich von hammermäßigen Gitarren dominiert. „Born on Judgement Day“ ballert die Ohren frei: eine Speed Granate aller erster Güteklasse. Dann zeigen uns die Kürbisköppe, was sie unter einer „Pleasure Drone“ verstehen. Der Song verlangt dem Hörer einiges ab. Von der Rhythmik her vertrackt, reichlich ungewöhnlich in Sachen Gesangslinien sticht er auf seine Weise etwas heraus. Insgesamt macht er mächtig Lärm und richtig Freude. Hier spürt man in jeder verfickten Note den Spaß, den die Jungs beim Einspielen hatten. Großartig! Es folgt die Single „Mrs. God“, die mir schon jetzt nicht mehr aus dem Kopf geht und mir bei jeder U-Bahn Fahrt oder „In der Schlange beim großen Doppelbogen“ durch den Kopf spukt. Der fette Rocker „Silent rain“ beschließt CD1 mit mächtigem Geboller. Dieser Track kann problemlos mit „I’m alive“ mithalten. Markus prügelt hier seinen Bass zu Höchstleistungen. Oha, mein Bier ist schon wieder alle. Auf dem Rückweg vom Kühlschrank mache ich einen kurzen Umweg zur Stereoanlage und lege CD2 ein.

Schon jetzt zittern die Hände. Nein, nicht vom Alkohol. „Keeper of the seven keys – The legacy“ entwickelt sich von Song zu Song, hatte bisher nicht einen einzigen Schwachpunkt und rappelt dazu noch heftig im Karton. Scheiße, ich kann den Flaschenöffner nicht finden. Zeit, ein wenig zurück zu blicken. Es muss so 1987 gewesen sein. Damals hörte ich eigentlich außer Metallica, Slayer, Megadeth und Anthrax nur noch die deutsche Thrash Fraktion um Sodom, Kreator, Destruction und so einigen etwas weniger wichtigen Bands. Ein Kumpel kam vorbei, um mir ein paar Bier weg zu saufen und mir zwei Scheiben vorzuspielen: „Under jolly roger“ und „Keeper of the seven keys“. Beide Alben zeigten mir völlig neue Welten. Welchen Weg sind wir alle seitdem gegangen? Wie sehr haben wir uns in all den Jahren verändert? Will man da wirklich von Helloween noch verlangen, dass sie „Keeeper Pt. III“ einspielen? Auf gar keinen Fall. Diesen Fehler begehen die Hamburger nicht. „Keeper – The legacy“ klingt frisch, unverbraucht, hat eine Menge Elan und beeindruckt durch außerordentliches spieltechnisches Können. Und ist – das sei hier ein für alle Mal gesagt – von vorn bis hinten ein Metal Album. Helloween gehen weiter ihren Weg, und der ist gepflastert von verzerrten Gitarren, einem satten, auf einer fetten Schlagzeugwand tanzenden Bass und dem charismatischen Gesang von Andi Deris. Oh, ich hab den Flaschenöffner gefunden. Zeit für den „Play“-Button.

Zu Beginn von CD2 surft jemand durchs Radio. Natürlich wissen alle Helloween Fans, worum es geht. Im Gegensatz zur übliche Grütze findet unser UKW Freund allerdings den ein oder anderen Kiske Song auf den Wellen. Scheint ihm nicht zu gefallen, denn er schraubt den Regler weiter, bis „Occasion Avenue“ startet. Hier haben wir es mit einem weiteren Monumentalwerk zu tun, das diesmal wirklich seinesgleichen sucht. Fette Riffs und mächtige Chöre prägen den Charakter dieser Meisterleistung, über die die Metal Welt sicher eine Weile sprechen wird. Es folgt mit „Light the universe“, das eingangs bereits erwähnte Duett von Andi und Candice Night. Ein wirklich beeindruckender Song, wie ich ihn in dieser Form von Helloween noch nicht gehört habe. Candice zeigt hier, dass sie gesanglich viel mehr drauf hat als das Blackmore’s Night Geseier. Ihr Beitrag würde jeder verrauchten Blues Kneipe zur Ehre gereichen. Andi und sie pushen sich gegenseitig in einen musikalischen Rausch, der nur von Weikaths allumfassender und omnipräsenter Gitarre gesteigert werden kann. Ein Song für die Ewigkeit. Vor dem Abdriften in surreale Geistergeschichten wird der Zuhörer von dem kompromisslosen Riff von „Do you know what you’re fighting for“ gerettet. Der Refrain haut in eine ähnlich markante Kerbe. Ich bin sicher, dass auf den Festivals des nächsten Sommers (es bildet sich gerade das Rohr der Vorfreude) dieser Song über die Campingplätze gedudelt wird. Bei „Come alive“ frage ich mich so langsam, wo die Helloween Gitarrenfraktion ihre Inspiration hernimmt. Wie kann man sich eine derartige Vielzahl markanter Riffs aus dem Handgelenk schütteln? Das erforfert sicher eine Menge Übung. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt! Dennoch: Man sollte meinen, dass jeder Ton inzwischen x-Mal gespielt ist. Kein Problem für Michi und Sascha. Danach prügeln sie mir „The shade in the shadow“ um die Ohren. „Get it up“ riecht endlich einmal verdächtig nach „Filler“. Was für ein Glück. Wenn, ja wenn es einen Ausfall auf „Keeper – The legacy“ gibt, dann ist es dieser Song,. Naja, was ich versucht bin, als Ausfall zu bezeichnen, ist immer noch erstklassig. So what? Drücke ich halt einmal in achtzig Minuten den „Skip“-Button. Schön, dass das mit viel Drive versehene „My life for one more day“ einen würdigen Abschluss für eine denkwürdige CD bildet.

Das war es. Tief durchatmen. Keine Ahnung, wie viele Hits ich in den letzten achtzig Minuten gehört habe. Völlig geplättet erhebe ich mich von meinen Knien, verneige mich ein letztes Mal ehrfurchtsvoll vor einer Band, die mich beinahe seit Beginn meiner Metalzeit begleitet hat und mache mir ein weiteres Bier auf, um die vergangenen Momente Revue passieren zu lassen. So langsam erkenne ich, was ich da erlebt eben habe: ein geniales Album.

Gitarrentechnisch ist „Keeper – The legacy“ das beste, was ich je von Helloween gehört habe. Gesanglich leistet Andi Deris hier sein Meisterstück. Das Songwriting ist über jeden Zweifel erhaben. Die Produktion von Charlie Bauerfeind ist so, wie eine Metal Produktion sein muss. Er schafft es, die nötige Härte zu erzeugen und trotzdem jedem einzelnen Instrument sowohl den nötigen Raum als auch einen saugeilen Sound zu geben. Und die Benotung? Lest Euch den vorletzten Absatz noch einmal durch! Was könnte ich anderes ziehen als die Höchstnote? Eben. 9,5 Punkte. Den Grund dafür findet ihr ein paar Zeilen weiter oben. Dennoch: Was für eine geile Scheibe. Ich habe Muskelkater in der Kinnlade vom dauernden Auf-und-zu-klappen. Heavy Metal is the law!





 
9.5 Punkte von Christian (am 23.10.2005)
 
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