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 Tribe Of Judah (USA) "Exit Elvis" CD

Tribe Of Judah - Exit Elvis CD  


Label: Spitfire  (13 verwandte Reviews)
Veröffentlichung: 2002   (299 verwandte Reviews)
Spieldauer:
Musikstil: Avantgarde/Dark/Industrial   (279 verwandte Reviews)
Musikbeschreibung: Industrial Rock
Homepage: http://www.tojonline.com/
Weitere Links: http://www.spitfirerecords.com/TribeOfJudah.htm


Weitere Infos zu Tribe Of Judah:
REVIEWS:
Tribe Of Judah Exit Elvis
Mehr über Tribe Of Judah in der Metalopedia
Diskussion zum Review
im Forum

Zu Beginn der 90er Jahre rollte eine Band namens Extreme mit ihrer anspruchsvollen Rockschnulze „More than words“ die Charts von hinten auf. Damals konnte wirklich jeder zweitklassige Rockgitarrist die Akkorde dieser herzzerreißenden Ballade vor sich hin zupfen. Dabei hatte der Longplayer „Pornograffiti“ viel mehr zu bieten und zählt für mich aufgrund der dargebotenen Experimentierfreudigkeit zu den Meilensteinen der damals bereits langsam sterbenden Ära des melodischen Hardrock. Neben dem Ausnahmegitarristen Nuno Bettencourt, dessen Name wohl mittlerweile Legende ist, beeindruckte Sänger Gary Cherone mit seinem stimmlichen Können.
Cherone meldet sich nun mit seiner neuen Band Tribe of Judah zurück und zeigt, dass er nichts verlernt hat. Im Gegenteil: Seine Stimme klingt sehr viel reifer und ausgebildeter als früher, hat aber nichts von ihrer Wildheit und Frische eingebüßt. An Cherones Seite stehen neben zwei alten Weggefährten aus Extreme Tagen, Pat Badger am Bass und Mike Mangini am Schlagzeug, der Gitarrist Leo Mallace und Keyboarder Steve Ferlazzo, der sich auch fürs Programming der meiner Meinung nach etwas übertrieben oft eingebundenen elektronischen Effekte verantwortlich zeigt. Alles in allem setzt sich die Truppe also aus nicht unbekannten Namen zusammen. Das merkt man der Musik natürlich an. „Exit Elvis“ ist ein auf höchstem Niveau eingespieltes Crossover Rock Album. Spiel- und produktionstechnisch geht man kein Risiko ein und setzt auf Qualität. Experimente führt die Band schließlich in puncto Songwriting genug durch. Der Leadsänger hatte sich nach dem Ende von Extreme die Zeit mit der Hauptrolle in dem Musical „Jesus Christ Superstar“ an der Bostoner Rock Oper, einem Gastspiel bei Van Halen (Van Halen III) und einem Jazz-Quartett namens „Hounds Tooth“ vertrieben.
Diese wechselvollen Einflüsse verarbeitet der Musiker im vorliegenden Album. „Exit Elvis“ beschreitet den schmalen und bisher recht unerforschten Pfad zwischen Hardrock und Industrial. Der Tenor des Albums ist dabei recht düster. Mit „Left for dead“ geht es zwar recht elektronisch, aber schön groovig und enorm eingängig los. Die alte Hard Rock Ader der Barden ist hier noch am ehesten wieder zu entdecken. „No one“ zappelt recht funkig durch die Gehörgänge und möchte dort nicht wirklich verweilen. Das country-beeinflusste „East of paradise“ entwickelt sich enorm dynamisch und ist mein Anspieltipp. „Thanks for nothing“ ist die erste Single Auskopplung und erinnert ein wenig an experimentelle Faith No More Werke. Als Referenz für diese Art von Musik fällt mir nicht viel ein. Vielleicht am ehesten noch Buddy Lackey’s Projekt Dead Soul Tribe, die jedoch eine Liga höher spielen. Die Kompositionen von Tribe of Judah wirken oft etwas überladen. Ein weiterer Tipp zum Reinhören ist das schöne, an aha erinnernde „Ambiguous Headdress“. Vor dem Kauf solltet ihr aber auf jeden Fall noch in das wirre Elektrogedudel „My utopia“ und den nichtssagenden Titeltrack reinhören und entscheiden, ob Eure Kohle angesichts solcher Ausfälle woanders besser investiert werden kann.
Solltet ihr Experimente erleben wollen, ein Zuhause in progressiven Gefilden Euer Eigen nennen und die Berührung mit Industial Elementen nicht scheuen, dann gebt Tribe of Judah ruhig eine Chance.

 
6.5 Punkte von Christian (am 20.12.2002)
 
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