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 Hrossharsgrani (Österreich) "Schattenkrieger" CD

Hrossharsgrani - Schattenkrieger CD  


Label: CCP Records  (40 verwandte Reviews)
Veröffentlichung: 2002   (299 verwandte Reviews)
Spieldauer: 40:56
Musikstil: Metal   (947 verwandte Reviews)
Musikbeschreibung: Metal
Homepage: http://www.ccprecords.com


Weitere Infos zu Hrossharsgrani:
REVIEWS:
Hrossharsgrani Schattenkrieger
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Au weia. Vom österreichischen Label ccp-records bin ich eigentlich eine Menge Gutes gewohnt. So zählt beispielsweise der zweite Output ihrer Schützlinge Daylight Torn zu den absoluten Highlights meiner Gothic Sammlung. Und auch der kürzlich von mir besprochene Newcomer Silberling von Olemus konnte sich wirklich mehr als sehen lassen. Deswegen habe ich mich richtig auf die vorliegende CD der Band mit dem Namen, den sich keiner merken kann, gefreut. Leider wurde ich ziemlich enttäuscht.
Hrossharsgrani (Gesundheit!) bestehen seit 1998 und wurden meines Wissens ursprünglich als Einmann-Projekt gestartet. Begonnen wurde mit dunkler Ambient Musik, danach steigerte man sich in schwarzmetallische Gefilde, um schließlich mit klassischen Melodien und hartem Metal der Welt die Werke eines gewissen Herrn Tolkien näher zu bringen.
Mit dieser Thematik befasst sich auch des Trios dritter Streich „Schattenkrieger“. Das Infoblatt beschreibt das Produkt als eine „gekonnte Symbiose von heroischen Schlacht Hymnen und charakterstarken Hörspielpassagen“, die den „Metal Warrior sofort in seinen Bann ziehen“ werden. Nix is.
Metal kann ich auf der CD keinen entdecken. Vielmehr mutet das Ganze ein wenig an wie eine profane Version von Goethes Erben mit einem Schuss Joachim Witt und Texten aus Blind Guardians Kindergartenkladde. Die Musik bewegt sich meiner Meinung nach eher im Wave Rock Bereich, besitzt aber kaum intellektuellen Tiefgang. Kein Metal Fan wird sich diese Weichspülerei in das Regal stellen, sondern lieber zu Bands wie Manowar, Dio, Hammerfall und Konsorten greifen. Oder eben den Gardinen aus Kreefeld. Das Album enthält keine fordernden Riffs, es fehlt jegliche Aggression, nirgendwo ballert etwas und selbst ein Song wie „Im Feuer der Rache“, der Zorn und entfesselte Wut besingt, ist geprägt von einer dahinlullernden Rhythmusgitarre und einem 80er Jahre Mitschunkel Refrain aus dem Bereich Synthie Pop.
Überhaupt haben Hrossharsgrani den Hang zu unfreiwilliger Komik. Hört Euch mal die Percussions zu „Ein gar stolzes Heer“ an. Sorry, ich sehe da leider nicht die Reiter von Rhohan über die Ebene brausen, sondern höchstens den Winnetou von den Karl May Festspielen in Bad Segeberg oder den Nachbarsjungen auf seinem Schaukelpferd. Genial das Intro zum Titelsong: „Scha (bom) tten (bom) krie (bom) ger (bom) – repeat. Nee, so macht man das nicht mit den monumentalen Schlachthymnen. Auch die lieblos aneinandergereihten Gitarrenakkorde im Refrain haben mit Metal mal wieder nix am Hut.
Echte Songs sind eher rar auf der CD. Oft wird man mit Soundkollagen konfrontiert, die in Reimen gesprochene Geschichtsfragmente aus Mittelerde umrahmen. Diese Gedichte sind nicht ganz unnervig. Geschieben sind sie im permanenten Schema AABB der Marke „reim Dich oder ich kill Dich“. Die Rezitierkunst der Bandmitglieder ist auch nicht besonders. Innerhalb einer Klangfarbe bewegt sich Banddame Fylgja zwar sicher, kommt aus dieser Stimmung jedoch nie heraus und langweilt bereits nach ein paar Minuten. Höhepunkt des Hörspieldebakels ist ein Ausschnitt der Reise des siegreichen Heeres von der Klamm nach Isengart, der gerade mal laienschauspielerisches Niveau erreicht. Einzig der Torwächter, der (soweit ich das beurteilen kann) auch den Schlusstrack singen darf, vermag zu überzeugen. Den Herrn hätte ich gern öfter in dieser Tonlage gehört.
Die Musik ist, wenn sie denn einmal stattfindet, zumindest erträglich. Die Songs sind strukturiert komponiert und in den Soundeffekten steckt viel Mühe. Mir sind Melodieführung und Harmoniewahl aber viel zu simpel und vorhersehbar. Wie die Verse eben auch.
Wollen wir nicht nur meckern. Die Produktion ist genehm. Und man kann die CD als Tolkien Fan auch nicht sofort wieder aus der Hand legen. Schließlich will man wissen, welchen Stoff die Band im nächsten Song angeht. Und wenn denn mal ein Stück Musik läuft, ist es auch so simpel geschrieben, dass es im Ohr bleibt und man es unwillkürlich unter der Dusche vor sich hin pfeift. Und ich möchte keineswegs behaupten, „Schattenkrieger“ sei leidenschaftslos eingespielt. Allein an den vielen kleinen Soundtüfteleien merkt man, dass hier jemand mit Herzblut bei der Sache war. Vielleicht scheitert das Vorhaben am kitschigen Geschmack und den mangelhaften theatralischen Fähigkeiten der Akteure.
Kann es vielleicht sein, dass hier ein paar alternden Live Rollenspielern beim Bastelabend der Schaumstoff ausgegangen ist und sie auf die Idee kamen, zusammen ein wenig Lala zu machen? Ist ja ok. Aber das nächste Mal bitte etwas weniger naiv und platt.

 
5.0 Punkte von Christian (am 10.01.2003)
 
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