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Eigenproduktion Face New World (Deutschland) "Bleeding Wounds" CD

Face New World - Bleeding Wounds CD  


Label: Eigenproduktion  (2048 verwandte Reviews)
Veröffentlichung: 2001   (158 verwandte Reviews)
Spieldauer: 66:25
Musikstil: Death Metal   (1820 verwandte Reviews)
Musikbeschreibung: DEATH METAL
Homepage: http://www.facenewworld.de


Weitere Infos zu Face New World:
REVIEWS:
Face New World Bleeding Wounds
INTERVIEWS:
Face New World - From Core To Death
Mehr über Face New World in der Metalopedia
Diskussion zum Review
im Forum

Diese junge Todesmetallkapelle aus Recklingshausen, die sich durch lokale Gigs sowie zwei Konzerte in Polen (bei einem hatte man sogar über 600 Zuschauer) schon einen Namen gemacht hat, hat mich in mancherlei Hinsicht etwas überrascht...

Erstmal mit der Tatsache, dass man sich dem Deathmetall der alten Schule verschrieben hat und weder mit irgendwelchen Experimenten, noch mit „neumodischen“ Einflüssen liebäugelt. Man fühlt sich in den Anfang der Neunziger des letzten Jahrhunderts zurück versetzt, und das tut richtig gut. Das allein ist aber – zugegeben – noch nicht so wahnsinnig sensationell. Stellt euch vor ihr kauft euch eine neue Schwarzmetall-CD, und vom Cover stieren euch vier in rosa Balletkostüme und Tüllschleier gekleidete Blackmetaller an...nun gut, ganz so schlimm ist es in dem Fall nicht ;-) , aber dennoch war ich nach Öffnen der CD leicht überrascht. Obwohl nämlich sowohl Coverartwork als auch der Schriftzug auf traditionellen Deathmetall hinweisen, sehen außer Gitarrist Artek die FACE NEW WORLD Mitglieder nicht so sehr nach Deathmetall oder überhaupt nach Metal aus, und das nicht nur wegen den kurzen Haaren. Weitaus irritierter war ich dann jedoch, als ich mich den Erkläuterungen zu den Texten widmete (die eigentlichen Texte liegen nicht bei), und dort unter Anderem einen Text über den Zerfall der Hardcore-Szene (!!!) sah („Wall between us“). Das ist dann doch schon ein etwas komischer Text für eine traditionelle Deathmetallband. Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, wie man als (Death-)Metaller darauf kommen kann über die Hardcore-Szene (!) einen Song zu verfassen Auch die meisten anderen Texte sind für Metaller, mal ganz zu schweigen von Death- oder Blackmetallern, etwas befremdlich.

Aber lässt man die Texte Texte sein und gibt sich der Musik von FACE NEW WORLD hin, wird man mit einem harten und finster-aggressiven Deathmetalbrett belohnt, in dem sich sogar teilweise Old-School-Blackmetaleinflüsse finden lassen. Es geht gut ab, und die Mixtur aus alten CORPSE, treibenden und in der Tradition von MORBID ANGEL stehenden schleppenden Riffs / SlowMo-Parts sowie einer Stimme die an Chris’ Gegrunze aus alten CORPSE-Tagen erinnert kommt sehr gut an. Das Ganze wird etwas aufgelockert von einigen kurzen, gut dargebotenen und melodiösen Soli und Einspielungen aus irgendwelchen Filmsequenzen. Die Produktion ist sehr Untergrund-verbunden, aber außer dem zu dünnen Bass ist alles akzeptabel und tut dem Hörgenuss keinen Abbruch. Die Jungs beherrschen ihr Handwerk und lassen musikalisch nichts anbrennen – mehr noch, sie sind wirklich gut in ihrem Metier, vor Allem was das Songwriting anbelangt. Insgesamt kann man sagen, dass FACE NEW WORLD den Todesmetallfan in Entzückung geraten lassen und unbedingt mal Probe gehört werden sollte. Anspieltipps sind "Where Is The Hardness" sowie "Just Believe".

Zur Spielzeit sollte vielleicht noch angemerkt werden, dass zwischen dem letzten regulären Track sowie dem „Ghost-Track“ eine längere Pause liegt, so dass ein paar Minuten abzuziehen sind.
 
7.5 Punkte von Børge (am 29.09.2001)
 
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